Hamburgs Baustellen frustrieren Handel und Gastronomie

| War noch was…? War noch was…?

Mit Blick auf die vielen Baustellen in der Stadt bemängeln die Verbände für Hotels und Gaststätten sowie Handel eine schlechte Kommunikation der Stadt. Man werde morgens wach und habe auf einmal eine neue Baustelle vor der Tür, sagte der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Hamburg, Bernd Aufderheide. 

Besonders groß sei das Problem in der Innenstadt und in Szenevierteln, sagte Aufderheide der Deutschen Presse-Agentur. Dort gebe es viele kleinere Baustellen, die kurzfristig eingerichtet würden. Das nehme den Gastronomen jegliche Planungssicherheit. Auch der Wegfall von Parkplätzen während der Bauarbeiten wie an der Elbchaussee koste die Gastronomie Kundinnen und Kunden. 

Digitales Verzeichnis gefordert

Aufderheide kritisierte, dass es kein digitales Verzeichnis gebe, um die Betriebe zu informieren. «Also eigentlich müsste es relativ einfach sein, über eine Art elektronisches Baustellenkataster den Leuten auch rechtzeitig Bescheid zu sagen.» Wenn Betriebe frühzeitig über Bauarbeiten informiert würden, könnten sie sich besser mit ihrer Kundschaft abstimmen, um Ärgernisse zu vermeiden.

Manche Mitglieder des Verbands seien sauer, andere «völlig frustriert», weil sich der Informationsaustausch mit der Stadt schwierig gestalte, sagte er. 

Sorge wegen der U5-Baustellen

Die Sprecherin des Handelsverbands Nord, Annett Rabe, sagte, es sei oft unklar, welche Behörde für eine Baustelle zuständig sei. Langfristig geplante Projekte kommunizierten die Behörden zwar vergleichsweise besser. «Ob man dann die Bedürfnisse der Händler auch wirklich mit berücksichtigt, was auch Lieferverkehre angeht, was Kundenverkehre angeht, das muss man dann sehen.» 

Der Bau der neuen U-Bahn-Linie 5 bereite den Händlern Sorge. Beim Bau von Haltestellen beispielsweise werde es riesige Krater geben.

Senat verpflichtet zu Kommunikationsstrategie

Der Senat ist sich der Beeinträchtigungen bewusst. Vergangenen Herbst hat er die Strategie «Zukunft Tiefbau» verabschiedet. Teil davon sei unter anderem, dass alle größeren Projekte eine eigene Kommunikationsstrategie weit vor Baubeginn vorlegen müssten, berichtete ein Sprecher der Verkehrsbehörde. 

Indem viele kleine Bauvorhaben zu größeren Projekten zusammengefasst werden, will der Senat die Anzahl der Baustellen reduzieren. Laut einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der CDU-Fraktion geht der Senat davon aus, dass es derzeit mehr als 900 Baustellen im Hamburger Straßennetz gibt.

Baustellen bei Regen statt bei Sonne

Wie hoch die Einbußen der Hoteliers, Gastronomen und Händler wegen der Baustellen sind, können die Verbände nicht beziffern. Dass Baustellen und der damit einhergehende Lärm für die Betriebe eine zusätzliche Belastung seien, stehe aber außer Frage, sagte Aufderheide. 

Er fordert, dass die Baustellenplaner durchweg die Interessen der Außengastronomie berücksichtigen. «Wir haben ja nicht so wahnsinnig viele Sonnentage oder warme Tage hier in der Stadt», sagte er. «Da könnte man einfach von vornherein eigentlich sagen: Okay, hier gucken wir mal, dass wir nicht unbedingt in der Zeit dann anfangen zu bauen.»

Dehoga rechnet mit mehr Insolvenzen 

Laut Statistischem Landesamt wurden im vergangenen Jahr 105 Insolvenzanträge in der Gastronomie gestellt – rund 20 Prozent mehr als 2024. Aufderheide rechnet damit, dass es dieses Jahr noch einmal mehr werden. Unter anderem sei es für die Branche schwierig, Kredite zu bekommen. «Das trifft dann ganz besonders die individuellen Gastronomen, die eigentlich für uns alle so wichtig sind.» Diese prägten das Flair einer Stadt. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine Weinflasche des Jahrgangs 1811 aus der Pfälzer Lage Forster Ungeheuer ist im Internet für 10.250 Euro versteigert worden. 1811 gilt in der Branche als «Kometenjahrgang», da in diesem Jahr ein großer Himmelskörper erschien.

In der Toskana räumt ein Dominikanermönch das Archiv auf. Dort findet er ein vergilbtes Papier aus dem 19. Jahrhundert für ein Getränk aus Colanüssen und Kokablättern. Klingt bekannt?

Sternekoch Adam Handling hat das Verhalten von Gästen in seinem Pub The Tartan Fox in Cornwall scharf verurteilt, nachdem die Hunde einer Familie Hühner attackierten und die Kinder befruchtete Eier zerstörten.

Nach schweren Unwetterschäden an ihrem Imbiss in der Sächsischen Schweiz hat Verena Leister innerhalb von nur einem Tag rund 200.000 Euro Spenden gesammelt. Nun bat sie um Unterstützung für den Kurort Rathen.

Seit Tagen ist die Feuerwehr in Westfrankreich im Dauereinsatz, um den riesigen Waldbrand bei Bordeaux zu löschen. Ein Koch will in der Krise helfen. Was er mit seinen Gerichten bewirkt.

Akribisch plant ein Mann die Ermordung seiner Frau: Er recherchiert im Internet, bucht ein Zimmer in einem Frankfurter Hochhaushotel und lügt ihr vor, die Beziehung retten zu wollen.

Restaurants, Imbisse und Kantinen haben die Lebensmittelkontrolleure im Südwesten im vergangenen Jahr kontrolliert - aber auch das Trinkwasser, Nahrungsergänzungsmittel, Tabakprodukte. Was die Prüfer dabei entdeckt haben - und welche Folgen das für die Betroffenen hatte.

Noch dauert es, bis Pilze in Massen sprießen. Um die Vorfreude zu steigern, könnten sich Sammlerinnen und Sammler aber schon vorbereiten. Ein Pilzberater erzählt, was in wenigen Wochen wichtig ist.

Nach seiner Klage gegen die Vergabe von Festzelten auf dem Oktoberfest hat Alexander Egger nach eigenen Angaben mit Anfeindungen zu kämpfen. Auch seine Familie, Mitarbeiter und Lieferanten seien betroffen.

Mitten in der Nacht müssen Hotelgäste das historische Schloss Wallhausen verlassen. Stunden später dauern die Löscharbeiten noch an. Wie groß die Schäden sind und was bislang bekannt ist.