Hotels und Gastronomen warten beim Inkasso am längsten auf ihr Geld

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Offene Forderungen von Hotels, Gastronomiebetrieben und Imbissen werden nach der Übergabe an ein Inkassounternehmen vergleichsweise selten vollständig beglichen. Bei vollständig bezahlten Forderungen weist der erste Forderungsmonitor von Germania Inkasso für diese Branchengruppe einen Median von 106 Tagen aus – die längste Dauer unter allen ausgewiesenen Branchen.

Für den Bericht hat das Unternehmen rund 26.000 Forderungsakten ausgewertet, die zwischen dem 1. März 2025 und dem 31. August 2026 an Germania Inkasso übergeben wurden. Die Branchenzuordnung richtet sich nach dem Gläubiger, also dem Unternehmen, dem Geld geschuldet wird. Die Zeitangaben zählen nach der Methodik Kalendertage zwischen der Inkassoübergabe und dem Abschluss der Akte.

Hotels und Gastronomen erhalten ihr Geld nach 106 Tagen

Für die zusammengefasste Kategorie „Hotel / Gastronomie / Imbiss“ beziffert Germania den Branchenindex auf 50. Der Index setzt den Anteil der innerhalb eines Jahres vollständig bezahlten Forderungen einer Gläubigerbranche ins Verhältnis zum entsprechenden Anteil über alle Branchen. Der Durchschnitt entspricht 100.

Forderungen von Hotels, Gastronomiebetrieben und Imbissen würden demnach innerhalb eines Jahres nach Übergabe nur halb so häufig vollständig bezahlt wie im Durchschnitt. Noch niedrigere Indexwerte verzeichnet der Bericht bei Immobilienunternehmen mit 30 und Verwaltungen mit 25. Computer- und Softwareunternehmen erreichen dagegen 174, Elektro- und Elektronikunternehmen 166.

Bei der Dauer bis zur vollständigen Zahlung folgen auf das Gastgewerbe Holzunternehmen und Schreinereien mit einem Median von 95 Tagen. Für Möbelhändler nennt Germania 34 Tage, für die Kategorien Handel und Dienstleistung jeweils 45 Tage. Der Branchenvergleich umfasst ausschließlich Kategorien mit mindestens 100 Forderungen.

Germania verzeichnet weniger vollständige Zahlungen innerhalb von 100 Tagen

Über alle Branchen hinweg seien 72,5 Prozent aller vollständigen Zahlungen innerhalb der ersten 100 Tage nach Übergabe eingegangen. Nach 60 Tagen liege dieser Anteil bei 55 Prozent, nach 180 Tagen bei 86,4 Prozent.

Diese Auswertung berücksichtigt ausschließlich vollständig bezahlte und abgeschlossene Forderungen. Sie beschreibt, wann diese Zahlungen eingehen, und trifft ausdrücklich keine Aussage darüber, welcher Anteil sämtlicher Forderungen bezahlt wird. Als vollständig bezahlt gilt eine Forderung, wenn die Hauptforderung zu 100 Prozent beglichen wurde.

Der gesonderte Germania Zahlungsindex erfasst hingegen den Anteil der Forderungen eines Übergabequartals, die innerhalb von 100 Tagen vollständig bezahlt werden. Er sei vom Höchstwert 112 im dritten Quartal 2025 auf 89 im zweiten Quartal 2026 gesunken. Als Bezugszeitraum mit dem Wert 100 dienen die Übergaben von März bis August 2025.

Für das zweite Quartal 2026 berücksichtigt Germania ausschließlich April und Mai. Dadurch hätten sämtliche einbezogenen Fälle bis zum Auswertungsstichtag am 31. August 2026 mindestens 100 Tage beobachtet werden können. Das Unternehmen weist darauf hin, dass sich die Zusammensetzung der Forderungen zwischen den Quartalen ändern könne, etwa nach Betrag und Branche.

Germania weist bei älteren Forderungen geringere finanzielle Rückflüsse aus

Den höchsten realisierten Anteil am Forderungswert erreiche die Gruppe, deren letzte Rechnung 91 bis 180 Tage vor der Übergabe gestellt worden sei. Diesen Vergleichswert setzt Germania gleich 100. Bei Forderungen, die zum Übergabezeitpunkt mehr als zwei Jahre alt seien, liege der relative Wert bei 14.

Die Medianwerte nach Branche beruhen auf allen Übergaben des Untersuchungszeitraums. Germania erläutert, dass die kürzere Beobachtungszeit jüngerer Fälle diese Werte etwas niedriger ausfallen lasse. Gegenstand des Berichts sind ausschließlich an das Unternehmen übergebene Inkassoforderungen.

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