RKI rät zu anhaltender Pandemie-Disziplin

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Das Robert Koch-Institut (RKI) hat dazu geraten, die Abstands- und Hygieneregeln auch im Fall einer ersten Lockerung von Maßnahmen streng beizubehalten. Es gebe noch keine Hinweise darauf, dass der Corona-Ausbruch in Deutschland eingedämmt sei, betonte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag. Es sei aber gelungen, sie zu verlangsamen, vor allem durch das Einhalten der Regeln. «Diese Disziplin sollten wir weiter beibehalten», ergänzte er. «Wenn die Mobilität wieder zunimmt, ist das nicht schlecht - aber bitte mit Abstandsregeln.»

Im Moment stecke ein infizierter Mensch in Deutschland durchschnittlich 1,2 weitere Menschen an, so Wieler. Um die Epidemie abflauen zu lassen, müsste diese sogenannte Reproduktionszahl unter 1 liegen.

Die Ansteckungszahlen hätten sich - regional unterschiedlich - insgesamt auf einem hohen Niveau eingependelt, erklärte der RKI-Chef weiter. «Wir haben noch keinen eindeutigen Hinweis, dass sie zurückgehen.» Ein möglicher Effekt nicht eingehaltener Kontaktsperren über Ostern wird sich wegen der Inkubationszeit, der Zeit für Test und Testergebnis sowie der Meldeverzögerungen erst in etwa 14 Tagen in der RKI-Statistik zeigen.

Nach den Daten, die dem Institut bisher vorliegen, entwickeln rund zwei Prozent der infizierten Menschen in Deutschland eine Lungenentzündung. Rund jeder sechste Infizierte (16 Prozent) kommt wegen schwerer Symptome ins Krankenhaus.

Für Wieler sind zwei wichtige Etappenziele schon erreicht: Die Grippewelle in Deutschland ist zu Ende und kann sich mit der Pandemie nicht mehr überschneiden. Und trotz der Dynamik der Pandemie gebe es zur Zeit keine Engpässe bei den Behandlungsmöglichkeiten, sagte er.

Das Tragen selbstgenähter Mund- und Nasenbedeckung, zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln, sieht Wieler als einen kleinen zusätzlichen Schutz-Baustein. Jedoch nur, wenn die Abstands- und Hygieneregeln auch weiter streng gewahrt werden. Da sich Symptome erst zwei bis drei Tagen nach einer Ansteckung zeigten, sei die Chance, dass mit der Bedeckung von Mund und Nase weniger Viren in die Umgebung geschleudert würden, größer. Einen wirklichen Schutz aber böten nur Profi-Masken, die Ärzten und Pflegepersonal vorbehalten seien.

(dpa)


 

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