Ifo-Index stagniert im Januar

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Dämpfer für die deutsche Wirtschaft zu Jahresbeginn: Die Stimmung in den Unternehmen hat im Januar überraschend stagniert. Das Ifo-Geschäftsklima verharrte bei 87,6 Punkten, wie das Münchner Forschungsinstitut mitteilte. Volkswirte hatten hingegen im Schnitt mit einem Anstieg auf 88,2 Punkte gerechnet. «Die deutsche Wirtschaft startet ohne Schwung ins neue Jahr», kommentierte Ifo-Chef Clemens Fuest. 

Während die Urteile zur aktuellen Lage geringfügig nach oben korrigiert wurden, trübten sich die Erwartungen leicht ein. Das Ifo-Institut befragt monatlich 9.000 Unternehmen. Der Index gilt als wichtigstes Konjunkturbarometer in Deutschland.

Unsicherheit durch Trumps Zölle

Andreas Scheuerle, Leiter Industrieländer bei der DekaBank, sieht negative Folgen der jüngsten Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump im Grönland-Konflikt. Zwar sei mit der Rücknahme der Zolldrohung eine Bruchlandung der Unternehmensstimmung ausgeblieben, «doch sie scheint Spuren hinterlassen zu haben», schrieb Scheuerle. Spätestens jetzt werde klar, dass die USA Zölle nicht mehr nur für ökonomische, sondern zunehmend auch für geopolitische Ziele einsetzen. «Unsicherheit ist die Folge.»

Nach zwei Rückgängen in Folge sei eine Erholung des Ifo-Geschäftsklimas erwartet worden, schrieb Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. «Dass diese ausblieb, ist eine Enttäuschung.» Der Trend beim Ifo-Geschäftsklima weise nicht mehr nach oben. Das dürfte vor allem daran liegen, dass viele Unternehmen über das Ausbleiben breit basierter Reformen enttäuscht sind. «Die Wirtschaft dürfte sich in diesem Jahr nur zögerlich erholen.»

Mehr Zuversicht in Industrie und Handel

Innerhalb der Branchen blieb das Bild gemischt. Zwar verbesserte sich die Stimmung in der Industrie. «Die Unternehmen waren zufriedener mit den laufenden Geschäften», schrieb das Ifo. «Auch die Erwartungen fielen deutlich weniger skeptisch aus.» Allerdings gab die Kapazitätsauslastung auf 77,5 Prozent nach und lag damit weiter unter dem langfristigen Mittelwert.

Am Bau hellte sich die Stimmung der Unternehmen auf. Den Trend sieht das Ifo auch im Handel: «Die Unternehmen zeigten sich merklich zufriedener mit der Geschäftslage.» Hingegen trübte sich im Dienstleistungssektor und im Tourismus das Geschäftsklima ein.

Jens-Oliver Niklasch, Ökonom bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), sprach von einer «Nullnummer zum Jahresauftakt.» Das sei schon etwas enttäuschend, da sich die meisten anderen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft zuletzt verbessert hatten.

Nach Einschätzung der Bundesbank wird die Konjunktur nur langsam Fahrt aufnehmen. Sie rechnet im ersten Quartal mit einem verhaltenen Wachstum. Ökonomen erwarten für 2026 rund ein Prozent Wachstum, vor allem wegen der staatlichen Milliardenausgaben für Infrastruktur und Rüstung. Jedoch belasten die hohen US-Zölle und starke Konkurrenz aus China die Industrie.

2025 war die deutsche Wirtschaft knapp am dritten Jahr in Folge ohne Wachstum vorbeigeschrammt. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 0,2 Prozent.


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