Kein «Hähnchen Kiew» mehr in russischer Staatskantine

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In der Moskauer Parlamentsküche werden «Hähnchen Kiew» oder «Kiewer Schnitzel» nicht mehr unter diesem Namen angeboten. Wohl wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat die Kantine in der neu gewählten Staatsduma die panierten und mit Knoblauch-Kräuterbutter gefüllten Hühnerfilets umbenannt. Aus den «kotlety po kiewski» – auf Deutsch: Schnitzel Kiewer Art – wurden einfache «kotlety mit Butter», wie russische Medien berichteten. Das berühmte slawische Gericht ist in Russland wie in der Ukraine beliebt. 

Kantinenmitarbeiter in der Staatsduma sagten demnach, dass die Rezeptur des sowjetischen Klassikers unverändert sei. Aber den Gästen sei der neue Name zu wenig appetitlich, sie wünschten sich etwas Attraktiveres, hieß es. In der Moskauer Imbisskette Brusnika etwa heißt das Gericht weiter «nach Kiewer Art».

Die russische Regierungszeitung «Rossijskaja Gaseta» berichtete, dass die Bezeichnung Hähnchen Kiew Anfang des vergangenen Jahrhunderts in St. Petersburg erfunden worden sei. In Kiew seien die «kotlety» etwas später – ab 1918 – zubereitet worden, dann aber dort zu Sowjetzeiten zu echtem Ruhm als Delikatesse gekommen.

Putin begrüßt in Duma Kriegsveteranen als neue Abgeordnete

Schon in der Vergangenheit hat sich der Konflikt zwischen Moskau und Kiew auch kulinarisch ausgewirkt – etwa beim Streit, ob Russen oder Ukrainer besser Borschtsch – eine Rote-Bete-Suppe – zubereiten. Russland führt seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine seit mehr als viereinhalb Jahren. Trotzdem gibt es in Moskau auch weiterhin Restaurants mit ukrainischer Küche.

Am ersten Sitzungstag der neuen Staatsduma hielt auch Kremlchef Wladimir Putin eine Rede vor den Abgeordneten. Er begrüßte nicht nur Dutzende Kriegsveteranen als neue Mandatsträger, sondern auch die erstmals bestimmten Vertreter aus den von Russland besetzten Teilen der ukrainischen Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja. Die Ukraine und die EU erkennen die Wahl nicht an und kritisieren sie als Verstoß gegen das Völkerrecht. (dpa)


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