Weltweite Bierproduktion könnte sinken

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Die Weltbierproduktion wird im laufenden Jahr voraussichtlich sinken. Der weltgrößte Hopfenspezialist BarthHaas aus Nürnberg geht von einem Rückgang in der Dimension von einem halben bis einem Prozent aus, wie Geschäftsführer Peter Hintermeier am Montag erklärte. Allerdings betonte er, ein genauer Ausblick falle derzeit sehr schwer.

«Wie die gesamte Weltwirtschaft ist auch die Braubranche schwer von den Folgen des Ukraine-Kriegs getroffen», sagte Hintermeier. In Russland und der Ukraine würden rund fünf Prozent der Weltbierproduktion gebraut.

Vergangenes Jahr lag Russland mit 8,2 Milliarden Litern auf Rang sechs der weltgrößten Bierproduzenten, knapp hinter Deutschland auf Rang fünf, das laut BarthHaas auf 8,5 Milliarden Liter kam. Die vier größten Bierproduzenten weltweit waren China mit 36 Milliarden Litern vor den USA mit 20,4 Milliarden, Brasilien mit 14,3 Milliarden und Mexiko mit 13,5 Milliarden Litern.

2021 hatte die weltweite Bierproduktion um rund 4 Prozent auf 186 Milliarden Liter zugelegt. «Erfreulicherweise ist der Bierkonsum weltweit längst nicht so stark eingebrochen, wie prognostiziert wurde», betonte Hintermeier. Besonders starke Zuwächse in der Produktion gab es unter anderem in China, Brasilien, Mexiko und Großbritannien. In China war es das erste Plus nach sieben Rückgängen in Folge. Zum weltweiten Vor-Corona-Niveau fehlten 2021 jedoch fünf Milliarden Liter.

An mangelndem Hopfen liegt die voraussichtlich rückläufige Bierproduktion aber nicht. Vergangenes Jahr wurde zum dritten Mal in Folge deutlich mehr Hopfen geerntet, als benötigt wird. Zumindest die weltweiten Anbauflächen waren zuletzt aber leicht rückläufig, und die aktuelle Ernte in Europa könnte wegen der anhaltenden Trockenheit schwächer ausfallen.

Weil die Landwirte in der Regel langfristige Lieferverträge haben, trifft sie das aber weniger stark als die aktuell steigenden Kosten, beispielsweise für Energie und Arbeit, wie Hintermeier erklärt. Zudem belasten Lieferengpässe bei Dünge- und Pflanzenschutzmitteln die Bauern. Es könne davon ausgegangen werden, dass bereits rund 90 Prozent der zu erwartenden Ernte verkauft seien.

In Deutschland wird in der Hopfenproduktion kaum Gas eingesetzt - in der Hopfenverarbeitung dagegen schon. Dasselbe gilt für Brauereien und Flaschenproduzenten. Sollte Russland tatsächlich die Gas-Lieferungen nach Europa einstellen, würde dies die Branche zusätzlich belasten, warnt BarthHaas.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Rheinland-Pfalz senkt das Mindestinvestitionsvolumen für die Tourismusförderung auf 50.000 Euro. Beherbergungs-, Camping- und Gastronomiebetriebe können unter den genannten Voraussetzungen Zuschüsse erhalten, die bei bestimmten Investitionen bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten betragen.

BWH-Geschäftsführerin Carmen Dücker spricht sich dafür aus, unterschiedliche Stärken und Arbeitsweisen der Generationen im Team zu berücksichtigen. Flexibilität und Austausch dürften dabei nicht nur von einer Seite erwartet werden.

Eine aktuelle DATEV-Analyse zeigt, dass vor allem langjährig Beschäftigte und qualifizierte Fachkräfte von der Inflationsausgleichsprämie profitierten. Zudem zahlten kleine und mittlere Unternehmen häufiger als Kleinstbetriebe.

Die Nachfrage bleibt vergleichsweise stabil, doch höhere Kosten belasten die Margen in Reise, Freizeit und Gastgewerbe. Wie unterschiedlich sich Hotelbetriebsergebnisse entwickeln, zeigt ein europäischer Städtevergleich: Berlin verzeichnet ein Minus von zwölf Prozent, Mailand ein Plus von 34 Prozent.

Der Kreditschutzverband zählt in Österreich 640 Insolvenzen in Beherbergung und Gastronomie von Januar bis September 2026 – acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In 245 Fällen seien die Verfahren mangels kostendeckenden Vermögens nicht eröffnet worden.

Auch nach der Inkassoübergabe bleibt das Geld oft aus: Forderungen von Hotels, Gastronomen und Imbissen werden innerhalb eines Jahres nur halb so häufig vollständig bezahlt wie im Branchendurchschnitt. Bei vollständig beglichenen Forderungen vergehen im Median 106 Tage.

Die schleppende Digitalisierung der Verwaltung belastet die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Für drei Viertel der Unternehmen ist die digitale Rückständigkeit ein internationaler Standortnachteil, so eine aktuelle Bitkom-Umfrage.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Im Gastgewerbe zeigt sich von Januar bis Juli eine überdurchschnittlich hohe Insolvenzhäufigkeit.

Psychische Erkrankungen entwickeln sich nach einer Auswertung der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) zusehends zu einem Treiber für Fehlzeiten im Job - und das mit langen Ausfallzeiten.

Ab dem 15. Oktober ist das Trinken von Alkohol auf allen Bahnhöfen verboten. Das Anstoßen auf dem Bahnsteig etwa hat dann Konsequenzen. Aber was gilt für Gepäck - und in der Gastronomie?