Als frisch gewählte bayerische Bierkönigin wird Katharina Kastenmüller in der kommenden Zeit so manches Fest eröffnen – und dabei so einige Fässer anzapfen. Damit sich die 33-Jährige dabei nicht blamiert, hat sie – so wie das auch Politiker und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens tun – zuvor im kleinen Rahmen geübt. Im Valleyer Schloss Bräu zeigte ihr der freiberufliche Braumeister Martin Zuber, worauf man achten sollte. Er muss es wissen, hat er doch schon über ein Dutzend von Kastenmüllers Vorgängerinnen gecoacht. Hier also eine Anleitung: Anzapfen in fünf Schritten.
Die Fachausdrücke lernen
Der Schaber: Das ist die Schürze. Hilft, sich nicht einzusauen.
Das Fass: Traditionell ein Eichenholzfass, dessen Dauben – die einzelnen «Bretter» des Fasses – von gesteckten Fassringen zusammengehalten werden. Die Dauben sind mit Schilf abgedichtet, das Fass innen mit Pech ausgekleidet. Wichtig ist, Zapfloch (unten), Spundloch (in der Mitte) und Belüftungsloch (oben im Deckel) nicht zu verwechseln.
Wechsel und Schlegel: Die entscheidenden Utensilien Zapfhahn und Hammer zu nennen, entlarvt jeden Laien. Der drehbare Ring auf dem Wechsel heißt Küken und dient nach dem Anzapfen als Sperrventil, um den Bierfluss zu stoppen.
Spritzschutz: Eine Art Gummitrichter am Ansatz des Wechsels, um sich und Umstehende vor herumspritzendem Bier zu schützen. Geht auch mit einem Bierdeckel. Die Benutzung ist fakultativ.
Richtig hinstellen:
«Wichtig ist ein breitbeiniger Stand», betont Braumeister Zuber. Dann den Schlegel fest in die Hand nehmen. Jetzt gibt es verschiedene Möglichkeiten: Zuber empfiehlt, den Schlegel nach unten gerichtet ähnlich wie einen Eisstock zu schwingen. Den Daumen der anderen Hand legt man dann in das Küken des Wechsels und hält diesen richtig fest. Das Küken muss dabei längs zum Wechsel stehen, nicht quer.














