Ehefrau vom Hotelbalkon gestoßen? Staatsanwältin fordert lebenslange Haft

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Ein Mann soll seine ungeliebte Ehefrau von dem Balkon eines Frankfurter Hotelzimmers im 22. Stock in die Tiefe gestoßen haben – nach Auffassung der Staatsanwaltschaft handelte es sich dabei um einen Mord. Es lägen die Mordmerkmale Heimtücke und niedere Beweggründe vor, sagte die Staatsanwältin im Frankfurter Landgericht.

Sie beantragte eine lebenslange Haftstrafe. Der für die Kinder und Mutter der toten Frau auftretende Anwalt schloss sich dem Antrag an, er sah zudem das Mordmerkmal Habgier. Die Rechtsanwältin des Angeklagten beantragte einen Freispruch, es gebe für eine Verurteilung zu viele Fragezeichen. Das Urteil soll am Freitag verkündet werden.

Der 60 Jahre alte Angeklagte hatte sich in dem fast vier Monate dauernden Prozess nicht zu den Vorwürfen geäußert. Laut Auffassung der Staatsanwältin hat sich in der Beweisaufnahme die Anklage jedoch bestätigt. Demnach hatte der Deutsch-Brite seine Frau getötet, um mit seiner Geliebten zusammenleben zu können. 

Recherche im Internet

Das Paar hatte mit seinen beiden gemeinsamen Kindern in Rodgau gelebt. Spätestens im April 2023 soll der in die andere Frau verliebte Mann auf die Idee gekommen sein, seine 40 Jahre alte Ehefrau zu töten, so die Anklagebehörde. Er habe im Internet nach unauffälligen Tötungsmöglichkeiten recherchiert, etwa nach steilen Wanderwegen und giftigen Kräutern. Schließlich habe er sich dazu entschlossen, die Frau aus großer Höhe zu stürzen und hierzu für den Vatertag im Mai 2023 ein Zimmer im 22. Stockwerk in einem Hotel im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen gebucht.

Am Abend soll er die betrunkene, 1,60 Meter große Frau über das 1,14 Meter hohe Gelände des Balkons gestoßen haben. Die Frau fiel 61 Meter in die Tiefe, sie war sofort tot. Ihr Mann soll in die Lobby gelaufen und berichtet haben, seine Frau sei vom Balkon gefallen. Die Polizei ermittelte, im April 2025 wurde der Angeklagte festgenommen. 

Neues Leben

Nach dem Tod der Frau hatte dieser sich mit seiner Freundin ein neues Leben aufgebaut. Zudem beantragte er nicht nur bei der Lebensversicherung der Ehefrau eine Auszahlung und erhielt zudem eine monatliche Witwenrente - er soll über eine GoFundMe-Kampagne noch über 10.000 Euro Spenden eingenommen haben. (dpa)


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