Sicherer Job oder Sterne-Karriere - Wünsche von Koch-Azubis bei Jugendmeisterschaften

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Scharf angebraten oder schonend gegart wurde an den vergangenen zwei Tagen in Göttingen. Auszubildende Köche und Köchinnen haben bei den Niedersächsischen Jugendmeisterschaften ihr Können unter Beweis gestellt und dabei auch die Ausbilder überrascht. Die Motivation für die Teilnahme an dem Wettbewerb ging bei den einzelnen Teilnehmern weit auseinander.

Angetreten, um zu gewinnen, ist etwa Waleed Choha. Er stammt aus Syrien und möchte mal in einem Sterne-Restaurant arbeiten. Er könne sich auch vorstellen, irgendwann ein eigenes Restaurant zu führen. Zunächst kocht er in Göttingen aber pochierte Hähnchenbrust mit Portweinsauce und eine Variation der Schwarzwälder Kirchtorte für sein Drei-Gang-Menü. «Ich möchte beweisen, dass ich in Deutschland bin, um zu arbeiten», sagte der Azubi des Landhauses Wachtelhof, ein Fünf-Sterne-Hotel in Rotenburg an der Wümme. Und: «Ich habe einfach Bock, zu kochen». 

In diesem Jahr laufe es ganz gut, Zeitdruck habe er nicht. Vor dem Wettbewerb habe er sein Menü dutzende Male geübt. Auf die Idee für die einzelnen Gänge sei er durch Recherche und Gespräche gekommen. Dafür habe er etwa auch seinen Chef genervt, wie er erzählt.

Sieg nicht nur gut für den Lebenslauf

Bereits im vergangenen Jahr nahm Choha an dem Wettbewerb teil. Damals belegte er den vierten Platz. Die Gewinner bekommen Sachgeschenke - «und es ist natürlich auch gut für den Lebenslauf», sagte Organisatorin Sarah Blümel vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga in Niedersachsen. Vor allem aber qualifiziere man sich für den Bundesentscheid.

10 der 22 Berufsbildenden Schulen in Niedersachsen hätten in diesem Jahr teilgenommen. Neben Köchen waren auch Hotel- und Restaurantfachleute dabei. Sie mussten etwa Tische eindecken oder das Essen der Köche der Jury servieren. Auch ein Theorieteil gehörte für alle Teilnehmer zum Programm. Alle Teilnehmer dürfen nicht älter als 27 Jahre alt sein und sind meist im dritten Lehrjahr.

Vorgaben für das Drei-Gänge-Menü

Hauptaufgabe für die Köche ist das Drei-Gänge-Menü. Das stand in diesem Jahr unter dem Motto «#niedersachsenkulinarisch». Bei dem Zusammenstellen des Menüs hatten die Köche viele Freiheiten. «Manchmal kommen Geräte oder Techniken zum Einsatz, die auch für uns neu sind», sagte ein Ausbilder. Das Niveau sei schon sehr hoch. 

Doch es gab auch Vorgaben: Für die Hauptspeise sollten etwa zwei Hähnchenbrüste verarbeitet werden, die Vorspeise sollte vegetarisch, aber mit Ei sein. Organisatorin Blümel sagte, oft würden typisch deutsche Gerichte gekocht - jedoch nicht nur.

Siegerin kommt aus Barsinghausen

Hoai Thuong Nguyen frittierte für den ersten Gang etwa ein in Sojasauce eingelegtes Ei und servierte es mit einem Karotten-Sesam-Salat. Die Vietnamesin kam vor zweieinhalb Jahren für die Ausbildung nach Deutschland; arbeitet in Bad Harzburg im Hotel Braunschweiger Hof. Sie wünscht sich, auch nach ihrer Ausbildung in Deutschland kochen zu können. Auch in anderen Bundesländern würde sie irgendwann gerne mal arbeiten, etwa in Bayern.

Bei dem Wettbewerb will sie vor allem neue Kontakte knüpfen und Erfahrungen sammeln. "Die Endplatzierung ist mir nicht so wichtig", sagte die angehende Köchin.

Am Ende belegte sie keinen der ersten drei Plätze. Siegreich war Isabelle Hatesuer vom Gasthaus Müller aus Barsinghausen bei Hannover. Sie überzeugte die Jury unter anderem mit einem Ziegenkäsemousse, einer Hähnchenroulade mit einer Füllung aus getrockneten Tomaten sowie einer Abwandlung vom Banana Split. (dpa)


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