Löschen statt lösen - HolidayCheck analysiert Online-Rezensionen

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Fast jeder Dritte hat in den vergangenen zwei Jahren erlebt, dass eine selbst verfasste Onlin-Rezension spurlos verschwunden ist. Dies geht aus einer repräsentativen Studie hervor, die das Urlaubsportal HolidayCheck veröffentlicht hat. An der Umfrage nahmen 1.200 Personen im Alter von 16 bis 69 Jahren teil. Davon hatten 730 Befragte im genannten Zeitraum mindestens eine Bewertung für ein Produkt oder eine Dienstleistung abgegeben.

Betroffene verzichten künftig auf öffentliche Meinungsäußerungen

Besonders häufig treffe es kritische Rezensionen, wie die Auswertung aufzeigte. Nach Angaben des Unternehmens waren 45 Prozent der gelöschten Beiträge negativ oder überwiegend negativ formuliert. Weitere 31 Prozent bewerteten die jeweilige Leistung durchschnittlich, während lediglich 16 Prozent der gelöschten Bewertungen positiv ausfielen. In Deutschland beschäftige die Beteiligten vor allem die Praxis, dass Unternehmen die Echtheit einer Rezension infrage stellen, indem sie bestreiten, dass die bewertende Person tatsächlich Kunde oder Gast war. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung habe bereits von dieser Methode gehört, unter den aktiven Bewertern liege der Wert bei 58 Prozent.

Die negativen Erfahrungen hinterlassen spürbare Spuren bei den Verbrauchern. So gaben 31 Prozent der Betroffenen an, sich über das Löschen geärgert zu haben, während 27 Prozent sich ihrer Meinungsfreiheit beraubt fühlten. Jeweils 26 Prozent vertrauen dem jeweiligen Anbieter oder der Plattform nach einem solchen Vorfall weniger als zuvor. Die Untersuchung warnt vor einem schleichenden Effekt im Konsumentenalltag, da 40 Prozent der Befragten angeben, bei einem drohenden Löschantrag künftig ganz auf Rezensionen verzichten zu wollen. Weitere 13 Prozent würden kritische Einschätzungen vorsorglich positiver formulieren, und 5 Prozent würden keinerlei Kritik mehr online stellen.

Der Großteil der betroffenen Nutzer wehrt sich gegen die Maßnahmen jedoch nicht. So legten 65 Prozent der Befragten keinen Einspruch gegen die Löschung ein, wobei 46 Prozent das offizielle Verfahren als zu aufwendig empfinden. HolidayCheck betont vor diesem Hintergrund, dass authentische Kritik zum Kern eines glaubwürdigen Portals gehöre und verweist auf eigene juristische Schritte in der Vergangenheit. Das Unternehmen erinnert in diesem Zusammenhang an ein Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg, wonach die bloße Behauptung eines Hoteliers über angebliche Unwahrheiten nicht für eine Löschung ausreicht.

Die Untersuchung erfasste neben Hotels auch Rezensionen für Restaurants, Online Shops, Lieferdienste, Ärzte, Reiseanbieter und Arbeitgeber. Um den Austausch langfristig zu sichern, rät das Portal betroffenen Verbrauchern dazu, Nachweise wie Buchungsbestätigungen oder Rechnungen aufzubewahren und Sachverhalte sachlich zu formulieren. Gleichzeitig müsse die Plattformenverantwortung darin bestehen, die Rechte von Unternehmen und Nutzern gleichermaßen zu wahren und Verfahren transparent zu gestalten.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

BWH-Geschäftsführerin Carmen Dücker spricht sich dafür aus, unterschiedliche Stärken und Arbeitsweisen der Generationen im Team zu berücksichtigen. Flexibilität und Austausch dürften dabei nicht nur von einer Seite erwartet werden.

Eine aktuelle DATEV-Analyse zeigt, dass vor allem langjährig Beschäftigte und qualifizierte Fachkräfte von der Inflationsausgleichsprämie profitierten. Zudem zahlten kleine und mittlere Unternehmen häufiger als Kleinstbetriebe.

Die Nachfrage bleibt vergleichsweise stabil, doch höhere Kosten belasten die Margen in Reise, Freizeit und Gastgewerbe. Wie unterschiedlich sich Hotelbetriebsergebnisse entwickeln, zeigt ein europäischer Städtevergleich: Berlin verzeichnet ein Minus von zwölf Prozent, Mailand ein Plus von 34 Prozent.

Der Kreditschutzverband zählt in Österreich 640 Insolvenzen in Beherbergung und Gastronomie von Januar bis September 2026 – acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In 245 Fällen seien die Verfahren mangels kostendeckenden Vermögens nicht eröffnet worden.

Auch nach der Inkassoübergabe bleibt das Geld oft aus: Forderungen von Hotels, Gastronomen und Imbissen werden innerhalb eines Jahres nur halb so häufig vollständig bezahlt wie im Branchendurchschnitt. Bei vollständig beglichenen Forderungen vergehen im Median 106 Tage.

Die schleppende Digitalisierung der Verwaltung belastet die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Für drei Viertel der Unternehmen ist die digitale Rückständigkeit ein internationaler Standortnachteil, so eine aktuelle Bitkom-Umfrage.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Im Gastgewerbe zeigt sich von Januar bis Juli eine überdurchschnittlich hohe Insolvenzhäufigkeit.

Psychische Erkrankungen entwickeln sich nach einer Auswertung der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) zusehends zu einem Treiber für Fehlzeiten im Job - und das mit langen Ausfallzeiten.

Ab dem 15. Oktober ist das Trinken von Alkohol auf allen Bahnhöfen verboten. Das Anstoßen auf dem Bahnsteig etwa hat dann Konsequenzen. Aber was gilt für Gepäck - und in der Gastronomie?

Die vom Dehoga befragten Gastgewerbebetriebe in Mecklenburg-Vorpommern melden für Januar bis September 2026 sinkende Umsätze. 84,7 Prozent beobachten geringere Gästeausgaben, fast die Hälfte beurteilt die wirtschaftlichen Aussichten für das vierte Quartal als eher schlecht oder sehr schlecht.