Attila Hildmann und die Corona-Verschwörung

| Gastronomie Gastronomie

Der vegane Koch Atilla Hildmann verliert sich seit dem Beginn der Corona-Krise immer weiter in Verschwörungstheorien. So hetzte er zum Beispiel auf seinem Instagram-Profil unter anderem gegen das Maskentragen und verglich es mit der Sklaverei, erfundene Zwangsimpfungen, die Bundespolitik und Bill Gates. Vor allem auf Gates hat sich der selbsternannte „Hüter der Wahrheit“ dabei eingeschossen und setzt dabei, wie der Sänger Xavier Naidoo, auch auf vermeintliche Argumente, die ihren Ursprung in der „QAnon-Bewegung“ haben. Mehr zu QAnon gibt es hier und hier.
 

Hildmann: Regierung will Überwachungsstaat gründen

Die Corona-Krise sieht Hildmann nicht als die Gefahr an, die sie angeblich sein soll. In seinen Augen stecke die Regierung dahinter, die die Menschen bewusst manipulieren wolle, um nach und nach einen Überwachungsstaat zu gründen. 

Besonders die Einführung der Pflicht zum Tragen von Mundschutzmasken sei nach Meinung von Attila Hildmann ein Beweis dafür, dass etwas nicht stimme. Auf Instagram schreibt er, man habe den Menschen vor Wochen noch gesagt, „Masken würden keinen Sinn machen aber verordnet euch jetzt Maskentragen damit ihr weiter Angst habt“. Hildmann sagt: „Der Staat verbietet euch die Ausübung eures Berufs, fährt bewusst die Wirtschaft und Millionen Firmen gegen die Wand, wo sonst die Wirtschaft heilig war.“

Mündigen Bürgern werde empfohlen, „zuhause zu bleiben, wie Haustiere und auf einen Impfstoff zu hoffen, den sie schon längst haben“. Er werde als Verschwörungstheoretiker betitelt, nur weil er hinterfragen würde. „Was hier passiert ist hochkriminell und zwar weltweit und wird in die Historie eingehen als riesiger Bluff zur Errichtung eines Überwachungsstaates und mehr“, so Hildmann. 

Er sei lieber ein „Verschwörungstheoretiker als Meinungsfaschist, der alles glaubt, was die Regierung ihm sagt“. Auch Bill Gates habe seiner Meinung nach seine Finger im Spiel und würde sich als „Gesundheitspapst“ aufspielen. „Ich weiß, dass viele das für Spinnerei erklären, weil sie sich nicht vorstellen können, welche Abgründe sich auftun, wenn man einfach mal sauber recherchiert“, schreibt er weiter.

Kaufland listet Hildmann-Produkte aus

Mittlerweile hat auch Kaufland auf die Äusserungen reagiert und Hildmanns Produkte aus dem Sortiment genommen. Wie das Kundenmanagement schreibt, hätten sie mit Befremdung die Äußerungen von Attila Hildmann gelesen. "Seine Verharmlosung des Nationalsozialismus sowie seine Gewaltfantasien haben uns veranlasst, seinen Energy-Drink "Daisho" auszulisten."

Olympia und immer wieder Gates

In seinen neuesten Beiträgen schießt sich Hildmann vor allem auf Bill Gates ein. Dieser sei "der mächtigste Typ und der Ekelhafteste Typ der Welt: ein SATANIST! Er lebt für satanisches Kinderschänden, die Eugenik die ihn sein Vater lehrte (...) und die globale Machtergreifung."

Ein weiteres Beispiel seiner voranschreitenden Realitätsverweigerung ist die Olympia-Eröffnungsfeier 2012. Diese sei in Wahrheit ein „Corona-Ritual“ gewesen, so Hildmann bei Instagram.

Auf den Punkt bringt es der bekannte Restaurant-Kritiker Wolfgang Fassbender: "Herr Hildmann, dass Sie nicht ganz dicht sind, war mir klar. Dass Sie aber so bekloppt sind, ist mir neu. Rechtsextreme, antisemitische Verschwörungstheorien in die Welt setzen? Ernsthaft? Sie sind eine Schande für die Gastronomie."
 

[Anzeige]
Für Hotels und Restaurants: Atemschutzmasken passend zur Marke
Wenn die Hotels und Restaurants wieder öffnen, ist das Tragen von Masken geboten. Und auch der Schutz Gäste und der Mitarbeiter funktioniert mit Stil und passend zur eigenen Marke (inkl. Unternehmens-Logo und -Farbe).
Mehr erfahren


 

Bill Gates: Ein Patent auf das Coronavirus, Mikrochips zur Kontrolle der Menschheit: Allerhand Behauptungen kursieren über den Microsoft-Gründer. Ein Faktencheck.

Bill Gates setzt sich für die Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus ein und wird damit verstärkt zur Zielscheibe von Impfgegnern und Verschwörungstheoretikern. «Es gibt Leute, die wollen das durch eine politische, nicht durch eine wissenschaftliche Brille betrachten», sagte der Microsoft-Gründer am Sonntag in einem CNN-Interview. «Das kann dich zu seltsamen Ansichten führen.» Seit Jahren kämpft die Bill & Melinda Gates Stiftung für eine bessere Gesundheitsversorgung weltweit. Über den Multimilliardär Gates kursieren viele Behauptungen. Eine Auswahl.

BEHAUPTUNG I: Gates will im Kampf gegen den Erreger den Menschen Mikrochips einpflanzen lassen - und so die totale Kontrolle erlangen.

BEWERTUNG: Falsche Zusammenhänge.

FAKTEN: Gates schrieb im März, dass irgendwann «digitale Zertifikate» Auskunft darüber geben könnten, wer eine Infektion mit dem Coronavirus bereits durchgestanden hat oder - sobald das möglich ist - dagegen geimpft ist. Diese Aussage wurde mit vollkommen anderen Projekten verrührt, die von der Gates-Stiftung unterstützt werden - etwa Forschungen zur digitalen Identifizierung, zu einer Technik, die Impfungen im Infrarotlicht auf der Haut anzeigt, sowie zu Verhütungsmethoden via Mikrochips. Mit dem Coronavirus haben sie nichts zu tun.


BEHAUPTUNG II: Gates finanziert die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

BEWERTUNG: Das ist übertrieben. Doch gehört die Gates-Stiftung tatsächlich zu den größten Geldgebern der WHO.

FAKTEN: Im Budgetzeitraum 2018/2019 flossen Spenden der Gates-Stiftung in Höhe von 367,7 Millionen Dollar in WHO-Projekte. Damit war sie als zweitwichtigster Zahler nach den USA (553 Mio.) gelistet, die jüngst ihre finanzielle Unterstützung an die UN-Behörde einfroren. Die Gates-Stiftung beteiligte sich damit zu 9,8 Prozent an den zweckgebundenen Spenden, die wiederum 77 Prozent des gesamten WHO-Budgets ausmachen. Kritiker bemängeln, Gates dürfe die Ziele seiner Spenden bestimmen und könne so der WHO eine Richtung vorgeben.


BEHAUPTUNG III: Die Gates-Stiftung soll die Entwicklung des neuen Coronavirus finanziert haben - inklusive Patent.

BEWERTUNG: Entbehrt jeder Grundlage.

FAKTEN: Der vermeintliche Beweis: das Patent eines von der Stiftung unterstützten Instituts von 2015 mit dem Titel «Coronavirus». Dabei geht es aber nicht um Sars-CoV-2, sondern um die Impfstoffentwicklung gegen ein Geflügelvirus aus der Gruppe der Coronaviren. In der Immunologie ist es üblich, dass Forscher das Erbgut von Erregern verändern, um sie weniger gefährlich zu machen. Diese eignen sich dann zur Herstellung von Impfstoffen. Zudem halten Wissenschaftler eine Entwicklung des neuen Coronavirus im Labor für nicht plausibel.


BEHAUPTUNG IV: Gates hat seine eigenen Kinder nicht impfen lassen.

BEWERTUNG: Abstruse Quelle.

FAKTEN: Gates vermeintlicher früherer Arzt soll das in den 1990ern auf einem Symposium in Seattle erzählt haben. Es werden weder der Name des Symposiums noch der des Arztes genannt. Wer diese unbelegte These zuerst in die Welt brachte, ist nicht mehr nachvollziehbar. (Mit Material der dpa)

 

[Anzeige]
Desinfektion im Hotel und Restaurant geht auch mit Stil
Zukünftig sind im Hotel und Restaurant Mittel zur Desinfektion der Hände das neue „Must-have“. Hygiene geht aber auch mit Stil – sogar im Look & Feel der eigenen Marke. Gastgeber bereiten sich jetzt vor und profitieren vom Tageskarte-Vorteil.
Mehr erfahren


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Gastronomie 2.0: Münster eröffnet ersten digitalen Biergarten

Obwohl Restaurants und Gaststätten mittlerweile wieder geöffnet sind, kämpft die Branche um ihre Gäste. In Zusammenarbeit mit der Stadt Münster haben sich die Gastronomen der westfälischen Stadt deswegen etwas Besonderes einfallen lassen und Deutschlands ersten digitalen Biergarten eröffnet.

Bayern erlaubt größere Versammlungen

In Bayern sind von diesem Mittwoch an wieder etwas größere private Veranstaltungen und Familienfeiern mit bis zu 100 Personen in geschlossenen Räumen erlaubt. Bars und Kneipen müssen dagegen auch weiterhin geschlossen bleiben.

Juan Amador und Winzer Fritz Wieninger eröffnen „Buschenschank“

„Hans & Fritz“: Drei-Sterne-Koch Juan Amador und der bekannte Winzer Fritz Wieninger haben einen „Buschenschank“ mit Blick über Wien eröffnet. Ein „Buschenschank“ ist ein Betrieb, in dem Landwirte Getränke und kalte Speisen ausschenken und servieren dürfen.

Oktoberfest: Wiesn-Familie Heide gibt Festzelt «Bräurosl» auf

Nach 83 Jahren nimmt die Wirtefamilie Heide Abschied vom Oktoberfest - und von der «Bräurosl». Es ist ein ungewöhnlicher Schritt - auch die Corona-Krise spielt dabei eine Rolle. Die «Bräurosl» zählt zu den großen Festzelten auf der «Wiesn». Dass Wiesnwirte von sich aus ein Zelt abgeben, ist äußerst selten.

Uber kauft US-Essenslieferant Postmates für 2,65 Milliarden Dollar

Der weltgrößte Fahrdienstvermittler Uber baut sein Geschäft mit Essenslieferungen durch die Übernahme des Start-ups Postmates aus. Die US-Unternehmen gaben am Montag bekannt, sich auf einen Deal im Wert von rund 2,65 Milliarden Dollar (2,34 Mrd Euro) geeinigt zu haben.

Stefan Hermann schließt zwei Restaurants

Der Sternekoch Stefan Hermann wird das Restaurant William im Dresdner Schauspielhaus sowie das Restaurant Klara nach der Sommerpause nicht weiter betreiben. Bereits im letzten Jahr hatte Hermann agekündigt seinen Hauptsitz bean&beluga auf dem Weißen Hirsch im September 2020 zu verlassen.

Massen in London, Cider-Man William: Pubs in England wieder offen

Am ersten Wochenende nach der Zwangspause benimmt sich die Mehrheit der Pub-Besucher in England okay. Doch im Ausgehviertel Soho in London drängen sich die Massen. Auch Prinz William geht was trinken.

Werden Parks die neuen Clubs?

Die Pandemie hat die Clubs in Deutschland leergefegt. Wann dort wieder getanzt werden darf, ist ungewiss. Jetzt ist Sommer. Wie geht Feiern in Corona-Zeiten?

Corona-Ausbruch bei apetito - auch Schüler und Lieferanten infiziert

Nach dem Corona-Ausbruch bei apetito​​​​​​​ im Landkreis Starnberg sind auch zwei Mitarbeiter eines Essenslieferanten und zwei Schulkinder positiv auf das Virus getestet worden. Die Lieferanten hätten Essen des Caterers in das Klinikum Großhadern gebracht.

Nach mehr als drei Monaten: Pubs in England öffnen - Prinz William macht den Anfang

Auch an normalen Wochenenden müssen Rettungsdienst und Polizei in England oft ausrücken, weil Pub-Besucher ihr Alkohol-Limit nicht kennen oder es zu Schlägereien kommt. Am ersten Tag nach der Zwangspause mahnt die Regierung zur Vernunft.