80 Millionen Dollar: Ex-Chefin von Subway-Einkaufskooperative angeklagt

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In den USA ist die frühere Geschäftsführerin der Independent Purchasing Cooperative (IPC) gemeinsam mit ihrem Bruder angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft beiden ein über Jahre betriebenes System aus Bestechung und Geldwäsche vor. Field soll dabei ihre Position an der Spitze der Einkaufskooperative genutzt haben, um geheime Zahlungen von Lieferanten zu erhalten. Die Ermittler sprechen von mehr als 80 Millionen Dollar.

Die IPC ist eine von Subway-Franchise-Nehmern getragene Einkaufsorganisation. Sie verhandelt mit Lieferanten über Lebensmittel, Waren und Dienstleistungen und spielt damit eine wichtige Rolle bei den Einkaufskonditionen der Franchise-Betriebe. Die US-Staatsanwaltschaft nennt Subway in ihrer Anklage nicht namentlich. Die Verbindung zum Restaurantkonzern ergibt sich aus der Struktur der IPC und den zugrunde liegenden Gerichtsunterlagen.

Ex-Chefin soll Lieferverträge für eigene Zwecke genutzt haben

Die Angeklagte soll 1996 am Aufbau der IPC beteiligt gewesen sein und die Organisation bis Dezember 2021 geführt haben. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft hatte sie in dieser Funktion erheblichen Einfluss auf die Lieferbeziehungen und damit auf die Einkaufskonditionen der Franchise-Nehmer.

Die Anklage beschreibt ein System, bei dem Vermittler von Lieferanten einen Teil ihrer Einnahmen aus den Geschäften mit der IPC heimlich an die Angeklagte und Mitglieder ihrer Familie weitergeleitet haben sollen. Betroffen gewesen seien unter anderem Lieferanten von Wurstwaren, Käse und Keksen. Die Zahlungen sollen über ein Netzwerk von Unternehmen und Konten verschleiert worden sein.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft flossen mehr als 60 Millionen Dollar über Briefkastenfirmen. Das Geld sei unter anderem für Immobilien, Investitionen, Schmuck und persönliche Ausgaben verwendet worden. Ein Teil der Mittel soll zudem an Familienangehörige und Personen aus dem privaten Umfeld der Beschuldigten geflossen sein.

Franchise-Nehmer sollen nichts gewusst haben

Besonders relevant für die Franchise-Struktur ist der Vorwurf, dass weder der Vorstand der IPC noch die angeschlossenen Franchise-Nehmer von den Zahlungen gewusst haben sollen. Die Beschuldigte habe laut Anklage die Geschäftsbeziehungen zu den Lieferanten und die daraus resultierenden Zahlungen über Jahre verborgen.

Laut Anklage soll die Beschuldigte bereits um 2011 einen Vergleich über rund acht Millionen Dollar im Zusammenhang mit Vorwürfen zu ihren Geschäftsbeziehungen zu Lieferanten verschwiegen haben. Auch bei ihrem Ausscheiden aus der IPC Ende 2021 soll der Vorstand nichts von dem mutmaßlichen System gewusst haben.

Trotzdem erhielt die Beschuldigte nach Darstellung der Staatsanwaltschaft anschließend eine Abfindung von mehr als sechs Millionen Dollar.

Die IPC wird von den Franchise-Nehmern getragen und ist rechtlich vom Franchisegeber Subway getrennt. Gerade diese Konstruktion macht den Fall für das Franchisesystem relevant: Die Organisation sollte im Interesse ihrer Mitglieder bessere Konditionen bei Lieferanten aushandeln. Die Staatsanwaltschaft wirft der ehemaligen Führungskraft nun vor, dieses System über Jahre für persönliche Vorteile genutzt zu haben. Die Beschuldigten gelten bis zu einer Verurteilung als unschuldig.

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