Drei-Sterne-Aus in Osnabrück: La Vie muss schließen

| Gastronomie Gastronomie

Das Osnabrücker Drei-Sterne-Restaurant „La Vie“ in der Altstadt muss schließen. Wie die Osnabrücker Zeitung berichtet, will sich die dahinterstehende Georgsmarienhütte Holding vom Restaurantgeschäft trennen. Die Gruppe hat ihre Herkunft im Stahlgeschäft, die Kulinarik zählte nie zum Kerngeschäft.


Sternekoch Thomas Bühner musste bis zum Wochenende schweigen, am Samstag wurde auch die Belegschaft informiert. Wie Bühner der NOZ mitteilte, hätte er es gerne nicht so kurzfristig gemacht. Als Geschäftsführer habe er es jedoch nur so ausführen können, wie von den Gesellschaftern gefordert. Seine Hauptaufgabe sehe er nun darin, den Angestellten dabei zu helfen, wie es weitergeht. 30 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Dies sei laut NOZ vor allem deshalb schwierig, weil sich viele Restaurants derzeit in der Sommerpause befänden. 

Mehr als zwölf Jahre lang hat Geschäftsführer und Küchenchef Thomas Bühner in der Osnabrücker Altstadt gemeinsam mit seinem Team auf höchstem Niveau gekocht und Gäste aus der ganzen Welt begrüßt. Drei Michelin Sterne, 19 Gault&Millau Punkte sowie 5 F's im Feinschmecker hat der 56-jährige mit seiner la vie Mannschaft um Restaurantleiterin Nadja Siebert und Sommelier Christian Scholz, Küchenchef Timo Fritsche, Patissier Roman Aster und TastyKitchen Küchenchef Tobias Pietsch, erkocht. Damit wurden nicht nur sechs Jahre in Folge die selbst gesteckten qualitativen Ziele erreicht (drei Michelin Sterne), das Restaurant zählt außerdem zu einem der besten Restaurants des Landes und darüber hinaus.

Im Zuge der organisatorischen Neuausrichtung der Georgsmarienhütte Holding GmbH (Gesellschafter der la vie GmbH) mit klarem Fokus auf die Stahlherstellung und -verarbeitung hat sich die Geschäftsführung der Hütte nun entschlossen, das unternehmerische Engagement in der Sterne-Gastronomie zu beenden. "Das la vie und die Stadt Osnabrück waren in den vergangenen 12 Jahren meine Heimat. Ich habe hier gemeinsam mit meinem Team all das erreicht, was ich mir immer erträumt habe und möchte mich daher nicht nur bei meiner Mannschaft, sondern auch bei der Georgsmarienhütte Holding GmbH, den Osnabrückern und Gästen aus aller Welt bedanken. Es war eine unglaubliche Reise, die nun zu Ende geht", so Thomas Bühner.

Zurück

Vielleicht auch interessant

16 Köche kämpfen in der Münchener Allianz Arena um den Einzug in das Finale des „Koch des Jahres“. Der Wettbewerb setzt 2026 auf ein neues Konzept rund um Kindheitserinnerungen und internationale Vielfalt.

Mit der Eröffnung im Mandarin Oriental Conservatorium bringt Yotam Ottolenghi sein Gastronomiekonzept erstmals nach Amsterdam. Das Restaurant setzt auf regionale Produkte, ein pflanzenfokussiertes Menü und ein Design des langjährigen Partners Alex Meitlis.

Wegen Sanierungen im Nassauer Hof zieht das Wiesbadener Sternerestaurant Ente ab März 2026 vorübergehend in das Kloster Eberbach um. Das bewährte Team um Küchenchef Michael Kammermeier bleibt erhalten und setzt künftig verstärkt auf regionale Produkte im historischen Pfortenhaus.

Das Hamburger Start-up goodBytz liefert mit SAM eine vollautomatische Containerküche an die U.S. Army nach Südkorea. Das System ermöglicht die frische Zubereitung von bis zu 30 Mahlzeiten in wenigen Minuten – und das unabhängig von lokaler Kücheninfrastruktur.

Das Noma in Kopenhagen gilt als eines der besten Restaurants der Welt. Doch Ex-Mitarbeiter werfen Chefkoch Redzepi laut «New York Times» Gewalt und Demütigungen vor. Jetzt zieht der Däne Konsequenzen.

Eine Woche vor der offiziellen Vorstellung der vollständigen Restaurantselektion 2026, hat der Guide Michelin die diesjährigen Preisträger des Bib Gourmand für Österreich bekannt gegeben. Wie die Organisation mitteilt, erhalten in diesem Jahr 26 Restaurants die Auszeichnung neu.

Kurz vor der Veröffentlichung des Guide Michelin Frankreich 2026 sorgen prominente Abwertungen für Aufsehen: Das Pariser Traditionsrestaurant L’Ambroisie verliert nach Jahrzehnten seinen dritten Stern, während auch renommierte Häuser in der Provinz Federn lassen müssen.

Sternekoch Heston Blumenthal kündigt die Schließung seines Zwei-Sterne-Restaurants Dinner by Heston für Januar 2027 an. Neben auslaufenden Pachtverträgen führt der Gastronom steigende Warenkosten und gesundheitliche Gründe für diesen Schritt an.

Feinkost Käfer übernimmt nach einer europaweiten Ausschreibung das Catering in den Lounges des BER und festigt damit seine Präsenz am Berliner Markt sowie im Segment der gehobenen Flughafengastronomie.

Billy Wagner analysiert die strukturelle Ausbeutung in der Sternegastronomie und fordert nach den Noma-Enthüllungen eine ehrliche Debatte über Preise und Arbeitsbedingungen. Der Inhaber des Berliner Sternerestaurants Nobelhart & Schmutzig thematisiert damit ein tief verwurzeltes Systemproblem der gesamten Branche.