Beispiel Stuttgart - Wie negative Restaurantbewertungen bei Google verschwinden

| Gastronomie Gastronomie

Eine exklusive Datenanalyse der Stuttgarter Zeitung zeigt, dass in den Google-Maps-Profilen von über 1,700 Gastrobetrieben in Stuttgart innerhalb von nur wenigen Wochen mehr als 600 vorwiegend negative Bewertungen verschwunden sind. Besonders betroffen waren Betriebe mit ursprünglich niedrigen Sternebewertungen, bei denen sich die Gesamtbewertung nach den Löschungen deutlich verbesserte.

Gründe für das Verschwinden von Bewertungen

Google-Bewertungen werden gelöscht, wenn sie gegen die Google-Richtlinien oder geltendes Recht verstoßen. Dazu zählen Beleidigungen, falsche Tatsachenbehauptungen oder Schmähkritik. Häufig melden Betreiber strittige oder beleidigende Rezensionen als unzulässig oder zweifeln an, dass der Verfasser tatsächlich Gast war. Wird der Besuch des Kunden nicht nachgewiesen, kann Google die Bewertung entfernen. Die Plattform prüft solche Meldungen und löscht Bewertungen bei berechtigtem Verdacht. Neben dieser Meldungspraxis kommen auch automatisierte Löschungen zum Einsatz. Außerdem gibt es spezialisierte Kanzleien und Agenturen, die als Dienstleister das Löschen negativer Bewertungen anbieten.

Rechtlicher und technischer Rahmen

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs aus 2022 und durch den seit 2024 geltenden Digital Services Act der EU sind Plattformen wie Google verpflichtet, die Echtheit von Nutzerbewertungen zu überprüfen und rechtswidrige Inhalte konsequent zu entfernen. Google selbst gibt an, automatisierte Systeme einzusetzen, die proaktiv nach Verstößen suchen und Inhalte gegebenenfalls löschen.

Auswirkungen auf die Gastronomie in Stuttgart

Die Löschpraxis führt bei einigen Betrieben zu einer verbesserten Online-Reputation, was für die Gastronomie von großer Bedeutung ist. Für Betreiber heißt das, durch das Anzweifeln einzelner Bewertungen und das Nutzen von Löschdiensten können Einfluss auf das öffentliche Bild genommen werden. Gleichzeitig stehen Nutzerbewertungen weiterhin im Fokus der Plattformen und werden streng auf ihre Echtheit geprüft.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine aktuelle Befragung im Auftrag von Sodexo untersucht das Essverhalten von Arbeitnehmern in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen eine steigende Preissensitivität beim Mittagessen sowie deutliche Unterschiede in den verschiedenen Alters- und Einkommensgruppen.

Das Wiener Café Schwarzenberg feiert im Juni sein 165-jähriges Bestehen als ältestes Kaffeehaus an der Ringstraße. Der Traditionsbetrieb erweitert aus diesem Anlass sein kulinarisches Angebot um eine eigens kreierte Geburtstagstorte.

Die späten Anstoßzeiten vieler Spiele der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft könnten Kneipen, Bars und Biergärten in Deutschland erheblich zusetzen. Das zeigt eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für die Deutsche Presse-Agentur. 

Der Meisenheimer Hof plant die Eröffnung des neuen Restaurants La Mésange im November 2026 und erweitert zugleich sein Hotelangebot um 14 Zimmer. Zudem wurden Pläne für die Heimatküche und die Winebank Nahe vorgestellt.

Ein bayerischer Gastronom will die ersten frei zugänglichen Schnellrestaurants der US-Kette Taco Bell in Deutschland eröffnen. Pachtverträge für zwei Restaurants in München sind unterschrieben, wie der Unternehmer Christian Lehmann mitteilte.

Wenn Kneipen schließen, fehlen nach Ansicht des Politikwissenschaftlers Oliviero Angeli wichtige Orte für Austausch und Verständnis. Das hat auch Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Supreme Sports Hospitality GmbH übernimmt künftig die gastronomische Versorgung des Musikfestivals World Club Dome in Frankfurt am Main. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde mit der World Club Dome GmbH ein Vertrag über fünf Jahre geschlossen.

Thomas Bühner sucht Mitarbeiter für ein neues Gastronomieprojekt im Münsterland. Der ehemalige Drei-Sterne-Koch kündigt damit eine Rückkehr zu seinen westfälischen Wurzeln an und macht zugleich ein bislang unbekanntes Restaurantvorhaben öffentlich.

Wie erwartet: Das Bier auf dem Oktoberfest wird teurer. Dreieinhalb Monate vor dem Anstich hat die Stadt München die Preise bekanntgegeben. Ist der Anstieg moderat?

Die Deutsche Bahn aktualisiert ihr Angebot an Weinen in ICE- und Intercity-Zügen. Unterstützt durch das Deutsche Weininstitut wurden vier neue Produkte in die Bordgastronomie aufgenommen.