Übernahmequote bei Azubis sinkt

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Angesichts jahrelanger Konjunkturflaute ist die Übernahmequote von Lehrlingen nach der Ausbildung in Betrieben gesunken. 2025 seien nur noch 75 Prozent aller Auszubildenden nach erfolgreicher Berufsausbildung übernommen worden, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg mit. Ein Jahr vorher gab es mit 79 Prozent noch ein Rekordhoch. 

Immer noch auf hohem Niveau bewegt sich dagegen die Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze. Mit 30 Prozent liegt die Quote zwar niedriger als in den Vorjahren, aber weiter vergleichsweise hoch. «Die Lage ist paradox: Trotz einer steigenden Zahl an Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz ist damit zu rechnen, dass die Nichtbesetzungsquote von Ausbildungsstellen weiter hoch bleiben wird», sagte IAB-Forscherin Barbara Schwengler.

Angebot und Nachfrage passen nicht immer

Die Arbeitsmarktexperten machen seit längerer Zeit zwei Probleme verantwortlich: Die Bewerber sind entweder nicht qualifiziert genug oder wohnen am falschen Ort. «Um einen weiteren Einbruch am Ausbildungsmarkt zu vermeiden, müssten Jugendliche und Betriebe besser zusammengebracht werden», erklärte IAB-Direktor Bernd Fitzenberger.

Die besten Übernahmechancen hätten derzeit Auszubildende in den Bereichen Bergbau, Energie- und Wasserversorgung, in der Abfallbehandlung, im Finanz- und Versicherungswesen und in der öffentlichen Verwaltung: 2025 wurden in diesen Branchen rund 90 Prozent der Auszubildenden weiter beschäftigt. Die Industrie liegt mit 77 Prozent über dem Schnitt - obwohl die Übernahmequote binnen eines Jahres um fünf Punkte sank. Eine besonders schlechte Quote weist etwa die Landwirtschaft auf, mit nur 44 Prozent.

Nach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit haben sich im laufenden Ausbildungsjahr bei Arbeitsagenturen und Jobcentern 418.000 Bewerberinnen und Bewerber für eine Lehrstelle gemeldet, ein Plus von 4.000 zum Juli 2025. 126.000 haben bis Juli mitgeteilt, dass sie mit ihrer Suche erfolgreich waren. Die BA-Statistik weist auf der anderen Seite 437.000 gemeldete Lehrstellen aus, 35.000 weniger als im Juli 2025. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

So viele Insolvenzen gab es im ersten Halbjahr seit mehr als zehn Jahren nicht. Creditreform warnt: Noch hat die Pleitewelle ihren Scheitelpunkt nicht erreicht. Die Liste der Probleme ist lang.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass bargeldloses Bezahlen im Urlaub einen neuen Höchststand erreicht hat. Vor allem jüngere Reisende nutzen Kreditkarten und Smartphones, während bei der Generation über 50 Jahre Bargeld weiterhin knapp dominiert.

Eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass sich 21 Prozent der deutschen Bevölkerung im Jahr 2025 keinen einwöchigen Urlaub leisten konnten. Besonders betroffen waren einkommensschwache Haushalte sowie Alleinerziehende.

Das Gastgewerbe hat sich im Mai 2026 besser entwickelt als andere Branchen des deutschen Mittelstands. Der DATEV-Mittelstandsindex weist sowohl bei den Umsätzen als auch bei den Löhnen die stärksten Zuwächse unter den untersuchten Wirtschaftszweigen aus.

Eine Umfrage zeigt, dass 73 Prozent der Arbeitnehmer in Österreich im Urlaub erreichbar bleiben. Besonders Führungskräfte sind während der freien Tage häufig digital oder telefonisch für den Betrieb verfügbar, was von vielen als Belastung empfunden wird.

Viele Menschen in Deutschland sparen – vor allem bei Kleidung sowie beim Besuch von Restaurants, Cafés und Bars. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts Kantar im Auftrag des Preisvergleichsportals Idealo.

Die Gastronomie und die Hotellerie in Deutschland haben im April 2026 preisbereinigt jeweils 7,4 Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahresmonat. Für das Gastgewerbe insgesamt weist das Statistische Bundesamt ein reales Minus von 7,1 Prozent aus.

Deutschland liegt laut einer internationalen Studie beim Einsatz KI-generierter Spesenbelege an der Spitze. Jeder zehnte Beschäftigte nutzt solche Belege regelmäßig, während jeder Fünfte angibt, Ausgaben grundsätzlich falsch darzustellen.

Eine Umfrage des Verbands Deutsches Reisemanagement zeigt für 2026 ein überwiegend stabiles Geschäftsreiseaufkommen. Gleichzeitig berichten viele Unternehmen von wachsender Unsicherheit durch Preissteigerungen, geopolitische Risiken und Einschränkungen im Luftverkehr.

Urlaub ist in Zeiten der Inflation eine teure Sache. Selbst mit Tarifvertrag bekommen längst nicht alle Beschäftigten einen Zuschuss. Eine Studie zeigt, wer mit Geld für die Reisekasse rechnen kann.