Immer weniger Menschen in Deutschland trinken Alkohol

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

In Deutschland trinken immer weniger Menschen Alkohol. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov haben im vergangenen Jahr 68 Prozent alkoholische Getränke konsumiert. 2015 waren es noch 78 Prozent gewesen. 

Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig. 38 Prozent der Befragten, die ihren Konsum in den vergangenen fünf Jahren reduziert oder ganz eingestellt haben, nennen als Hauptgrund, dass Alkohol grundsätzlich ungesund ist. 26 Prozent sagen, auch ohne Alkohol Spaß haben zu können. 25 Prozent verzichten aus konkreten gesundheitlichen Gründen wie Krankheit und 21 Prozent möchten häufiger nüchtern sein.

«Alkohol verliert zunehmend an Alltäglichkeit, und gesundheitliche Aspekte fließen stärker in Kaufentscheidungen ein», sagt YouGov-Marktforscherin Anouk Buskens. Alkohol werde häufiger bewusst weggelassen. YouGov hat im September gut 2.000 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland repräsentativ zu ihren Konsumgewohnheiten befragt. 


 

Babyboomer verzichten seltener aus Gesundheitsgründen

Die rückläufige Entwicklung zeigt sich in allen Altersgruppen. Am niedrigsten ist der Anteil bei Jüngeren. In der Generation Z, die die Jahrgänge 1997 bis 2007 umfasst, geben lediglich 61 Prozent an, Alkohol zu trinken. Jeder Vierte dieser Gruppe gibt an, den Konsum in den vergangenen fünf Jahren reduziert oder eingestellt zu haben. Jede zweite Person davon begründet dies damit, dass Alkohol ungesund ist. 

Unter Millennials (1981-1996) und Generation X (1965-1980) liegt der Anteil der Alkoholtrinker jeweils bei 71 Prozent, bei Babyboomern (bis 1964) sind es 65 Prozent. Diese Altersgruppe verzichtet am seltensten aus gesundheitlichen Gründen. Nur 30 Prozent nennen dies als Motivation dafür, dass sie weniger oder gar nichts mehr trinken.

«Dry January»: Trend für Alkoholverzicht nimmt zu

Seit einigen Jahren verzichten viele Verbraucher im Januar - dem sogenannten «Dry January» - zeitweise bewusst auf Alkohol oder reduzieren ihren Konsum. Die Zahl der monatlichen Käufer von Bier, Wein, Spirituosen oder anderen alkoholhaltigen Getränken sank laut YouGov zwischen Januar 2022 und Januar 2025 von 57,7 auf 51,2 Millionen.

Alkoholische Getränke sind in Deutschland im europäischen Vergleich sehr günstig. Die Preise für Wein, Spirituosen oder Bier liegen laut Statistischem Bundesamt hierzulande 14 Prozent unter dem Durchschnittswert der Europäischen Union. Nur in Italien ist Alkohol noch günstiger.

Nach älteren Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO ist der Alkoholkonsum hierzulande vergleichsweise hoch. 2022 trank jede Person ab 15 Jahren durchschnittlich 11,2 Liter reinen Alkohol. Europaweit liegt Deutschland damit gemeinsam mit Frankreich und Portugal auf Platz neun. Zehn Jahre zuvor lag der Pro-Kopf-Verbrauch rund einen Liter höher.

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Gastgewerbe gehört weiterhin zu den Branchen mit einer überdurchschnittlich hohen Insolvenzquote in Deutschland. Laut Destatis lag die Zahl der Insolvenzen im Februar 2026 deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt.

Die Finanzierung von Urlaubsreisen stellt für einen Teil der Bevölkerung eine Herausforderung dar. Wie aus einer aktuellen Erhebung hervorgeht, schränken finanzielle Engpässe die Reiseplanungen für zahlreiche Bürger ein, obwohl das grundsätzliche Interesse weiterhin besteht.

Eine Umfrage zeigt, dass viele Urlauber nicht auf die Kosten medizinischer Notfälle im Ausland vorbereitet sind. Viele Reisende müssen Arztrechnungen vor Ort per Vorkasse begleichen, verfügen jedoch über keine ausreichenden Rücklagen.

Sogenannte Mikroaggressionen wirken oft harmlos, können aber das Selbstvertrauen und die Energie von Betroffenen nachhaltig beeinträchtigen. Was hilft, um sich im Arbeitsalltag davon abzugrenzen?

Destatis meldet für März 2026 sinkende reale Umsätze im Gastgewerbe. Der DATEV Mittelstandsindex weist dagegen für April nominale Zuwächse aus, insbesondere im Gastgewerbe.

Mobile Zahlungen mit Smartphone oder Smartwatch werden in Deutschland häufiger genutzt. Das zeigt eine aktuelle Studie des EHI Retail Institute zu Bezahlverfahren im Handel und im Online-Geschäft.

Die Produktion von Fleischersatzprodukten in Deutschland ist 2025 erstmals seit Jahren leicht zurückgegangen. Gleichzeitig stieg nach Angaben von Destatis sowohl die Fleischproduktion als auch der rechnerische Fleischverbrauch pro Kopf.

Nichts mehr zu tun, aber noch Arbeitszeit übrig? Einfach so nach Hause kann man dann meist nicht – der Arbeitgeber hat nämlich noch ein paar Optionen.

Der weltweite Weinkonsum ist im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand seit 1957 gesunken. Wie die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Daten der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) berichtet, lag der Konsum bei 208 Millionen Hektolitern. Das entspricht einem Rückgang von 2,7 Prozent gegenüber 2024 und von 14 Prozent gegenüber 2018.

Nachdem viele Beschäftigte in der Corona-Pandemie dem Thüringer Gastgewerbe den Rücken gekehrt haben, hat die Branche die Lücken verstärkt mit ausländischen Mitarbeitern gefüllt. Ihre Zahl ist um 63 Prozent gestiegen.