Insolvenzen steigen – Gastgewerbe besonders häufig betroffen

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 gestiegen. Besonders häufig waren Insolvenzen gemessen an der Zahl der Unternehmen im Gastgewerbe. Dort registrierten die Amtsgerichte 59,6 Unternehmensinsolvenzen je 10.000 Unternehmen.

Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor, die am 11. September 2026 veröffentlicht wurden. Insgesamt registrierten die deutschen Amtsgerichte von Januar bis Juni 12.812 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 6,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Gastgewerbe folgt bei Insolvenzhäufigkeit auf Verkehr und Lagerei

Über alle Wirtschaftsabschnitte hinweg wurden im ersten Halbjahr 36,2 Unternehmensinsolvenzen je 10.000 Unternehmen registriert. Die höchste Insolvenzhäufigkeit verzeichnete der Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 71,6 Fällen je 10.000 Unternehmen.

Danach folgte das Gastgewerbe mit 59,6 Fällen. Das Baugewerbe kam auf 53,4 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.

Eine höhere absolute Zahl an Unternehmensinsolvenzen als im ersten Halbjahr 2026 hatte es zuletzt im ersten Halbjahr 2013 gegeben. Damals waren 13.253 Fälle registriert worden.

Gläubigerforderungen sinken trotz steigender Zahl der Unternehmensinsolvenzen

Während die Zahl der Unternehmensinsolvenzen zunahm, sank die Höhe der gemeldeten Forderungen. Die Amtsgerichte bezifferten die Forderungen der Gläubiger aus den im ersten Halbjahr 2026 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen auf rund 18,5 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2025 hatten sie bei rund 28,2 Milliarden Euro gelegen.

Destatis führt den Rückgang der Forderungen trotz steigender Zahl der Unternehmensinsolvenzen darauf zurück, dass im ersten Halbjahr 2025 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hätten als im ersten Halbjahr 2026.

Unternehmensinsolvenzen steigen im Juni um 15,8 Prozent gegenüber Vorjahr

Allein im Juni 2026 registrierten die deutschen Amtsgerichte 2.266 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 15,8 Prozent mehr als im Juni 2025.

Destatis weist darauf hin, dass die Anträge erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik einfließen. Der tatsächliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liege in vielen Fällen annähernd drei Monate davor.

Auch bei den Verbraucherinsolvenzen meldete Destatis steigende Zahlen. Im Juni 2026 wurden 6.839 Verbraucherinsolvenzen registriert, 5,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Für das gesamte erste Halbjahr wurden 38.932 Verbraucherinsolvenzen gemeldet. Das entsprach einem Anstieg um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Nach vielen Jahren im selben Beruf kennen Beschäftigte ihre Aufgaben und alles, was dazu gehört, ganz genau. Eine Weiterbildung kann in jedem Fall helfen. Wichtig ist aber immer, dass sie auch wirklich zu den bisherigen Erfahrungen und den eigenen beruflichen Zielen passt.

Im mittelständischen Gastgewerbe gingen die Umsätze im September nach Angaben von Datev um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Zugleich stiegen die Löhne um 6,5 Prozent – stärker als in allen anderen betrachteten Branchen.

Ab dem 1. Januar 2027 dürfen Minijobber mehr verdienen, ohne die Verdienstgrenze für einen Minijob zu überschreiten. Statt bisher 603 Euro sind dann bis zu 633 Euro im Monat möglich. Was Beschäftigte jetzt wissen sollten.

Das Gastgewerbe hat im August 2026 real 4,2 Prozent weniger umgesetzt als ein Jahr zuvor. Während die Gastronomie auch gegenüber Juli Umsatzeinbußen verzeichnete, legten Hotels und sonstige Beherbergungsunternehmen beim Umsatz im Monatsvergleich zu.

Obwohl fast die Hälfte aller Erwerbstätigen in Deutschland Frauen sind, besetzen Frauen nur weniger als ein Drittel der Führungspositionen. Wie sieht es in anderen EU-Ländern aus?

Rheinland-Pfalz senkt das Mindestinvestitionsvolumen für die Tourismusförderung auf 50.000 Euro. Beherbergungs-, Camping- und Gastronomiebetriebe können unter den genannten Voraussetzungen Zuschüsse erhalten, die bei bestimmten Investitionen bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten betragen.

BWH-Geschäftsführerin Carmen Dücker spricht sich dafür aus, unterschiedliche Stärken und Arbeitsweisen der Generationen im Team zu berücksichtigen. Flexibilität und Austausch dürften dabei nicht nur von einer Seite erwartet werden.

Eine aktuelle DATEV-Analyse zeigt, dass vor allem langjährig Beschäftigte und qualifizierte Fachkräfte von der Inflationsausgleichsprämie profitierten. Zudem zahlten kleine und mittlere Unternehmen häufiger als Kleinstbetriebe.

Die Nachfrage bleibt vergleichsweise stabil, doch höhere Kosten belasten die Margen in Reise, Freizeit und Gastgewerbe. Wie unterschiedlich sich Hotelbetriebsergebnisse entwickeln, zeigt ein europäischer Städtevergleich: Berlin verzeichnet ein Minus von zwölf Prozent, Mailand ein Plus von 34 Prozent.

Der Kreditschutzverband zählt in Österreich 640 Insolvenzen in Beherbergung und Gastronomie von Januar bis September 2026 – acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In 245 Fällen seien die Verfahren mangels kostendeckenden Vermögens nicht eröffnet worden.