Gastgewerbe verzeichnet deutlich mehr Gründungen

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland ist 2025 auf rund 183.000 gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr und dem höchsten Stand seit 15 Jahren. Gleichzeitig ging die Zahl der Gründungen mit Handelsregistereintrag zurück.

Die Erhebung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim und der Creditreform zeigt damit unterschiedliche Entwicklungen innerhalb des Gründungsgeschehens. Während vor allem kleinere Unternehmen ohne Handelsregistereintrag häufiger gegründet wurden, sank die Zahl der Gründungen mit Handelsregistereintrag um 3,3 Prozent.

Zuwachs vor allem bei kleineren Unternehmensgründungen

Dr. Sandra Gottschalk, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“, verweist auf Unterschiede zwischen den Unternehmensgrößen. „Der deutliche Anstieg der Gründungszahlen ist ein positives Signal. Allerdings zeigt der genauere Blick, dass vor allem Gründungen im Kleingewerbebereich für den Zuwachs verantwortlich sind. Bei größeren, kapitalintensiveren Gründungen sehen wir dagegen weiterhin eine schwächere Entwicklung“, erklärt sie.

Gastgewerbe steigert Gründungszahlen und verzeichnet mehr Schließungen

Auch zwischen den Branchen unterscheiden sich die Ergebnisse. Das Gastgewerbe verzeichnete 2025 rund 20.000 Unternehmensgründungen. Das waren 20,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig nahm die Zahl der Unternehmensschließungen in der Branche deutlich zu.

Im produzierenden Gewerbe entwickelte sich die Zahl der Gründungen dagegen schwächer. Im forschungsintensiven verarbeitenden Gewerbe ging sie um 2,6 Prozent zurück. Im Fahrzeugbau betrug der Rückgang sogar 8,7 Prozent.
 

Start-ups verzeichnen deutlich mehr Neugründungen

Bei wachstumsorientierten Start-ups registrierten ZEW und Creditreform 2025 eine Erholung. Rund 3.100 Unternehmen dieser Art wurden neu gegründet, 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Nach einem Einbruch im Jahr 2022 hatte sich die Entwicklung bis 2024 weitgehend auf einem stagnierenden Niveau bewegt.

Mehr als 45 Prozent der neu gegründeten wachstumsorientierten Start-ups entfielen auf technologieorientierte Dienstleistungen. Das waren rund 1.400 Unternehmen. In diesem Bereich stieg die Zahl der Gründungen gegenüber 2024 um 27 Prozent.

Die Erhebung definiert wachstumsorientierte Start-ups anhand mehrerer Kriterien: Sie müssen als Kapitalgesellschaft gegründet werden, mehrere Gründer müssen beteiligt sein und das Unternehmen muss Forschung und Entwicklung betreiben.

Die Ergebnisse von ZEW und Creditreform zeigen somit unterschiedliche Entwicklungen nach Unternehmensgröße, Branche und Art der Gründung. Der Anstieg der Gesamtzahl geht vor allem auf kleinere Unternehmen zurück, während sich bei größeren Gründungen und Teilen des produzierenden Gewerbes eine schwächere Entwicklung zeigt.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Apfel ist das Lieblingsobst der Menschen in Deutschland - frisch, als Mus oder Saft. Doch die Liebe kühlt ab. Der Pro-Kopf-Verbrauch sank in den eineinhalb Jahrzehnten seit 2010 von rund 27 Kilogramm auf zuletzt rund 21 Kilogramm.

Angestellt im neuen Job, aber es gibt keinen schriftlichen Arbeitsvertrag oder er lässt auf sich warten? Muss ich trotzdem am vereinbarten ersten Arbeitstag erscheinen? Das gilt.

NGG und Dehoga Brandenburg haben höhere Tarifentgelte in drei Schritten vereinbart. Für Fachkräfte der Bewertungsgruppe fünf steigt die monatliche Vergütung bis 2028 auf 3.007 Euro brutto. Auch die Ausbildungsvergütungen werden angehoben.

Alkohol gehört für viele zum Feiern dazu – zugleich haben zahlreiche Menschen schlechte Erfahrungen mit Betrunkenen gemacht. Was eine Umfrage über den Umgang mit Trinken und Verzicht zeigt.

Nach vielen Jahren im selben Beruf kennen Beschäftigte ihre Aufgaben und alles, was dazu gehört, ganz genau. Eine Weiterbildung kann in jedem Fall helfen. Wichtig ist aber immer, dass sie auch wirklich zu den bisherigen Erfahrungen und den eigenen beruflichen Zielen passt.

Im mittelständischen Gastgewerbe gingen die Umsätze im September nach Angaben von Datev um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Zugleich stiegen die Löhne um 6,5 Prozent – stärker als in allen anderen betrachteten Branchen.

Ab dem 1. Januar 2027 dürfen Minijobber mehr verdienen, ohne die Verdienstgrenze für einen Minijob zu überschreiten. Statt bisher 603 Euro sind dann bis zu 633 Euro im Monat möglich. Was Beschäftigte jetzt wissen sollten.

Das Gastgewerbe hat im August 2026 real 4,2 Prozent weniger umgesetzt als ein Jahr zuvor. Während die Gastronomie auch gegenüber Juli Umsatzeinbußen verzeichnete, legten Hotels und sonstige Beherbergungsunternehmen beim Umsatz im Monatsvergleich zu.

Obwohl fast die Hälfte aller Erwerbstätigen in Deutschland Frauen sind, besetzen Frauen nur weniger als ein Drittel der Führungspositionen. Wie sieht es in anderen EU-Ländern aus?

Rheinland-Pfalz senkt das Mindestinvestitionsvolumen für die Tourismusförderung auf 50.000 Euro. Beherbergungs-, Camping- und Gastronomiebetriebe können unter den genannten Voraussetzungen Zuschüsse erhalten, die bei bestimmten Investitionen bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten betragen.