Anschlag auf türkisches Restaurant «Mangal»: Wirt zu acht Jahren Haft verurteilt

| War noch was…? War noch was…?

Rund vier Jahre nach dem Brandanschlag auf das türkische Restaurant «Mangal» in Chemnitz hat das Landgericht den Wirt zu 8 Jahren Haft verurteilt. Die Richter sprachen den 50-Jährigen am Dienstag unter anderem des versuchten 15-fachen Mordes sowie des Betrugs für schuldig.

Demnach hatte er den Anschlag nicht nur in Auftrag gegeben, sondern auch ein Fenster offen gelassen, damit die bisher unbekannten Täter in der Nacht zum 18. Oktober in das Lokal einsteigen konnten, erklärte Gerichtssprecherin Marika Lang. Daher sei er nach Überzeugung des Gerichts mehr als nur Auftraggeber gewesen. Zu dem Zeitpunkt schliefen 15 Menschen in Wohnungen über dem Lokal, ernsthaft verletzt wurde niemand.

Der Fall hatte über die Stadt hinaus für Aufsehen gesorgt. Damals stand Chemnitz wegen Ausschreitungen von Rechtsextremen aus ganz Deutschland in den Schlagzeilen und es hatte Angriffe auf ein jüdisches und zwei persische Restaurants in der Stadt gegeben. So wurde auch im Fall des «Mangal» von den Ermittlern ein rassistischer Hintergrund nicht ausgeschlossen. Der Wirt selbst hatte beharrlich behauptet, die Täter seien im Kreis von Rechtsradikalen zu suchen. Auch vor Gericht bestritt er über seinen Anwalt die Vorwürfe.

Den Richtern bot sich im Prozess jedoch ein anderes Bild. Dazu wurde das Geschehen seit Anfang Februar an 27 Verhandlungstagen aufgearbeitet, 120 Zeugen befragt und mehr als ein halbes Dutzend Sachverständige gehört. Im Ergebnis sahen es die Richter als erwiesen an, dass der aus der Türkei stammende Restaurantbetreiber aus Habgier gehandelt hat, um eine hohe Versicherungssumme zu kassieren. 300 000 Euro habe er von einer Versicherung erhalten, hieß es. Das Gericht ordnete an, dass der Betrag abzüglich einer an eine Entsorgungsfirma gezahlten Summe eingezogen wird.

Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten laut Gericht eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren gefordert, die Verteidigung auf Freispruch plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; binnen einer Woche kann dagegen Revision eingelegt werden. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Ermittler suchen nach Spuren in dem zum Teil niedergebrannten Gebäude. Das leerstehende Hotel hatte immer wieder für Schlagzeilen wegen der «Reichsbürger»-Szene gesorgt.

Das Penck Hotel in Dresden veranstaltete am Samstag ein kostenloses Open-Air-Warm-up auf der Hotelterrasse anlässlich des Konzerts der Toten Hosen. Entgegen der ursprünglichen Planung kam die Band spontan selbst vorbei.

Wer in Amberg in der Oberpfalz mit dem Auto unterwegs ist, sollte aufpassen: Wegen ausgelaufenen Frittierfetts besteht nach Angaben der Polizei Rutschgefahr auf einer Straße. 

Ein Streit um den Alkoholausschank in einer Gießener Vereinsgaststätte beschäftigt die Justiz. Die Pächter wollen aus Konzeptgründen kein Bier und andere alkoholische Getränke servieren, der Tennisclub hat ihnen deshalb fristlos gekündigt. Nun soll ein Güterichter helfen. Grundsätzliche Fragen stellen sich: Gibt es ein Gewohnheitsrecht auf Alkohol?

Bei einem Brand in einem Gastronomiebetrieb am Wiesbadener Kochbrunnenplatz ist ein Beschäftigter verletzt worden. Nach einem Bericht des Wiesbadener Kuriers handelt es sich bei dem betroffenen Restaurant um das Café del Sol.

In einem leerstehenden Hotel in Bad Lauterberg im Harz ist ein Feuer ausgebrochen. Bei dem betroffenen Gebäude handelt es sich um ein Hotel, das in der Vergangenheit mit einer Gruppierung der sogenannten Reichsbürger in Verbindung stand.

Traf sich Christina Block kurz vor der Entführung zum Jahreswechsel 2023/24 mit den maskierten Tätern? Diese Frage bestimmt auch den Endspurt des Prozesses. Es fallen scharfe Worte.

Ein unbekannter Täter hat in der Nacht auf Donnerstag einen Nachtportier in einem Bonner Hotel mit einer Schusswaffe bedroht und Bargeld erbeutet. Nun sucht die Polizei Zeugen des Vorfalls.

Christina Block hat im Prozess um die Entführung ihrer Kinder noch einmal ausführlich Stellung genommen. Dabei gab sie tiefe Einblicke in Familienkonflikte und korrigierte sich in einigen Punkten.

Nach mehreren Monaten des Schweigens hat die angeklagte Mutter Christina Block im Prozess um die Entführung ihrer Kinder nun wieder das Wort ergriffen. Sie wolle einige Punkte ihrer Aussage aus dem Juli 2025 korrigieren. Mehrmals brach ihr die Stimme weg, als sie über ihre Kinder sprach.