Anteil der Chefinnen in Deutschland unter EU-Schnitt

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Frauen in Führungspositionen sind in Deutschland weiterhin unterrepräsentiert. Obwohl hierzulande fast ebenso viele Frauen erwerbstätig sind wie Männer, sind im vergangenen Jahr nur 30,3 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt gewesen – weniger als ein Drittel. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Der Wert liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt in der Europäischen Union von 35,9 Prozent.

Im Zehn-Jahres-Vergleich ist der Anteil an weiblichen Führungskräften in Deutschland zwar um 1,0 Prozentpunkte leicht gestiegen. Im europäischen Durchschnitt fiel der Anstieg mit 4,0 Prozentpunkten aber deutlich größer aus.

Spitzenreiter bleibt Schweden 

Auch 2025 lag Schweden im EU-Vergleich mit einem Frauenanteil von 44,4 Prozent an der Spitze. Vergleichsweise hohe Quoten verzeichneten auch Lettland (43,8 Prozent) und Estland (43,1 Prozent). Weniger weibliche Führungskräfte gab es im Vergleich in Italien (28,6 Prozent) und in den Niederlanden (30 Prozent). Das Schlusslicht war Zypern mit 25,9 Prozent.

Wenige Chefinnen trotz hoher Erwerbstätigkeit von Frauen

Der geringe Anteil an Frauen in Leitungspositionen falle in Deutschland wegen der vergleichsweise hohen Zahl erwerbstätiger Frauen besonders auf, erklärte das Statistische Bundesamt. Ihr Anteil an allen Erwerbstätigen lag 2025 bei 47,1 Prozent und damit leicht über dem EU-Durchschnitt von 46,5 Prozent.

In Italien seien zwar weniger Frauen erwerbstätig, dennoch seien mit 28,6 Prozent ähnlich viele Führungspositionen weiblich besetzt wie in Deutschland. In Österreich sei der Anteil weiblich besetzter Führungspositionen im Jahr 2025 mit 37,2 Prozent dagegen deutlich höher gewesen - bei einer ähnlichen Quote von Frauen an allen Erwerbstätigen (47,5 Prozent).

Fast die Hälfte der Regierungsmitglieder in Deutschland weiblich

In der Regierung ist der Frauenanteil in Deutschland größer als in den Führungsetagen. Im dritten Quartal 2026 stellten Frauen laut Daten des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen hierzulande 42,6 Prozent der Regierungsmitglieder. Damit lag Deutschland über dem EU-Durchschnitt von 33,5 Prozent. Den größten Frauenanteil in der Regierung hat Finnland mit 56,7 Prozent, dicht gefolgt von Dänemark mit 52,4 Prozent. Den kleinsten Anteil an Frauen in den Regierungen hat Tschechien mit 12,5 Prozent. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Rheinland-Pfalz senkt das Mindestinvestitionsvolumen für die Tourismusförderung auf 50.000 Euro. Beherbergungs-, Camping- und Gastronomiebetriebe können unter den genannten Voraussetzungen Zuschüsse erhalten, die bei bestimmten Investitionen bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten betragen.

BWH-Geschäftsführerin Carmen Dücker spricht sich dafür aus, unterschiedliche Stärken und Arbeitsweisen der Generationen im Team zu berücksichtigen. Flexibilität und Austausch dürften dabei nicht nur von einer Seite erwartet werden.

Eine aktuelle DATEV-Analyse zeigt, dass vor allem langjährig Beschäftigte und qualifizierte Fachkräfte von der Inflationsausgleichsprämie profitierten. Zudem zahlten kleine und mittlere Unternehmen häufiger als Kleinstbetriebe.

Die Nachfrage bleibt vergleichsweise stabil, doch höhere Kosten belasten die Margen in Reise, Freizeit und Gastgewerbe. Wie unterschiedlich sich Hotelbetriebsergebnisse entwickeln, zeigt ein europäischer Städtevergleich: Berlin verzeichnet ein Minus von zwölf Prozent, Mailand ein Plus von 34 Prozent.

Der Kreditschutzverband zählt in Österreich 640 Insolvenzen in Beherbergung und Gastronomie von Januar bis September 2026 – acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In 245 Fällen seien die Verfahren mangels kostendeckenden Vermögens nicht eröffnet worden.

Auch nach der Inkassoübergabe bleibt das Geld oft aus: Forderungen von Hotels, Gastronomen und Imbissen werden innerhalb eines Jahres nur halb so häufig vollständig bezahlt wie im Branchendurchschnitt. Bei vollständig beglichenen Forderungen vergehen im Median 106 Tage.

Die schleppende Digitalisierung der Verwaltung belastet die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Für drei Viertel der Unternehmen ist die digitale Rückständigkeit ein internationaler Standortnachteil, so eine aktuelle Bitkom-Umfrage.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Im Gastgewerbe zeigt sich von Januar bis Juli eine überdurchschnittlich hohe Insolvenzhäufigkeit.

Psychische Erkrankungen entwickeln sich nach einer Auswertung der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) zusehends zu einem Treiber für Fehlzeiten im Job - und das mit langen Ausfallzeiten.

Ab dem 15. Oktober ist das Trinken von Alkohol auf allen Bahnhöfen verboten. Das Anstoßen auf dem Bahnsteig etwa hat dann Konsequenzen. Aber was gilt für Gepäck - und in der Gastronomie?