Prosecco schlägt Champagner: Umsatz in den USA explodiert

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Der Prosecco hat sich in den Vereinigten Staaten zu einem Eckpfeiler des italienischen Weinmarktes entwickelt. Nach 15 Jahren seit der Neuordnung der Produktionshierarchie (Conegliano Valdobbiadene Prosecco Superiore Docg, Asolo Docg und Prosecco Doc) ist der Wert dieser kontrollierten Herkunftsbezeichnung von null auf über 500 Millionen Dollar gestiegen.

Aktuellen Daten des Uiv–Vinitaly Observatory, veröffentlicht im Vorfeld der Vinitaly.USA in Chicago (5. bis 6. Oktober), zufolge, macht Prosecco mittlerweile 31 Prozent des Gesamtwertes der in den USA verkauften italienischen Weine aus.

Beeindruckendes Wachstum im US-Markt

Das Wachstum des Prosecco übertraf in den letzten sieben Jahren mit einem Anstieg von 178 Prozent die Wachstumsrate italienischer Weine in den USA insgesamt um das Vierfache. Der Gesamtwert erreichte im Jahr 2024 531 Millionen Dollar und markierte damit einen neuen Höchststand. Nach einem kurzen Rückgang im Jahr 2020 folgte eine vierjährige Erholung mit einem zusätzlichen Wachstum von 90 Prozent.

Laut Analysen von Vinitaly und der Unione Italiana Vini liegt der Marktanteil von Prosecco am US-Weinmarkt mit 27 Prozent über dem Durchschnitt aller italienischen Weine (24 Prozent).

Starke Markenwahrnehmung und Kaufbereitschaft

Der Leiter des Observatoriums, Carlo Flamini, betonte die schnelle Etablierung des Produktes: „In nur wenigen Jahren hat Prosecco die höchste Bekanntheit unter den italienischen Weinen mit 40 Prozent erreicht.“

Der venezianische Schaumwein schließt damit zur Bekanntheit von Champagner (52 Prozent) auf. Beim sogenannten Conversion to Purchase, also der Umwandlung von Bekanntheit in Kauf, hat Prosecco den französischen Konkurrenten bereits überholt: Hier liegt der italienische Schaumwein bei 31 Prozent gegenüber 24 Prozent für Champagner.

Prosecco überholt Champagner im Einzelhandel

Die Bestätigung dieser Entwicklung liefert der Einzelhandel: Nach Angaben von SipSource hat Prosecco in den ersten sieben Monaten des Jahres 2025 unter den in den USA verkauften Schaumweinen sowohl beim Volumen als auch beim Wert die Führung übernommen.

Italienische Schaumweine erreichten einen Marktanteil von 30 Prozent, während Champagner bei 28 Prozent lag. Innerhalb der italienischen Schaumweine repräsentiert Prosecco 87 Prozent des Wertes und 25 Prozent aller italienischen Weinverkäufe in den USA. Der geschätzte jährliche Einzelhandelswert von Prosecco liegt bei 2,9 Milliarden Dollar, bei Durchschnittspreisen von knapp 18 Dollar pro 0,75l-Flasche.

Zielgruppen und Mixology-Trend

Die Beliebtheit des Prosecco erstreckt sich über alle Altersgruppen, wobei Millennials (27 Prozent) und Frauen (6 von 10 Konsumenten) besonders hohe Penetrationsraten aufweisen. Er hat sich zum Symbol der italienischen Mixed-Wine-Kultur entwickelt.

Der Wein wird nicht nur pur getrunken, sondern ist auch ein Star im Mixology-Trend. Er findet sich prominent in Cocktails wieder, von trinkfertigen Spritz-Varianten bis hin zu frisch gemischten Cocktails mit Fruchtsäften, was laut IWSR besonders bei Frauen und der Generation Z beliebt ist.

Herausforderungen und zukünftige Expansion

Trotz des Erfolgs sieht Adolfo Rebughini, General Manager von Veronafiere, Herausforderungen: „Es wäre falsch zu behaupten, die vergangenen Jahre seien ohne Herausforderungen für die Industrie gewesen – von Covid über die sinkende Kaufkraft bis hin zur steigenden Konkurrenz durch andere Getränke.“ Er betonte die „außerordentliche Widerstandsfähigkeit“ des Prosecco, gestärkt durch eine „konsistente Wertstrategie und zunehmend effektive Werbeinvestitionen“.

Die aktuelle Herausforderung ist es, über Zölle hinaus eine vielfältigere Konsumentenbasis zu erreichen. Das Uiv–Vinitaly Observatory merkt an, dass der Fokus darauf liegen muss, die Präsenz von Prosecco über die traditionellen White American Konsumenten hinaus auf die „zunehmend bedeutenden multikulturellen Gemeinschaften in den USA“ auszuweiten.

Die Vinitaly.USA in Chicago dient als Plattform, auf der 250 Aussteller – Weingüter und Konsortien mit einem aggregierten Umsatz von über 7,2 Milliarden Euro – die besten italienischen Weine präsentieren. Die parallel laufenden Veranstaltungen umfassen das wine2wine Vinitaly Business Forum, Schulungen der Vinitaly International Academy (VIA) sowie Sessions von Vinitaly Tourism und der SOLExpo Oil Bar.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Wenn die Kita zu ist, muss das Kind zu Hause betreut werden. Aber wie, wenn die Eltern doch eigentlich arbeiten müssen? Eine mögliche Lösung: Urlaub beantragen. Aber muss der Arbeitgeber den auch zwingend genehmigen?

Der Personalmangel in der deutschen Wirtschaft zwingt Unternehmen zunehmend zum Umdenken bei der Arbeitsplatzgestaltung. Eine aktuelle Studie des Digitalverbands Bitkom liefert dazu nun Zahlen aus der Industrie, die als Blaupause für andere Branchen dienen könnten.

Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, Loyalität und Fachwissen: Solche Eigenschaften galten früher im Job als unabdingbar. Und heute? Was verbirgt sich hinter den «Future Skills» - und wer braucht sie?

Seit Mitte März gibt es in Deutschland frischen Spargel. Die Lust auf das Stangengemüse ist 2025 aber etwas gesunken, wie neue Daten zeigen. Besonders eine Gruppe kann mit Spargel wenig anfangen.

Der reale Umsatz im deutschen Gastgewerbe blieb im Februar 2026 gegenüber dem Vormonat unverändert, während er im Vorjahresvergleich preisbereinigt deutlich sank. Besonders die Gastronomie verzeichnete im Vergleich zum Februar 2025 spürbare reale Einbußen.

Die Umsätze im nordrhein-westfälischen Gastgewerbe liegen 2025 weiterhin unter dem Niveau von 2016. Das zeigen vorläufige Zahlen des Landesamts IT.NRW.

Auch im Schreiben wächst die Nachfrage nach intensiveren, persönlich ausgerichteten Formaten, fernab vom Alltag. Die Autorin Sylvia Deloy veranstaltet gemeinsam mit der Coachin Anja Eigen das Schreibretreat „Zeit für Geschichten“. Es findet vom 7. bis 10. Juni 2026 im Wellnesshotel Bayerwaldhof im Bayerischen Wald statt.

Im Jahr 2025 haben in Deutschland rund 461.800 Personen eine duale Berufsausbildung aufgenommen. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, entspricht dies einem Rückgang von 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Steigende Lebenshaltungskosten sind laut einer aktuellen Umfrage die größte finanzielle Sorge in der deutschen Bevölkerung. Auffällig: Besorgter als Niedrigverdiener sind demnach diejenigen mit mittleren oder hohen Einkommen.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist im Januar 2026 laut Destatis gestiegen. Besonders häufig betroffen war das Gastgewerbe, während die Forderungssummen deutlich zurückgingen.