Gastgewerbe mit deutlichem Minus

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Das Gastgewerbe in Mecklenburg-Vorpommern hat auch den Sommermonat August mit einem deutlichen Minus von 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat abgeschlossen. Gründe dafür seien unter anderem die im Rahmen der Corona-Pandemie erlassenen und weiter geltenden Abstandsregelungen, sagte der Hauptgeschäftsführer Dehoga Mecklenburg-Vorpommern, Matthias Dettmann, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. 

Ein weiterer Grund für das Minus seien die bis Anfang September geschlossenen Clubs und Diskotheken gewesen. Das Minus im Gastgewerbe habe auch im Juli bei 23 Prozent gelegen, von März bis Ende Juni wurde ein Rückgang von 40 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2019 verzeichnet.

Dettmann bezeichnete die Lage der Branche als dramatisch. «Knapp die Hälfte der Betriebe sehen sich durch die Corona-Krise in ihrer Existenz gefährdet», sagte er. In einer Verbandsumfrage hätten 55 Prozent angegeben, dass die bisherigen Hilfen nicht ausreichen werden, um den Betrieb gesichert durch die Krise zu bekommen.

Für die Betriebe komme mit Herbst und Winter jetzt die schwierige Zeit, betonte Dettmann. So sei auch noch nicht geklärt, wie zum Jahresende mit den Betriebsweihnachtsfeiern umgegangen werden kann. Auch bundesweit musste das Gastgewerbe im ersten Halbjahr einen Umsatzverlust von nahezu 40 Prozent verzeichnen.

Schleswig-Holstein

Seit Beginn der Corona-Krise hat auch das Gastgewerbe in Schleswig-Holstein drastische Umsatzeinbrüche erlitten. Seit März sei der Umsatz der einzelnen Betriebe im Vorjahresvergleich durchschnittlich um etwa die Hälfte zurückgegangen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Dehoga, Stefan Scholtis, am Dienstag. Noch deutlicher seien die Einbrüche im August ausgefallen. Im Schnitt hätten die Umsätze weniger als ein Drittel (32 Prozent) des Vorjahresmonats betragen.

Wie der Verband auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamts am Dienstag in Berlin mitteilte, verbuchte das Gastgewerbe bundesweit zwischen März und Juni dieses Jahres einen Umsatzverlust in Höhe von 17,6 Milliarden Euro. Fast 11 Milliarden Euro davon seien allein auf die Monate April und Mai entfallen.

«Nach zehn Wachstumsjahren verzeichnet die Branche seit Anfang März Umsatzverluste historischen Ausmaßes», sagte Dehoga-Präsident Guido Zöllick. «Unsere Betriebe waren die ersten, die unter den Folgen der Coronavirus-Ausbreitung gelitten haben und werden in all ihren Betriebsformen die letzten sein, die wieder öffnen dürfen.»

Niedersachsen

Die Corona-Krise hat auch dem niedersächsischen Gastgewerbe hart zugesetzt. Nach Berechnungen des Dehoga verzeichnete die Branche zwischen März und Juni einen Umsatzverlust von 1,7 bis 1,8 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. «Auch in Niedersachsen sind die Umsätze im ersten Halbjahr um durchschnittlich 40 Prozent zurück gegangen», sagte der Hauptgeschäftsführer von Dehoga Niedersachsen, Rainer Balke, mit Blick auf bundesweite Zahlen, die am Dienstag veröffentlicht wurden. Er verwies darauf, dass sich in Niedersachsen 67 Prozent der Betriebe als existenziell gefährdet sehen.

Baden-Württemberg

Das Geschäft des Gastgewerbes in Baden-Württemberg ist zwischen März und August einer Umfrage zufolge um mehr als die Hälfte eingebrochen. Im Schnitt seien die Umsätze von Hotels und Gaststätten im Südwesten in diesem Zeitraum um rund 53 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, teilte der Dehoga Baden-Württemberg am Dienstag auf Anfrage mit. Rund 55 Prozent der Betriebe sehen demnach ihre Existenz durch die Corona-Krise aktuell gefährdet.

Grundlage für die Berechnung sei eine Umfrage unter den Mitgliedern, hieß es. Rund 1000 der 12.000 Dehoga-Mitglieder im Südwesten hätten sich daran zwischen dem 1. und 6. September beteiligt. Die Hotels und Gaststätten erwarten der Umfrage zufolge für das Gesamtjahr einen Umsatzrückgang von 46 Prozent.

Sachsen

Im sächsischen Gaststättengewerbe hat sich die Lage in der Corona-Krise nach Angaben des Dehoga leicht entspannt. «Sie ist aber immer noch kritisch», sagte der Hauptgeschäftsführer Dehoga Sachsen, Axel Klein, am Dienstag in Dresden. Grund für die leichte Erholung seien vor allem Touristen aus dem Inland. Viele von ihnen, so aus Bayern, hätten Sachsen zum ersten Male besucht und seien vom Preis-Leistungsverhältnis sehr angetan gewesen. Anziehungspunkte seien unter anderem die Oberlausitz und die Sächsische Schweiz gewesen.

Die Lage sei aber immer noch ernst, so Klein. Neueste Zahlen will der Verband am Dienstag kommender Woche in Leipzig bekannt geben. In einer Umfrage vom August dieses Jahres hatten 50 Prozent aller Betriebe angegeben, um ihre Existenz zu fürchten.

Eine Reihe von Betrieben könne vom Konjunkturprogramm der Bundesregierung nicht profitieren, kritisierte Klein. Nur Unternehmen, die weniger als 60 Prozent des monatlichen Umsatzes im Vergleich zum Vorjahr erzielen, hätten auf Gelder aus diesem Programm Anspruch. «Viele bekommen so keinen Cent», sagte Klein.

Hilfreich für die Unternehmen sei das Aufstellen von Heizpilzen in der Außengastronomie, für das es in Sachsen kein generelles Verbot gibt, so Klein. Sie seien zwar kein Allheilmittel, aber könnten den Gastronomen helfen, über die kalte Jahreszeit zu kommen. «Jeder Euro Umsatz zählt», sagte Klein.

Berlin 

Die vom Tourismus geprägte Berliner Gastronomie hat mit massiven Umsatzeinbußen zu kämpfen. Einer Umfrage des Berliner Hotel- und Gaststättenverbands zufolge lag der Rückgang seit März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei 60 Prozent. Zudem fürchten demnach rund 82 Prozent der befragten Unternehmer der Branche in der Hauptstadt um ihre Existenz, wie der Verband am Dienstag mitteilte. In einer ähnlichen Umfrage des Bundesverbands lag dieser Wert bundesweit zuletzt bei mehr als 60 Prozent.

Rund 40 Prozent der Berliner Gastro-Betriebe gaben in der landesweiten Befragung an, den größten Teil ihres Umsatzes mit Touristen zu machen. Neben den internationalen Urlaubstouristen fehlen aber in diesem Jahr auch die Besucher großer Veranstaltungen wie Messen, Kongresse, Konzerte oder Sportveranstaltungen, die aufgrund der Krise allesamt abgesagt wurden.

Um zu verhindern, dass im Herbst die Nachfrage in den Außenbereichen der Kneipen und Restaurants wieder zurückgeht, hatte sich der Landesverband zuletzt dafür eingesetzt, sogenannte Heizpilze in den Außenbereichen zu erlauben. Die Handhabe mit den aufgrund ihrer Umweltschädlichkeit umstrittenen Heizpilzen ist in den Kommunen sehr unterschiedlich. Vielerorts sind sie verboten.

(dpa)


 

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