„Fine Dining ist tot“ entfacht Debatte über die Zukunft der Spitzenküche

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„Fine dining is dead.“ Mit diesen Worten hat Bruno Verjus die angekündigte Schließung seines Pariser Zwei-Sterne-Restaurants Table begleitet. Das Restaurant soll am 22. Dezember 2026 schließen. Verjus begründet seine Entscheidung unter anderem mit der Frage, wie zugänglich Spitzenküche sein kann. (Videos bei Instagram)

Wie Gault&Millau berichtet, fühle sich Verjus nicht wohl damit, Menschen von seinem Tisch auszuschließen. Er wolle weiterhin mit außergewöhnlichen Produkten arbeiten und Menschen besondere Küche und besonderen Service näherbringen, jedoch nicht nur einem kleinen Kreis von Gästen.

Das Table bietet derzeit das Menü „Couleur du jour“ für 480 Euro ohne Getränke an. Verjus erklärte laut Gault&Millau zudem, er habe das Gefühl bekommen, Praktiken zu wiederholen, die der Vergangenheit angehörten. Man müsse vorangehen und etwas anderes anbieten.

Ox & Klee erklärte klassisches Fine Dining bereits für beendet

Bereits im Januar 2026 hatte das Kölner Zwei-Sterne-Restaurant Ox & Klee unter der Leitung von Daniel Gottschlich das klassische Fine Dining in seiner bisherigen Form für beendet erklärt und eine Neuausrichtung angekündigt.

Der Betrieb verabschiedete sich von Dresscodes und förmlicher Etikette. Zugleich wurde die klassische Trennung zwischen Küche und Service aufgehoben. In der „Ox & Klee Unity“ übernehmen Köche auch den Dienst am Gast und servieren Gerichte selbst. (Tageskarte berichtete

Gottschlich erklärte, die Veränderungen bedeuteten keinen geringeren kulinarischen Anspruch. „Wir verzichten nicht auf Präzision, Aromen-Tiefe oder technisches Können.“ Die Gerichte müssten heute vielmehr „mehr leisten denn je“.

Jürgen Dollase berichtet von Problemen der Pariser Spitzenküche

Auch Restaurantkritiker Jürgen Dollase äußerte sich zur Situation. Auf Facebook schrieb er, ihn erreichten Nachrichten aus Paris, wonach die Spitzenküche selbst in zentralen Lagen unter Druck stehe. Die Leute wollten „nicht mehr so recht“, Investoren nach seinen Informationen „schon gar nicht“, zudem drohten Schließungen in größerem Ausmaß.

Als möglichen Ausweg nennt Dollase „Beste Küche in anderen Formaten“. Dazu zählt er unter anderem „wirklich intelligente Snacks“, beste Regionalküche sowie Gerichte mit guten Produkten, die auf entwickelten Traditionen basierten und mit modernem sensorischem Verständnis auf eine neue Ebene gebracht würden.

Zu Verjus schrieb Dollase, Table sei kein „Strohfeuer“ gewesen und insbesondere die Produktqualität sei sehr gut gewesen. Verjus habe es aus seiner Sicht allerdings mit den Preisen „maßlos überzogen“. Vor dem von Dollase als „forcierten Hype“ bezeichneten Zeitraum sei das Restaurant immer voll gewesen.

Thomas Bühner widerspricht der These vom Ende des Fine Dining

Thomas Bühner, langjähriger Drei-Sterne-Koch und Patron des LA VIE by thomas bühner auf dem ONE METRO Campus in Düsseldorf, kommt zu einer anderen Einschätzung. „Fine Dining ist nicht tot. Aber Fine Dining muss sich immer wieder die Frage stellen, warum es existiert.“

Bühner könne nachvollziehen, dass Verjus mehr Menschen erreichen wolle. Daraus folge für ihn jedoch nicht, dass Fine Dining keine Zukunft habe. Ein Restaurantbesuch bedeute für ihn auch, mehrere Stunden gemeinsam an einem Tisch zu verbringen und sich Zeit füreinander zu nehmen.

Im LA VIE kostet das Menü 186 Euro für vier Gänge beziehungsweise 238 Euro für sieben Gänge. Hinter diesen Preisen stünden Bühner zufolge unter anderem hochwertige Produkte, Vorbereitung, ein großes Küchen- und Serviceteam, Handwerk, Ausbildung, Weinberatung und Atmosphäre.

Fine Dining dürfe für ihn nicht allein über die Zahl der Gänge, Sterne oder den Preis definiert werden. „Fine Dining bedeutet für mich nicht Überfluss. Es bedeutet Sorgfalt.“ Künftig könne es weniger Restaurants dieser Art, kürzere Menüs sowie spontanere, zugänglichere und weniger förmliche Angebote geben. Bühner bezeichnet das nicht als Tod des Fine Dining, sondern als „Evolution“.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

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