Mehr als jedes zweite Unternehmen hat Homeoffice seit Corona zurückgefahren

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Für viele Beschäftigte gehört das Arbeiten von zu Hause inzwischen zum Berufsalltag – allerdings längst nicht in jedem Job. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (54 Prozent) ermöglicht ihren Beschäftigten mobiles Arbeiten und Homeoffice. 77 Prozent der Unternehmen geben an, Menschen zu beschäftigen, deren Tätigkeiten sich grundsätzlich aus dem Homeoffice oder mobil erledigen lassen. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 600 Unternehmen in Deutschland. „Die Unternehmen haben v.a. seit Corona viel Erfahrung mit mobilem Arbeiten gesammelt und funktionierende Arbeitsmodelle dafür entwickelt“, kommentiert Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Homeoffice ist nicht gleich Homeoffice

Wie häufig mobil oder im Homeoffice gearbeitet werden darf, hängt stark von der Unternehmensgröße ab. Größere Unternehmen setzen häufiger auf flexible Regelungen ohne eine feste Zahl an Homeoffice-Tagen: Bei Unternehmen mit 20 bis 99 Beschäftigten sind es 28 Prozent, bei 100 bis 499 Beschäftigten 34 Prozent und bei Unternehmen ab 500 Beschäftigten 41 Prozent, die ihre Beschäftigten flexibel entscheiden lassen, an wie vielen Tagen sie mobil arbeiten möchten. Insgesamt ermöglichen 29 Prozent der Unternehmen, die mobiles Arbeiten anbieten, dieses maximal flexible Modell. 17 Prozent erlauben mehrere Homeoffice-Tage pro Woche, 20 Prozent einen Tag pro Woche. Bei 3 Prozent ist Homeoffice seltener als einmal pro Woche möglich.

Die Unternehmen sehen im mobilen Arbeiten spürbare Vorteile: 7 von 10 (71 Prozent) sagen, dass Beschäftigte dadurch Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren können. Mehr als 6 von 10 (63 Prozent) meinen, ohne Homeoffice sei es schwieriger, gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. 4 von 10 Unternehmen (39 Prozent) sind der Auffassung, im Homeoffice werde in der Regel produktiver gearbeitet als im Büro. Aber es gibt auch Vorbehalte: 65 Prozent sagen, durch Homeoffice gehe der Zusammenhalt im Unternehmen verloren, 60 Prozent der Unternehmen sind der Auffassung, dass Homeoffice die Integration neuer Beschäftigter erschwert.

„Homeoffice erleichtert die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und macht Unternehmen so für Beschäftigte attraktiver“, so Rohleder. „Gleichzeitig braucht es persönlichen Austausch und Zusammenarbeit im Team. Entscheidend ist deshalb die richtige Balance – und die sieht je nach Unternehmen, Tätigkeit und Team unterschiedlich aus.“

Mehr als die Hälfte hat Homeoffice in den letzten 5 Jahren zurückgefahren

Seit der Hochphase der Corona-Pandemie vor 5 Jahren hat mehr als die Hälfte der Unternehmen (56 Prozent) ihre Homeoffice-Möglichkeiten zurückgefahren: 39 Prozent haben sie reduziert, 17 Prozent ganz abgeschafft. Bei 29 Prozent sind die Regelungen unverändert geblieben. 14 Prozent haben ihre Homeoffice-Möglichkeiten dagegen ausgeweitet oder seitdem neu eingeführt. Rohleder: „Da während der Corona-Pandemie Homeoffice in vielen Unternehmen Pflicht war, überrascht der Rückgang kaum. Entscheidend ist heute nicht Homeoffice um jeden Preis, entscheidend ist ein Modell, das reibungslos funktioniert, die Leistungsfähigkeit des Unternehmens verbessert und zugleich Beschäftigten die gewünschte Flexibilität bietet.“

Mehrheit will an bestehenden Homeoffice-Regeln festhalten

Auch künftig dürfte Homeoffice in der Mehrheit der Unternehmen möglich bleiben: 55 Prozent wollen ihre bestehenden Regelungen in den kommenden zwei Jahren unverändert fortführen, 3 Prozent planen eine Ausweitung zu mehr Homeoffice. 35 Prozent der Unternehmen möchten die Homeoffice-Möglichkeiten jedoch reduzieren, 3 Prozent möchten sie ganz abschaffen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die deutsche Hauptstadt hat mit Blick auf den Tourismus im ersten Halbjahr weiter an Anziehungskraft verloren, insbesondere bei Gästen aus dem Ausland. Bei Touristen aus Deutschland entwickelten sich die Zahlen hingegen positiv.

Illegale Tricks zur Umgehung des Mindestlohns haben Beschäftigte, Sozialkassen und den Fiskus nach Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbunds binnen zehn Jahren bis zu 64 Milliarden Euro gekostet.

Krankheit kommt meist überraschend - und immer dann, wenn man sie nicht brauchen kann. Damit die Kollegen in dem Fall übernehmen können, hilft es, wenn eine Übergabe stattfindet. Aber kann der Chef einfordern, dass man die vom Krankenbett aus macht?

Die bayerischen Beherbergungsbetriebe haben im ersten Halbjahr mehr Gäste empfangen. Allerdings können nicht alle Bereiche des Tourismus profitieren - Gasthöfe und Pensionen leiden. Regional geht es vor allem für Mittelfranken nach oben.

Angesichts jahrelanger Konjunkturflaute ist die Übernahmequote von Lehrlingen nach der Ausbildung in Betrieben gesunken. Eine besonders schlechte Quote weist etwa die Landwirtschaft auf.

Unter den jüngeren Rentnerinnen und Rentnern in Deutschland steigt der Anteil der Erwerbstätigen. Besonders Selbstständige sind oft viele Stunden pro Woche aktiv.

In den USA nehmen Fälle der Magen-Darm-Erkrankung Cyclosporiasis kein Ende. Bereits Hunderte Krankenhausaufenthalte hat der Parasit verursacht. Im Verdacht steht ein unscheinbares Lebensmittel.

Die Zahl der Brauereien in Deutschland ist im Jahr 2025 auf 1.415 gesunken - ein Rückgang um 3,6 Prozent. Fast alle Bundesländer sind betroffen, Ausnahmen bilden Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.

Das OLG Hamburg hat eine Entscheidung zu anonymen Bewertungen rechtskräftig werden lassen. Arbeitgeber können unter bestimmten Voraussetzungen die Löschung einer Bewertung verlangen, wenn ein geschäftlicher Kontakt nicht überprüfbar ist.

Ab dem 27. September 2026 gelten strengere Regeln für Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Der große Tageskarte-Check zeigt, welche Formulierungen, Werbemittel und Kommunikationskanäle Hotels und Restaurants jetzt überprüfen sollten – von der Website bis zur Speisekarte. Tipps von der Tageskarte-Redaktion.