Unternehmen gespalten bei Reisebudgets

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

TravelPerk hat den Bericht „The Value of Business Travel" veröffentlicht. Dieser zeigt, dass 39 Prozent der deutschen Unternehmen planen, ihre Investitionen in Geschäftsreisen im Jahr 2024 zu erhöhen – trotz steigender Reisekosten und wirtschaftlicher Einschränkungen. 40 Prozent der Unternehmen planen, ihre Investitionen zu reduzieren und nennen diese wirtschaftlichen Herausforderungen als Hauptgrund.

Im Gegensatz dazu planen 61 Prozent der Unternehmen in den USA, 48 Prozent in Spanien sowie 46 Prozent im Vereinigten Königreich, ihre Budgets zu erhöhen. Die Branchen, in denen mehr Unternehmen ihre Investitionen erhöhen möchten, sind der Umwelt- und Agrarsektor (75 Prozent), Sport und Freizeit (67 Prozent) sowie Logistik (52 Prozent).

Reisen tragen zum Wachstum bei

Das Streben nach Wachstum scheint eine Priorität für Unternehmen zu sein, die ihre Budgets erhöhen. Die Studie zeigt, dass die Hauptgründe für die erhöhte Investition die Teilnahme an mehr Konferenzen (49 Prozent), die Expansion in neue Märkte (46 Prozent) und die Aufstockung des Personals (44 Prozent) sind.

Die meisten Entscheidungsträger in Deutschland gaben an, dass eine Erhöhung des Reisebudgets zu einem Anstieg des Unternehmensumsatzes (60 Prozent) und der Rentabilität (52 Prozent) führt. Die globalen Ergebnisse zeigen, dass der Return on Investment pro Euro ein Vielfaches des investierten Budgets beträgt. Insbesondere für KMUs und mittelständische Unternehmen generiert jeder investierte US-Dollar in Geschäftsreisen einen zusätzlichen Umsatz von 121. 

Nachhaltigkeit wurde bei der Suche nach Kosteneinsparungen keineswegs vernachlässigt. 25 Prozent der deutschen Reisenden sagten, dass ihre Organisation Reiseoptionen mit den niedrigsten CO2-Emissionen priorisiert. Unternehmen entscheiden sich zunehmend für Transportoptionen mit geringerem Umweltausstoß.

„In dem heutigen hart umkämpften Umfeld erkennen Unternehmen den enormen Wert, den Geschäftsreisen bieten", sagte Avi Meir, CEO und Mitbegründer von TravelPerk. „Von der Steigerung des Mitarbeiterengagements und der durch persönliche Meetings generierten Einnahmen bis hin zur Durchführung von Arbeiten, die nur vor Ort möglich sind, sind Geschäftsreisen weit mehr als nur ein Kostenfaktor – sie sind eine Investition in Wachstum, Innovation und Unternehmenskultur."

Positive Einfluss von Geschäftsreisen

Weltweit betonten Geschäftsreisende in dem Bericht die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten durch Reisen für die Arbeit. 61 Prozent der Mitarbeiter, die aus dem Grunde reisen, sagen, dass es ihre Networking-Fähigkeiten verbessert, und 64 Prozent glauben, dass es ihre Sichtbarkeit innerhalb des Unternehmens erhöht. Zudem gaben 85 Prozent an, dass persönliche Social-Events das Engagement steigern. Geschäftsreisen ermöglichen somit eine wichtige Entwicklung von Soft Skills durch Interaktionen.

Lenke Taylor, Chief People Officer beim Münchner HR-Softwareunternehmen Personio, kommentierte: „Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Reisen und persönliche Treffen entscheidend für den Aufbau von Beziehung und Engagement sind. Wenn Organisationen Reisen nicht als unternehmerische Notwendigkeit oder reinen Kostenaspekt sehen, sondern als strategische Chance für Zusammenarbeit und Abstimmung betrachten, können sie das volle Potenzial eines internationalen Talentpools ausschöpfen und eine wirklich verbundene Gemeinschaft schaffen."

Potenzial in Deutschland durch klare Reiserichtlinien

Die Studie ergab auch, dass viele Unternehmen (23 Prozent) in Deutschland noch keine Reiserichtlinien haben, die festlegen, wie viel Mitarbeiter für Reiseausgaben (z. B. Mahlzeiten, lokale Transportmittel und andere Nebenkosten) ausgeben dürfen. Darüber hinaus gaben 50 Prozent der Reiseadministratoren an, dass die Unternehmensrichtlinie vorschreibt, die günstigsten Optionen zu wählen, selbst wenn diese nicht die effizientesten Routen sind. Dieser Anteil ist höher als im Vereinigten Königreich (36 Prozent) und über dem globalen Durchschnitt von 42 Prozent, was darauf hindeutet, dass deutsche Unternehmen kurzfristige Kosteneinsparungen über Produktivität und Effizienz stellen könnten.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Neue BIBB-Zahlen zeigen: Das Gastgewerbe trotzt dem bundesweiten Rückgang bei Ausbildungsverträgen weitgehend. Während die Gesamtzahlen sinken, verzeichnen die zweijährigen Berufe im Gastgewerbe starke Zuwächse. Die Hotelberufe hingegen leiden weiterhin unter deutlichen Einbrüchen.

Der Begriff «Insolvenz» kann schon mal Panik auslösen. Insbesondere, wenn es den eigenen Arbeitgeber betrifft. Ruth Rigol, Fachanwältin für Arbeits- und Insolvenzrecht, und Guadalupe Florenin von der Bundesagentur für Arbeit, beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Thema Insolvenz des Arbeitgebers.

Das Leben ist zunehmend stressig - davon sind viele Menschen überzeugt. Und nicht nur der Stress wächst, sondern laut Daten einer Krankenkasse auch die Zahl der Fehltage wegen der Diagnose Burnout.

Die Österreichische Hotelvereinigung hat die größte Praktikums-Umfrage der Branche durchgeführt. Mehr als 1.200 Schüler nahmen an der Befragung teil, die bereits zum vierten Mal stattfand. Die Ergebnisse für das Jahr 2025 zeigen gute Bewertungen für die Praktikumsbetriebe. Optimierungspotenzial sehen die Schüler bei Kommunikation und Dienstzeiten.

Die Gewinner des Deutschen Nachhaltigkeitspreises in den Kategorien Hotellerie und Gastronomie zeigen, wie ökologische und soziale Verantwortung in der Praxis umgesetzt werden kann. Das Hotel Luise in Erlangen und die Obermühle Görlitz werden für ihren Einsatz für Kreislaufwirtschaft, faire Arbeitsbedingungen und regionale, umweltschonende Konzepte gewürdigt.

Die Krise in der Wirtschaft hinterlässt deutliche Spuren auf dem Ausbildungsmarkt. Die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge ist in diesem Jahr auf rund 476.000 zurückgegangen, ist war der zweite Rückgang in Folge.

Die Bereitschaft von Fachkräften in Deutschland, während der Weihnachtsfeiertage und des Jahreswechsels für dienstliche Anfragen erreichbar zu sein, hat einen neuen Tiefstand erreicht. Insgesamt haben 71 Prozent der Berufstätigen über die Feiertage Urlaub.

Die wirtschaftspolitischen Verwerfungen treffen die Unternehmen in Deutschland weiter hart. Bonitäts-Schlusslicht bleibt das Gastgewerbe. Auch wenn sich die Lage seit Corona leicht gebessert hat, bleibt die Kreditwürdigkeit bei Gastronomen deutlich eingeschränkt.

Das kommende Jahr 2026 bringt für Unternehmen in Deutschland im Durchschnitt 2,4 Arbeitstage mehr als das laufende Jahr 2025. Dies teilt das Statistische Bundesamt mit. Bundesweit wird die durchschnittliche Zahl der Arbeitstage 250,5 erreichen.

Neue Studienergebnisse zeigen einen deutlichen Wandel im Trinkgeldverhalten der Deutschen. Während es im Restaurant stabil bleibt, sinkt die Bereitschaft in anderen Dienstleistungsbereichen massiv.