Islamistische Drohung gegen Wiesn - «Abstrakte Gefährdung»

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Erneut richtet sich eine islamistische Drohung auch gegen das Münchner Oktoberfest. Die radikal islamistische Gruppierung Islamischer Staat Provinz Khorasan (ISPK) hat mehreren Medien zufolge zu Anschlägen auf Großereignisse in verschiedenen Ländern aufgerufen - und dabei auch das Oktoberfest ins Visier genommen.

«Die aktuelle Drohbotschaft ist uns bekannt», sagte ein Sprecher der Münchner Polizei auf Anfrage. «Sie wurde nach unserem Kenntnisstand am 13.01.2025 festgestellt.» 

Keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung 

Jeder Hinweis werde ernst genommen und akribisch geprüft. «Die aktuelle Drohbotschaft reiht sich in eine bestehende, anhaltend hohe abstrakte Gefährdung durch den islamistischen Terrorismus ein», sagte der Sprecher weiter. Hinweise auf eine konkrete Gefährdung insbesondere des Münchner Oktoberfestes lägen aber derzeit nicht vor. 

«Entsprechende Drohbotschaften fließen in die Gesamtbewertung für die Einsatzplanung ein.» Eine Gefährdungsbewertung finde laufend statt, die Behörden seien dabei im Austausch. Das Sicherheitskonzept für das Oktoberfest, das jährlich überprüft und angepasst werde, habe einen sehr hohen Standard. Dazu zählten etwa die Zugangskontrollen. 

Wiesn 2024 mit scharfen Vorkehrungen 

Bereits das Oktoberfest 2024 stand unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Nach der Messerattacke mit drei Toten in Solingen und Schüssen auf das NS-Dokumentationszentrum und das israelische Generalkonsulat in München gab es noch strengere Kontrollen an den Eingängen als bisher. Erstmals wurden auch Hand-Metalldetektoren eingesetzt. 

Nicht zuletzt der Nahost-Konflikt verschärfe das Gefährdungspotenzial, auch durch die Terrormiliz Islamischer Staat, hieß es damals. 

Am Ende des Festes 2024 stand die Erleichterung: 6,7 Millionen Gäste kamen - alles blieb friedlich. Politiker hatten stets unterstrichen, dass man sich Drohungen nicht beugen werde. Allerdings, so der Polizeisprecher: «Klar ist auch, dass eine 100-prozentige Sicherheit vor möglichen Einzeltätern nie gewährleistet werden kann.»

Erfahrung mit Terrorsorgen 

Die Münchner haben jahrelange Erfahrung mit Terrorwarnungen für das Oktoberfest. 2009 kursierte kurz vor dem Fest ein Video des Terrornetzwerks Al Kaida mit Wiesn-Bezug. Eilig wurde das Festgelände mit Lastwagen gegen Angriffe gesichert. Damals wurden Sperrringe gezogen, die bis heute Gültigkeit haben. Etwa dürfen nur Anwohner mit dem Auto in die Zone um das Festgelände fahren. 

2016 und 2017 wurden die Vorkehrungen nach Lastwagen-Anschlägen in Nizza, Berlin, London und Barcelona weiter angepasst. Seit 2016 ist das Gelände komplett umzäunt. Die Zufahrten versperren inzwischen Poller und Pflanzenkübel aus Beton, um Auto-Attacken wie zuletzt in Magdeburg zu verhindern. 

Sicherheitsbehörden haben Blick auf ISPK   

Die Terrororganisation ISPK ist mehrfach in Erscheinung getreten, Sicherheitsbehörden in verschiedenen Ländern haben mehrere mutmaßliche Anhänger ausfindig gemacht. Ein Mann soll sich etwa um eine Akkreditierung als Ordner bei der Fußball-EM bemüht haben. Bei Angriff auf den Konzertsaal Crocus City Hall bei Moskau hatten im März 2024 Terroristen, die mutmaßlich der Organisation angehören, mehr als 140 Menschen getötet. (dpa)


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