Workation-Fans zieht es in Küstenorte an Nordsee und Ostsee

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Mails mit Meerblick beantworten und Kundengespräche mit Sand unter den Füßen führen. In den Küstenorten an Nordsee und Ostsee wollen Urlauber meist entspannen. Aber auch zum Arbeiten zieht es einige an die Meere von Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. 

«Workation» nennt man die Mischung aus Arbeit und Urlaub. Mancherorts können Fans dieser Form des mobilen Arbeitens ihren Laptop sogar direkt am Meer in speziellen Strandkörben aufklappen - ausgestattet mit Licht und Steckdosen. 

Workation-Strandkörbe in Büsum 

In Büsum (Kreis Dithmarschen) gibt es spezielle Workation-Strandkörbe sowie sogenannte Meeting-Strandkörbe mit Platz für bis zu sechs Menschen. Mit dabei sind LED-Lichter, Steckdosen und USB-Buchsen, klappbare Notebooktische und 400-Watt-Solar-Module auf dem Dach. Auch WLAN gibt es hier laut Tourismus Marketing Service (TMS) Büsum. 

«Wir sind stolz darauf, mit der Business Oase Büsum ein Konzept zu präsentieren, das es Familien ermöglicht, gemeinsam Zeit zu verbringen, während die Eltern in einem inspirierenden Umfeld arbeiten können», erklärte Robert Kowitz, Geschäftsführer der TMS Büsum, bei der Präsentation im Herbst 2024. 

Sylt hat Coworking mit Meerblick 

Auf Sylt gibt es mehrere Coworking-Angebote: darunter Arbeitsplätze mit Blick auf das Rantumbecken in Rantum, teilte eine Sprecherin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH) der dpa mit. Im Inselnorden in List befindet sich eine weitere Möglichkeit für mobiles Arbeiten und im Nobelort Kampen findet Workation unter Reet statt. 

In St. Peter-Ording gibt es laut Tourismus-Agentur Coworking-Plätze auf dem Campusgelände vom Nordsee-Internat im Ortsteil Böhn, nur wenige Schritte vom Deich entfernt. Auch in anderen Orten an der nordfriesischen Küste gibt es demnach Möglichkeiten, vorübergehend Arbeitsplätze zu buchen. Darunter in Husum, Niebüll sowie auf der Insel Amrum. 

Auch an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins gibt es mehrere Angebote für Menschen, die Urlaub am Meer und Arbeit verbinden wollen: darunter in Lübeck und Travemünde und Flensburg. Auf einem Campingplatz auf Fehmarn wurde eine Coworking-Station als «Open Space»-Bereich eingerichtet, die ausschließlich für Platzgäste zugänglich ist. An drei bis fünf Arbeitsplätzen können Interessierte demnach ungestört arbeiten - bei schönem Wetter auch draußen mit einem Sitzsack unter dem Sonnensegel. 

Arbeiten auf dem Campingplatz auf Fehmarn 

Auch aus manchen Ferienwohnungen oder Hotels kann mit Blick auf das Meer gearbeitet werden. Einige Unterkünfte bieten weitreichendes WLAN an und haben eine Terrasse mit Blick auf das Meer, sagte die Sprecherin. 

In Grömitz (Kreis Ostholstein) gibt es spezielle Schlafstrandkörbe am Strand. Die meisten kommen, um in den Körben zu entspannen. «Theoretisch ist es aber sehr gut möglich, in den Strandkörben auch zu arbeiten», sagte eine Vermieterin der dpa. Die Lehne der Liegefläche lasse sich demnach aufrichten und vor dem Strandkorb stünden Tisch und Stühle stünden bereit. Auch das Handy könne man hier laden. 

Arbeiten im Tiny House auf Norderney 

Auf der Insel Norderney stehen seit letztem Jahr zwei Tiny Houses. «Die sind nicht zur Übernachtung gedacht, das sind Workspaces», sagt Kurdirektor Wilhelm Loth. Das Angebot sei für Gäste und Einheimische gedacht, die einen Arbeitsraum auf der Insel suchen. Denn Arbeitsraum sei ebenso wie Wohnraum auf der Insel knapp. Die Tiny Houses böten dann Rückzugsmöglichkeiten etwa für Besprechungen, Video-Calls oder um sich in Ruhe konzentrieren zu können. 

«Das Thema Workation gewinnt auch in Ostfriesland zunehmend an Bedeutung. Mit der wachsenden Verbreitung mobilen Arbeitens entstehen immer mehr Möglichkeiten, Arbeit und Urlaub miteinander zu verbinden», teilte eine Sprecherin der Ostfriesland Tourismus GmbH der dpa mit. Spezielle Coworking-Plätze gibt es in Ostfriesland demnach unter anderem in Emden, Leer, Carolinensiel (Landkreis Wittmund), Jemgum (Landkreis Leer) sowie in Jever und Varel (Landkreis Friesland). 

Die Übergänge seien oft fließend: Nicht immer werde gezielt ein klassischer Coworking-Space aufgesucht, «vielmehr nutzen viele Gäste ihre Ferienunterkunft temporär als Arbeitsplatz und arbeiten stundenweise im Urlaub». 

Mecklenburg-Vorpommern 

In Ückeritz auf der Insel Usedom in Mecklenburg-Vorpommern können Gäste Meeresrauschen und Arbeiten in Schlafstrandkörben verbinden. Die Körbe stehen oberhalb des Strandes hinter der Düne in unmittelbarer Nähe zur Ostsee. 

Auch an anderen Orten im Nordosten gebe es kreative Rückzugsorte, schnelles WLAN und inspirierende Landschaften zum mobile Arbeiten, heißt es von der MV Tourismus GmbH. Zum Beispiel in einem Coworking-Space in Ahrenshoop mit Ostseeblick, und auch in Wismar gibt es buchbare Plätze direkt an der Ostsee. In Lietzow (Landkreis Vorpommern-Rügen) auf Rügen stehen demnach Arbeitsplätze am Großen Jasmunder Bodden zur Verfügung. (dpa)


 

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