Schweizer verunglimpft Feiertag auf Bali – ein Jahr Haft

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Ein Mann aus der Schweiz ist auf der indonesischen Insel Bali nach abfälligen Online-Kommentaren über einen wichtigen hinduistischen Feiertag zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Ein Richter befand den 26-Jährigen am Donnerstag in der Stadt Denpasar für schuldig, sich in den sozialen Medien beleidigend über den Feiertag Nyepi - den «Tag der Stille» - geäußert zu haben, wie örtliche Medien berichteten.

Am höchsten Feiertag auf der Insel, der auch das balinesische Neujahr markiert, gelten strenge Regeln - nicht nur für die tief religiöse Bevölkerung, sondern auch für Touristen. Niemand darf auf die Straße, der Verkehr ruht komplett, und selbst der internationale Flughafen Ngurah Rai bleibt geschlossen. Am Vorabend wird es dagegen noch einmal laut: Bei traditionellen Paraden ziehen riesige Dämonenfiguren, sogenannte Ogoh-Ogoh, durch die Straßen.

Video sorgte für Empörung

Der 26-Jährige sei bei seiner Ankunft auf Bali im vergangenen Februar vom Hotelpersonal über die Regeln des Feiertags aufgeklärt worden, hieß es unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Als er Hunger bekam und das Hotel nicht verlassen durfte, sei er in Rage geraten. Er habe daraufhin ein Video vor dem Hotel aufgenommen und in seiner Instagram-Story veröffentlicht. Der Beitrag habe laut Übersetzung die Worte enthalten: «Scheiß auf den Nyepi-Tag und scheiß auch auf eure Regeln».

Das Video habe sich schnell verbreitet und für große Empörung gesorgt. Im März sei der Mann dann festgenommen worden. Die fünf Monate, die er seitdem in Untersuchungshaft verbracht habe, würden von der einjährigen Haftstrafe abgezogen, hieß es. 

Glaube ist auf Bali tief verankert

Bali ist innerhalb Indonesiens - dem größten muslimischen Land der Erde - die einzige Insel mit hinduistischer Bevölkerungsmehrheit. Entsprechend tief ist der Glaube im Alltag verankert. Am «Tag der Stille» kontrollieren lokale Sicherheitskräfte die Einhaltung der Vorschriften. Von Besuchern wird erwartet, dass sie sich ruhig und respektvoll verhalten - Touristen dürfen sich aber meist in ihren Hotelanlagen frei bewegen.

Die «Insel der Götter» zieht jährlich Millionen ausländischer Besucher an. Der Massentourismus sorgt aber auch zunehmend für Probleme. Immer wieder beklagt die Regionalregierung Vorfälle mit Touristen, die sich respektlos gegenüber Einheimischen und religiösen Traditionen verhalten. Mittlerweile greifen die Behörden immer härter durch und reagieren unter anderem mit Abschiebungen. (dpa)


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