Gen Z trifft Oldschool: „Warum gute Führung Unterschiede nicht glattbügeln sollte“

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Carmen Dücker, Geschäftsführerin von BWH Hotels Central Europe, spricht sich dafür aus, unterschiedliche Arbeitsweisen und Erwartungen innerhalb von Teams gezielt zu berücksichtigen. Führungskräfte sollten die Stärken verschiedener Generationen miteinander verbinden, statt Unterschiede möglichst weitgehend aufzulösen.

„Ganz wichtig ist es, in der Vielfalt eine Bereicherung zu sehen und daraus ein Asset zu machen – also besser gezielt das vielseitige Miteinander fördern als zu sehr zu harmonisieren.“

Dabei gehe es aus ihrer Sicht nicht darum, einzelnen Generationen bestimmte Eigenschaften zuzuschreiben. Führungskräfte sollten vielmehr unterschiedliche Stärken, Erfahrungen und Erwartungen wahrnehmen und dafür Raum schaffen.

Dücker beschreibt unterschiedliche Erwartungen an den Umgang im Team

Wie unterschiedlich Verhaltensweisen verstanden werden können, erläutert Dücker am Beispiel der Ansprache: „Duzen 20-Jährige die 60-Jährigen, ist das für die Jüngeren ein Zeichen von Nähe und Sympathie. Von älteren Mitarbeitenden kann das jedoch als fehlender Respekt verstanden werden“, so Dücker.

Auch unterschiedliche Herangehensweisen und Geschwindigkeiten könnten im Arbeitsalltag Missverständnisse auslösen. Zugleich treffe langjährige Erfahrung auf neue Perspektiven, andere Arbeitsweisen und einen selbstverständlichen Umgang mit neuen Technologien.

Die Geschäftsführerin empfiehlt gegenseitige Flexibilität und Austausch zwischen Generationen

Flexibilität sei aus Dückers Sicht von beiden Seiten gefragt. Jüngere Beschäftigte könnten von Erfahrung und gewachsenen Strukturen profitieren. Langjährige Mitarbeiter wiederum könnten neue Arbeitsweisen und Perspektiven kennenlernen.

Voraussetzung sei ein Umfeld, das Austausch ermögliche. Dabei dürfe nicht selbstverständlich erwartet werden, dass sich eine Seite der anderen anpasse.

Gerade jüngere Beschäftigte wollten häufiger nachvollziehen können, warum bestimmte Entscheidungen getroffen würden. Klare Ziele und Entscheidungen blieben nach Dückers Einschätzung wichtig. Gleichzeitig komme dem Austausch, dem Zuhören und einer nachvollziehbaren Kommunikation mehr Bedeutung zu.

Führungskräfte sollen gemeinsame Ziele schaffen und unterschiedliche Arbeitsweisen zulassen

Eine Aufgabe von Führung bestehe darin, verschiedene Fähigkeiten im Team zu erkennen und miteinander zu verbinden. Nicht jeder müsse gleich arbeiten oder gleich kommunizieren. Entscheidend sei, ein gemeinsames Ziel zu schaffen und unterschiedliche Wege dorthin zuzulassen.

In der Hotellerie träfen unterschiedliche Generationen und Persönlichkeiten sowohl in den Hotels als auch in den Unternehmen und Organisationen dahinter aufeinander. „Wer Stärken stärkt, eine breite Wissensbasis schätzt und bereit ist zuzuhören und voneinander zu lernen, kann von der Vielfalt der Generationen in einem Team profitieren“, fasst Dücker zusammen.

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Dükers Text im Original
Gen Z trifft Oldschool: Warum gute Führung Unterschiede nicht glattbügeln sollte

Eschborn, Oktober 2026. Unterschiedliche Generationen in einem Team bedeuten unterschiedliche Erfahrungen, Erwartungen und Arbeitsweisen. Für Führungskräfte ist das Alltag – und nicht immer konfliktfrei. Während die einen auf gewachsene Strukturen und langjährige Erfahrung setzen, hinterfragen andere Abläufe, Kommunikation oder Hierarchien ganz selbstverständlich. Für Carmen Dücker, Geschäftsführerin BWH Hotels Central Europe, liegt genau darin eine Chance: „Ganz wichtig ist es, in der Vielfalt eine Bereicherung zu sehen und daraus ein Asset zu machen – also besser gezielt das vielseitige Miteinander fördern als zu sehr zu harmonisieren.“

Unterschiede erkennen statt vereinheitlichen
Dabei geht es aus Sicht Dückers nicht darum, jeder Generation bestimmte Eigenschaften zuzuschreiben. Vielmehr gilt es für Führungskräfte, unterschiedliche Stärken, Erfahrungen und Erwartungen wahrzunehmen und Raum dafür zu schaffen. Schon bei vermeintlichen Kleinigkeiten können verschiedene Sichtweisen aufeinandertreffen. „Duzen 20-Jährige die 60-Jährigen, ist das für die Jüngeren ein Zeichen von Nähe und Sympathie. Von älteren Mitarbeitenden kann das jedoch als fehlender Respekt verstanden werden“, so Dücker. Auch unterschiedliche Herangehensweisen oder Geschwindigkeiten können im Arbeitsalltag für Missverständnisse sorgen. Gleichzeitig liegt genau darin Potenzial: Langjährige Erfahrung und gewachsenes Wissen treffen auf neue Perspektiven, andere Arbeitsweisen und einen selbstverständlichen Umgang mit neuen Technologien. „Diversität bringt immer ein breiteres Wissen und unterschiedliche Perspektiven mit sich und bereichert so den Arbeitsraum für alle“, erklärt Dücker.

Flexibilität funktioniert in beide Richtungen
Entscheidend ist für die Geschäftsführerin deshalb, Flexibilität nicht nur von einer Generation einzufordern. Jüngere Mitarbeitende können von Erfahrung und gewachsenen Strukturen profitieren, während langjährige Beschäftigte neue Arbeitsweisen und Perspektiven kennenlernen. Voraussetzung dafür ist ein Umfeld, in dem Austausch möglich ist und nicht selbstverständlich davon ausgegangen wird, dass sich eine Seite der anderen anpassen muss. Eine besondere Rolle spielt dabei die Art der Führung. Gerade jüngere Mitarbeitende hinterfragen Top-down-Entscheidungen häufiger und möchten nachvollziehen können, warum bestimmte Entscheidungen getroffen werden. Für Dücker bedeutet das nicht, dass Führung an Bedeutung verliert. Klare Ziele und Entscheidungen bleiben wichtig – gleichzeitig gewinnen Austausch, Zuhören und eine nachvollziehbare Kommunikation an Bedeutung.

Stärken stärken statt Unterschiede auflösen
Aus ihrer Erfahrung liegt eine wichtige Aufgabe von Führung darin, die verschiedenen Fähigkeiten innerhalb eines Teams zu erkennen und sinnvoll miteinander zu verbinden. Nicht jeder muss gleich arbeiten oder gleich kommunizieren. Entscheidend ist vielmehr, ein gemeinsames Ziel zu schaffen und unterschiedliche Wege dorthin zuzulassen. Die Hotellerie zeigt besonders deutlich, wie verschiedene Generationen und Persönlichkeiten aufeinandertreffen – in den Hotels ebenso wie in den Unternehmen und Organisationen dahinter. „Wer Stärken stärkt, eine breite Wissensbasis schätzt und bereit ist zuzuhören und voneinander zu lernen, kann von der Vielfalt der Generationen in einem Team profitieren“, fasst Dücker zusammen.


 

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