Umfrage: Lust auf Jobwechsel lässt nach

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Immer weniger Menschen in Deutschland können sich vorstellen, ihren Job zu wechseln. Das hat eine neue Forsa-Umfrage im Auftrag des Karrierenetzwerks Xing ergeben. Ein Drittel der Befragten gab demnach an, offen dafür zu sein, den aktuellen Arbeitgeber zu verlassen (34 Prozent). Das seien so wenig wie seit fünf Jahren nicht mehr. 

Besonders wechselwillig waren demnach die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus der «Generation Z». Rund 44 Prozent der Jahrgänge 1997 bis 2012 könnten sich aktuell einen Jobwechsel vorstellen. Das waren weniger als 2025 (48 Prozent) und 2024 (50 Prozent). «Gerade in den jüngeren Generationen hat die Bereitschaft zum Jobwechsel in den vergangenen Jahren abgenommen», sagte der Xing-Arbeitsmarktexperte Julian Stahl.

«Babyboomer» weniger offen

Auch bei den «Millennials» – also den Jahrgängen 1981 bis 1996 – gaben viele an, für einen neuen Job offen zu sein (40 Prozent). Bei der «Generation X» (Jahrgänge 1965 bis 1980) waren demnach nur rund 29 Prozent grundsätzlich wechselbereit. Bei den «Babyboomern» (Jahrgänge 1946 bis 1964) gaben das dagegen nur 17 Prozent der Befragten an.

Gehalt ist den Jüngeren wichtig

Mehr als die Hälfte der Befragten aus der «Generation Z» nannte ein zu niedriges Gehalt als einen der Hauptfaktoren für einen Jobwechsel (55 Prozent). Fehlende oder wenig Aufstiegschancen seien ebenfalls häufig genannt worden (42 Prozent), und auch Unzufriedenheit mit den aktuellen Aufgaben (39 Prozent) sowie eine generelle Lust auf Abwechslung (38 Prozent) tauchten als Gründe auf. 

Für die «Boomer» war dagegen am häufigsten ein hohes Stresslevel mit ausschlaggebend für eine Wechselbereitschaft (35 Prozent). Das Gehalt und die Führungskraft waren für die Befragten in dieser Generation ebenfalls von Bedeutung.

Sicher und sinnhaft soll es sein

Überwiegend einig sind sich alle Generationen, wenn es um die Erwartungen an einen neuen Job geht: Am wichtigsten sind den Befragten ein langfristig sicherer und sinnerfüllter Job, ein höheres Gehalt, ein gutes Führungsverhalten, flexible Arbeitszeiten sowie ein attraktiver Standort. Viele jüngere Arbeitnehmer wünschen sich zudem von einem neuen Arbeitgeber die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Für die älteren ist das laut Umfrage weniger wichtig.

«Die Beschäftigten in Deutschland reagieren auf die anhaltende Wirtschaftsflaute mit einem hohen Bedürfnis nach Sicherheit», sagte Stahl. Das habe auch Auswirkungen auf die Jobsuche. Aber: «Viele unterscheiden offenbar sehr klar zwischen der angespannten Gesamtsituation und ihrer eigenen als stabil wahrgenommenen Arbeitssituation.»

Viele sind trotzdem zufrieden

Trotz einer grundsätzlichen Wechselbereitschaft bei vielen der Befragten ist die große Mehrheit mit ihrem Job zufrieden. Rund 84 Prozent gaben an, eher oder sehr zufrieden zu sein. Lediglich 16 Prozent gaben als Antwort, eher oder sehr unzufrieden zu sein. Um eine mögliche Kündigung sorgt sich generationsübergreifend laut Umfrage kaum jemand, rund 92 Prozent haben solche Sorgen nicht.

Für die Forsa-Umfrage wurden demnach rund 3.400 volljährige und sozialversicherungspflichtige Erwerbstätige im Januar 2026 befragt. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Erstmals seit Monaten haben wieder weniger Unternehmen in Deutschland Insolvenz beantragt. Auch die Zahl der Verbraucherpleiten sank deutlich. Der wirtschaftliche Druck trifft Branchen jedoch unterschiedlich hart.

Der Anteil befristeter Jobs geht zurück. Es trifft aber weiterhin vor allem Menschen am Anfang ihres Berufslebens. Gegen den geplanten Ausbau der Befristungsmöglichkeiten hat sich Widerstand formiert.

Viele Unternehmen in Deutschland rechnen durch den Einsatz von KI mit sinkenden Löhnen in den kommenden fünf Jahren. Jüngere Arbeitnehmer sind besonders häufig betroffen.

Der Tag der Linkshänder macht auf die alltäglichen Hürden von Linkshändern in einer auf Rechtshänder ausgerichteten Welt aufmerksam. Besonders hoch sind die im Job. Diese Hilfen stehen Linkshändern zu

Die deutsche Hauptstadt hat mit Blick auf den Tourismus im ersten Halbjahr weiter an Anziehungskraft verloren, insbesondere bei Gästen aus dem Ausland. Bei Touristen aus Deutschland entwickelten sich die Zahlen hingegen positiv.

Illegale Tricks zur Umgehung des Mindestlohns haben Beschäftigte, Sozialkassen und den Fiskus nach Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbunds binnen zehn Jahren bis zu 64 Milliarden Euro gekostet.

Krankheit kommt meist überraschend - und immer dann, wenn man sie nicht brauchen kann. Damit die Kollegen in dem Fall übernehmen können, hilft es, wenn eine Übergabe stattfindet. Aber kann der Chef einfordern, dass man die vom Krankenbett aus macht?

Die bayerischen Beherbergungsbetriebe haben im ersten Halbjahr mehr Gäste empfangen. Allerdings können nicht alle Bereiche des Tourismus profitieren - Gasthöfe und Pensionen leiden. Regional geht es vor allem für Mittelfranken nach oben.

Angesichts jahrelanger Konjunkturflaute ist die Übernahmequote von Lehrlingen nach der Ausbildung in Betrieben gesunken. Eine besonders schlechte Quote weist etwa die Landwirtschaft auf.

Unter den jüngeren Rentnerinnen und Rentnern in Deutschland steigt der Anteil der Erwerbstätigen. Besonders Selbstständige sind oft viele Stunden pro Woche aktiv.