Eisdielen-Check: Aktuelle Preise, neue Sorten und Spartipps für Familien

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Während die Temperaturen klettern, öffnen nach und nach die Eisdielen in Deutschland. Einige öffneten bereits an sonnigen Tagen im Februar, mit entsprechendem Andrang - etwa in der Altstadt von Lüneburg in Niedersachsen. Heiß diskutiert werden dabei fast schon traditionell die Preise für eine Kugel Eis. Doch auch in anderen Aspekten gibt es bei dem gefrorenen Schmaus Änderungen.

Preis für die Kugel steigt - aber nicht überall

Für die Kugel Eis ist die Zwei-Euro-Grenze in Berlin in sehr, sehr vielen Eisdielen schon seit Jahren überschritten, wie ein dpa-Reporter berichtet. Aktuelle Preisbeispiele: Das Eiscafé Di Russillo im Forum Steglitz nimmt pro Kugel 2,20 Euro, die Eis Boutique am Breslauer Platz ebenfalls. Bei Kiez & Kugel am Lausitzer Platz sind es 2,40 Euro, bei den ebenfalls in Kreuzberg gelegenen Anbietern Vanille & Marille und den Eismachern noch etwas mehr.

Etwas außerhalb von Berlin in Potsdam kostet die Kugel bei den Eisbuben 2,00 Euro. Damit ist sie zehn Cent teurer als im Vorjahr, wie Mitarbeiterin Sabine Rasch berichtet. Im Eis-Café Venezia im niedersächsischen Lüneburg ist der Preis ebenfalls um zehn Cent auf 2,00 Euro geklettert. Auch in Braunschweig wurde teils auf 2,00 Euro gerundet, mitunter schon im vergangenen Jahr.

Verhältnismäßig günstig ist die Kugel seit einigen Jahren beim Eis-Café Hartmann im brandenburgischen Cottbus. «Eine Kugel kostet bei uns derzeit 1,50 Euro. Wir versuchen, den Preis auch in diesem Jahr so zu halten», sagt eine Mitarbeiterin. Beim Franchise Giovanni L. im niedersächsischen Göttingen kostet die Kugel zwischen 2,00 und 2,30 Euro - wie im Vorjahr. Unverändert sind die Preise seit drei Jahren auch bei der Gelod Eismanufaktur in Cottbus, wie Inhaber Markus Natusch sagt. 

Generell ist die Preisspanne groß, wie das Beispiel Baden-Württemberg zeigt: In Mannheim gibt es die Kugel auch schon mal für 1,80 Euro. In Stuttgart und Tübingen rufen einige Eisdielen 2,50 Euro auf. Aus einer Stichprobe der Deutschen Presse-Agentur hat ein Drittel der Eisdielen die Preise erhöht, meist um zehn bis zwanzig Cent.

Weitere Preissteigerungen seien im Jahresverlauf möglich, erklärt Heike Silber von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. «Bei den derzeitigen geopolitischen Begebenheiten, die sich auf Energie- und Rohstoffpreise auswirken, ist das nicht vorhersehbar.» 

Kritik an Fokus auf Eiskugelpreis

Eine genaue Aussage zur Preisspanne für eine Eiskugel ist seit diesem Jahr nicht mehr möglich. Der Verband der italienischen Speiseeishersteller in Deutschland (Uniteis) teilt den Eiskugelpreis nicht mehr mit - und beklagt eine mediale «Besessenheit» dafür. Ein Mitarbeiter einer Berliner Eisdiele klagt gegenüber einem Reporter der Deutschen Presse-Agentur ebenfalls: «Mir ist es auch ein Rätsel, dass Kunden sich beschweren, aber in der Kneipe oder im Restaurant ohne Murren fünf oder sechs Euro für einen halben Liter Bier bezahlen».

Eisdielen und der Verband betonen, dass es viele Gründe für Preissteigerungen gebe. Nur zehn Prozent des Kugelpreises mache der Gewinn aus, der auch noch versteuert werden müsse, heißt es vom Verband. Kostentreiber seien Mieten, Einkaufskosten, Löhne und Energiepreise.

Bei Giovanni L. in Göttingen betont Inhaberin Ruken Yildirim, auf Weidemilch aus der Region und reine Haselnüsse zu setzen. Bei der Qualität wolle sie nicht sparen. Ein Braunschweiger Eisverkäufer sagt, er stehe nun selbst häufiger hinter der Theke, um Personalkosten zu sparen. 

Trends: von Klassikern bis zum Protein-Eis

Neben teils neuen Preisen gibt es für Schleckermäuler auch neue Geschmacksrichtungen und Variationen. Die Potsdamer Eisdiele Eisbuben will sich beispielsweise ab Sommer an einem Protein-Eis probieren. In Göttingen ist bei Giovanni L. derzeit die Sorte «Zimtschnecke» im Angebot. Weitere Kreationen sollen folgen.

Die größte Nachfrage gebe es seit Jahren jedoch beim Pistazieneis, sagt Inhaberin Ruken Yildirim in Göttingen. «Das ist und bleibt unser großer Renner». In Cottbus sind beim Eis-Café Hartmann auch Jahr für Jahr die Klassiker beliebt: «Vanille, Schokolade, Walnuss», sagt eine Mitarbeiterin. Das neue Keks-Eis komme aber ebenfalls gut an. Auch technische Neuerungen gibt es: So kann bei Aldemir Eis in Berlin inzwischen an Terminals bestellt werden - ähnlich wie in Fast-Food-Restaurants.

Welches Eis gegessen werde, hängt auch von der Jahreszeit ab, heißt es vom Speiseeisverband. Hätten im Frühjahr noch Milcheissorten die Nase vorn, würde im Sommer Fruchteis und Sorbet beliebter. Eissorte des Jahres ist laut dem Verband übrigens «Pinocchio». Damit ist nicht der Kindereisbecher gemeint, der in vielen Eisdielen auf der Karte steht. Hinter dem Namen verbirgt sich eine Mischung aus einem Erdbeersorbet und einem Milcheis.

Eisdielen verraten Tricks: So kann clever gespart werden

Gerade für Familien kann sich ein Ausflug in die Eisdiele schmerzlich im Geldbeutel bemerkbar machen. Einige Geschäfte bieten aber Möglichkeiten an, Geld zu sparen. Bei den Eisbuben in Potsdam empfiehlt Mitarbeiterin Sabine Rasch Eiscreme im Becher. So könnten bei gleicher Menge und gleichem Preis verschiedene Sorten probiert werden. Denn das Eis werde in den Becher gestrichen und nicht wie in der Waffel als Kugeln serviert. Beim Waffeleis gebe es zudem einen Mengenrabatt. (dpa)


 

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