Zu Pfingsten wird es voll im Norden

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Die Urlaubsorte an Nord- und Ostsee in Schleswig-Holstein sind über das Pfingstwochenende gut gebucht. «Die Menschen sehnen sich nach Urlaub, auch wenn es nur für ein paar Tage ist. Nord- und Ostsee stehen hoch im Kurs», teilte die Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH) mit. Kurzentschlossene müssen allerdings etwas länger und auch vielleicht rings um die beliebtesten Destinationen suchen.

In Büsum etwa gibt es nur noch wenige buchbare Zeiten - sowohl im Zimmer als auch in der Ferienwohnung. Die Lübecker Bucht verzeichnet für Pfingsten ebenfalls eine sehr große Nachfrage und auch Sankt Peter-Ording, Amrum sowie die Schleiregion sind gut gebucht.

Die Fähren von Dagebüll nach Amrum und Föhr nehmen von Freitagnachmittag an und am Samstag online keine Resverierungen mehr für Fahrzeuge entgegen. Auch die Autozüge nach Sylt sind gut gebucht. Reisenden ohne Reservierung wird empfohlen auf Randzeiten am frühen Morgen oder am Abend auszuweichen, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Um den erwarteten Urlauberansturm bewältigen zu können, fahre man unter Volllast, sagte eine Sprecherin des Betreibers des blauen Autozugs RDC. «Wir bieten alles auf, was wir an Kapazitäten haben.»

In St. Peter-Ording bitten die Touristiker Tagesgäste darum, sich lieber einen anderen Ort für einen Ausflug zu suchen. «Zum anstehenden Pfingstwochenende wird der Ort sehr belebt sein», sagte Tourismus-Direktorin Katharina Schirmbeck. Tagesgäste sollten es sich demnach gut überlegen, ob sie zu Pfingsten dorthin fahren: «Der Ort ist durch die vielen Übernachtungsgäste schon sehr stark frequentiert.»

Tagesgäste, die dennoch SPO ansteuern wollen, wird die Nutzung der SPO-WebApp (www.meinspo.info) empfohlen. Hier ist zu sehen, wo gerade besonders viel los ist. Schirmbeck kündigte an, das Ordnungsamt werde die Einhaltung der Maskenpflicht und die Abstandsregeln am Pfingstwochenende verstärkt kontrollieren.

Auch für andere Tourismusorte wurden strenge Kontrollen angekündigt - und bei Missachtung der Regeln auch mit scharfen Konsequenzen gedroht. Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen (CDU) etwa sagte: «Wir werden mit mehreren Teams des Gesundheitsamtes unterwegs sein, begleitet von Kollegen des Polizeivollzugsdienstes. Und wenn es notwendig ist, greifen wir hart durch.»

Sollten beispielsweise zu viele Gäste angetroffen werden, muss der Wirt die Überzähligen innerhalb einer halben Stunde aus dem Lokal entfernen - auch, wenn sie noch vor vollen Tellern und gefüllten Gläsern sitzen, wie Lorenzen sagte. «Wie er es macht, entscheidet er selbst. Aber er macht es. Wenn nicht, schließen wir das Lokal sofort für den Rest der Nacht. Dann müssen alle gehen.» Feucht-fröhlich vor dem Lokal weiterfeiern ist nicht drin: Dies wird demnach durch das vielerorts geltende Alkoholverbot in der Öffentlichkeit und notfalls durch Platzverweise unterbunden.

Hintergrund der recht drastischen Mahnungen des Landrats sind zahlreiche gravierende Verstöße gegen die geltenden Auflagen von Gastronomen und Gästen auf Sylt und Föhr sowie in St. Peter-Ording. Hier müssen insgesamt 20 Gastronomiebetriebe die Zahl der gleichzeitig anwesenden Gäste in den Gaststätten und im Außenbereich auf höchstens die Hälfte beschränken. Eine entsprechende Ordnungsverfügung soll den betreffenden Betrieben noch vor dem Pfingstwochenende zugehen.

Lorenzen weist auf den Fall eines unerkannt mit Corona infizierten Urlauberehepaares hin, das um das zweite Maiwochenende herum mehrere Lokale auf Sylt besuchte. Daraufhin musste das Gesundheitsamt tagelang recherchieren und am Ende rund 300 Personen in Quarantäne versetzen. Wären die Lokale weniger voll und besser belüftet gewesen, würden jetzt keine 300 Menschen zuhause sitzen und um ihre Gesundheit fürchten, betonte der Landrat.

«Die Corona-Pandemie ist noch nicht überstanden, die Ansteckungsgefahr nach wie vor real», machte der Kommunalchef klar. Neben den Wirten rückte er auch deren Gäste ins Blickfeld: «Niemand hat das Recht, Gastwirte und ihre Angestellten respektlos anzuschnauzen, wenn sie ihm den Einlass verwehren wollen. Der unverschämte Egoismus diverser Gäste hat wesentlich zu den unhaltbaren Zuständen beigetragen.»

Tourismus ist seit dem 17. Mai wieder in ganz Schleswig-Holstein möglich. Gefordert werden allerdings neben Hygieneauflagen wie dem Tragen von Schutzmasken in bestimmten Situationen vor allem negative Corona-Tests vor der Anreise und dann alle drei Tage. Zuvor waren touristische Übernachtungen nur in einzelnen Modellregionen wie dem Kreis Nordfriesland oder der Schleiregion möglich. (dpa)


 

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