Im All gebrauter Sake für umgerechnet 587.000 Euro verkauft

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Ein Fläschchen mit im Weltall produziertem Sake ist in Japan für 110 Millionen Yen verkauft worden. Das entspricht umgerechnet rund 587.000 Euro. Wie die Unternehmen Dassai und Mitsubishi Heavy Industries mitteilen, entstand das Getränk im Rahmen des Projekts „Dassai Moon“.

Nach Angaben der Unternehmen wurde dafür spezielle Brauausrüstung gemeinsam entwickelt und zusammen mit den notwendigen Zutaten zur Internationalen Raumstation ISS transportiert. Die Fermentation fand im November 2025 im japanischen ISS-Modul „Kibo“ statt. Dort wurden laut Mitteilung Bedingungen simuliert, die der Schwerkraft auf dem Mond entsprechen.

Die während des Versuchs entstandene Maische wurde Ende Februar 2026 zur Erde zurückgebracht und anschließend in der Brauerei von Dassai in der japanischen Stadt Iwakuni weiterverarbeitet. Daraus entstanden insgesamt 116 Milliliter Sake. Davon wurden 100 Milliliter in Titanflaschen abgefüllt und verkauft. Die restlichen 16 Milliliter dienten nach Angaben des Unternehmens für Verkostungen.

Fermentation auf der ISS erreichte zwölf Prozent Alkoholgehalt

Wie Dassai und Mitsubishi Heavy Industries mitteilen, bestätigten Analysen der auf der ISS produzierten Maische einen Alkoholgehalt von zwölf Prozent. Damit sei erstmals nachgewiesen worden, dass eine Sake-Produktion unter Bedingungen möglich sei, die der Mondschwerkraft ähneln.

Nach Angaben der Unternehmen verlief die Fermentation im All langsamer als unter irdischen Bedingungen. Weitere Untersuchungen seien geplant, um den Einfluss der Schwerkraft auf den Gärprozess zu analysieren.

Eine Sprecherin von Dassai erklärte laut Mitteilung, der Weltraum-Sake habe „eine deutliche Säure“ und einen „gut ausbalancierten und robusten Sake-Geschmack“.

Japanische Raumfahrttechnik kam bei Transport und Betrieb zum Einsatz

Die Brauausrüstung wurde nach Angaben der Unternehmen mit der japanischen Rakete H3 Launch Vehicle No. 7 sowie dem Raumtransporter HTV-X1 zur ISS gebracht. Der Start erfolgte am 26. Oktober 2025 vom Raumfahrtzentrum Tanegashima.

Die eigentlichen Brauversuche begannen am 25. November 2025. Laut Mitteilung führte der japanische Astronaut Kimiya Yui die Arbeiten an Bord der ISS durch. Nach einem zweiwöchigen Versuchszeitraum wurde die Probe eingefroren und später zur Erde zurücktransportiert.

An dem Projekt waren nach Angaben der Unternehmen außerdem die japanische Raumfahrtbehörde JAXA, das Unternehmen JAMSS, Space BD, DigitalBlast sowie mehrere weitere japanische Firmen beteiligt.

Dassai bezeichnet Mondbrauerei bis 2050 als langfristiges Ziel

Das Projekt „Dassai Moon“ wurde nach Angaben des Unternehmens 2024 gestartet. Die Idee dazu sei bereits 2021 entstanden. Das Unternehmen bezeichnet den Aufbau einer Sake-Brauerei auf dem Mond bis zum Jahr 2050 als langfristiges Ziel des Projekts.

Laut Mitteilung soll damit künftig zur „Lebensqualität“ möglicher Mond-Bewohner beigetragen werden. Die Erlöse aus dem Verkauf des Weltraum-Sake sollen nach Angaben von Dassai die japanische Raumfahrtentwicklung unterstützen.

Wie das Unternehmen weiter mitteilt, wird die im All entstandene Sake-Hefe nun gemeinsam mit einem Labor der Tohoku-Universität untersucht. Dabei soll analysiert werden, ob sich Hefezellen unter Weltraumbedingungen genetisch verändern.


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