Unternehmen enttäuschen Bewerber mit unpersönlichen Absagen

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Viele Bewerber wünschen sich individuell begründete und zeitnahe Absagen, erhalten nach eigenen Angaben jedoch häufig Standardschreiben oder keine Rückmeldung. Das geht aus einer am 8. Juli 2026 veröffentlichten gemeinsamen Umfrage der Arbeitgeber-Vergleichsplattform kununu und der Unternehmensberatung HR4Good hervor.

Für die Untersuchung befragte das Marktforschungsinstitut Bilendi 1.032 deutsche Arbeitnehmer, die sich innerhalb der vergangenen drei Jahre bei einem Unternehmen beworben hatten.

Bewerber wünschen individuelle Begründungen und konkrete Hinweise zur Verbesserung

Eine individuelle Begründung im Absageschreiben halten der Umfrage zufolge 91,3 Prozent der Befragten für wichtig oder sehr wichtig. Gleichzeitig erklärten 65,5 Prozent, eine solche Begründung in der Praxis selten oder nie zu erhalten.

Einen Hinweis auf eine mögliche spätere Beschäftigung im Unternehmen bewerten 72,5 Prozent als wichtig oder sehr wichtig. 65,3 Prozent finden einen solchen Hinweis nach eigenen Angaben jedoch selten oder nie in Absageschreiben.

Auch bei Verbesserungshinweisen unterscheiden sich Wünsche und Erfahrungen. 70,2 Prozent wünschen sich Hinweise dazu, wie sie ihren Lebenslauf oder ihr Anschreiben verbessern können. 80,9 Prozent erhalten entsprechende Hinweise selten oder nie.

Nach Angaben von kununu und HR4Good wurde die Formulierung „Leider müssen wir Ihnen mitteilen“ von 36,7 Prozent unter den drei nervigsten Standardphrasen genannt. Bei „Nach gewissenhafter Prüfung müssen wir leider“ waren es 22,6 Prozent, bei „Vielen Dank für Ihr Interesse“ 20,9 Prozent.

Viele Bewerber warten lange oder erhalten keine Rückmeldung

Fast die Hälfte der Befragten wünsche spätestens nach einer Woche eine Antwort. Dies erklärten 48,6 Prozent. Nach den veröffentlichten Ergebnissen erhielten 47,3 Prozent innerhalb einer Woche eine Rückmeldung. Zugleich weist die Mitteilung aus, dass 62,3 Prozent zwei Wochen oder länger warteten.

Zwei Prozent der Befragten hätten bereits länger als ein Jahr auf eine Absage gewartet. 65,2 Prozent gaben zudem an, nach einer schriftlichen Bewerbung schon einmal keine Rückmeldung bekommen zu haben. Nur 20,9 Prozent erhielten nach eigenen Angaben immer eine Antwort von Arbeitgebern.

Eine ausbleibende Rückmeldung betreffe nicht nur schriftliche Bewerbungen. 26,6 Prozent der Befragten erklärten, bereits nach einem Vorstellungsgespräch keine weitere Nachricht erhalten zu haben.

Schlechte Absagen beeinflussen spätere Bewerbungen und das Kaufverhalten

Eine schlechte Absage habe bei 65,0 Prozent zur Folge, dass sie sich nicht erneut bei dem betreffenden Arbeitgeber bewerben würden. 35,0 Prozent erklärten, nach einer schlechten Absage auch vom Kauf der Produkte des Unternehmens Abstand zu nehmen.

„Eine Absage ist ein kritischer Moment für die Arbeitgebermarke. Wer Bewerbende hier mit Standardfloskeln und Intransparenz abspeist, produziert unnötigen Frust und riskiert einen langfristigen Vertrauensverlust“, sagt Nina Zimmermann, CEO von kununu.

Eine ausführliche Analyse der Umfrageergebnisse ist nach Angaben der Mitteilung im Buch „Absagen im Recruiting“ von Marcel Rütten erschienen. Das Buch enthält Analysen, Lösungsvorschläge und Checklisten für Arbeitgeber.Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

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