Coworking wächst auf dem Land

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Die Coworking-Branche steht vor einer Konsolidierung, die Branche blickt zurück auf ein gemischtes Jahr. Anlässlich des dritten Kongresses #zukunftcoworking in Köln kommentierte Tobias Kollewe, Präsident des Bundesverbandes Coworking Spaces Deutschland (BVCS), die aktuellen Zahlen der Entwicklung der Standorte in Deutschland. Mit einem Zuwachs von 3,6 Prozent von 1.852 auf 1.918 Spaces könnte man theoretisch zufrieden sein. Im Jahr 2020 lag die Zahl der Standorte noch bei 1.268. Es zeige sich im aktuellen Jahr eine gemischte Entwicklung: Während in Ballungsräumen und Metropolen die Menge der Coworking Spaces sinkt, nehmen die Angebote im ländlichen und suburbanen Raum weiter zu.

200 Coworking-Spaces mussten schließen

Rund 200 Coworking Spaces in Deutschland mussten nach der aktuellen Erhebung des BVCS aufgeben – darunter auch große Namen wie everyworks der Deutschen Bahn und die work republic-Gruppe. Mit einem Blick in die Zukunft rechnet Tobias Kollewe damit, dass in den nächsten fünf Jahren jedes zweite Coworking-Konzept verschwinden könnte. Diese Marktbereinigung ist nach seiner Ansicht aber auch wichtig, da am Ende des Tages die Anbieter wirtschaftlich arbeiten müssen. Nur auf diese Weise könnten die Konzepte übrig bleiben, die nicht nur flexibel, sondern auch wirklich zukunftsfähig sind. „Coworking steht aktuell in Konkurrenz zu Home-Office und dem klassischen Präsenz-Office. Der Coworking-Markt hat aber eine Zukunft“, erklärt Tobias Kollewe. Coworking sei längst kein Nischenphänomen mehr, sondern ein unverzichtbarer Teil der Arbeitswelt geworden.

Nicht nur reine Flächenvermietung

Die anhaltende Rezession der deutschen Wirtschaft könnte dazu führen, dass Unternehmen selbst kostenbewusster denken müssen und deswegen hybride, wohnortnahe Büroflächen suchen. Aber ein Arbeitsplatz allein ist nach Ansicht von Tobias Kollewe in der heutigen Arbeitswelt keine Antwort mehr. Die Kunden von Coworking Spaces suchten nach einem durchdachten, inspirierenden Arbeitsumfeld, nach Services und Communities, die wirklich halten, was sie versprechen. Die Realität ist, dass viele Spaces lediglich auf Raumvermietung setzen, ohne den nötigen Mehrwert zu bieten.?

Neue Geschäftsmodelle und Franchising

Eine zusätzliche Chance sieht Tobias Kollewe auch in Quartiersentwicklungen. Durch die Verknüpfung von Coworking mit Wohn- und Freizeitangeboten könnte ein Coworking-Space zum festen Bestandteil eines urbanen Mikro-Ökosystems werden. Ein Ort, der Arbeiten, Leben und Freizeit vereint. Auch Franchising-Modelle würden Möglichkeiten bieten, die Angebote breiter zu streuen und gleichzeitig zu standardisieren. Franchising gebe die Chance Standards zu etablieren und an verschiedenen Standorten spezifisch auf lokale Bedürfnisse einzugehen.

150 Experten beim Coworking-Kongress

150 Expertinnen und Experten trafen sich in Köln zur dritten Auflage des Branchen-Kongresses #zukunftcoworking. Wesentliche Themen waren Best-Practice-Beispiele für Coworking Spaces und ein aktives Community-Management. Auch die Möglichkeiten und Probleme von Standorten im ländlichen Raum wurden intensiv behandelt.


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