Food-Truck-Studie zeigt große Unterschiede bei Gewinnen und Geschäftsmodellen

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Eine Branchenanalyse unter 142 Food-Truck-Betreibern in Deutschland zeichnet ein differenziertes Bild der mobilen Gastronomie. Während die Mehrheit der Betriebe vergleichsweise moderate Gewinne erzielt, deuten die Daten darauf hin, dass weniger die Arbeitszeit als vielmehr das gewählte Geschäftsmodell über den wirtschaftlichen Erfolg entscheidet.

Food Trucks gehören mittlerweile zum festen Bestandteil vieler Festivals, Firmenveranstaltungen und privater Feiern. Hinter dem sichtbaren Wachstum der vergangenen Jahre stehen jedoch überwiegend kleine, eigenständig organisierte Betriebe. Das geht aus einer Branchenanalyse hervor, die auf einer anonymen Befragung von 142 Food-Truck-Betreibern basiert und im Frühjahr 2026 durchgeführt wurde.

Die Branche bleibt von kleinen Betrieben geprägt

Die Untersuchung zeigt eine stark kleinteilige Marktstruktur. 69 Prozent der Befragten betreiben einen einzelnen Food Truck. Weitere 23 Prozent verfügen über zwei Fahrzeuge, während lediglich acht Prozent drei oder mehr Trucks einsetzen.

Auch bei der Personalstruktur dominieren kleine Einheiten. Nach Angaben der Befragten arbeiten 17 Prozent vollständig allein, weitere 27 Prozent überwiegend allein und greifen nur gelegentlich auf Unterstützung zurück. Die größte Gruppe mit 43 Prozent setzt auf kleine Teams von zwei bis drei Personen. Lediglich 13 Prozent arbeiten regelmäßig mit größeren Mannschaften.

Zugleich handelt es sich keineswegs um eine reine Einsteigerbranche. Fast drei Viertel der Teilnehmer sind bereits länger als drei Jahre im Geschäft. Die größte Gruppe mit 39 Prozent verfügt über drei bis fünf Jahre Erfahrung, weitere 35 Prozent sind sogar seit mehr als sechs Jahren aktiv.

Die meisten Betreiber arbeiten zwischen 30 und 50 Stunden

Die Arbeitsrealität unterscheidet sich deutlich von klassischen Gastronomiebetrieben mit festen Standorten. Die Mehrheit der Befragten gibt an, zwischen 30 und 50 Stunden pro Woche für Einkauf, Vorbereitung, Verkauf, Marketing, Verwaltung und Reinigung aufzuwenden. 34 Prozent arbeiten zwischen 40 und 50 Stunden, weitere 22 Prozent zwischen 30 und 40 Stunden. Gleichzeitig leisten 24 Prozent mehr als 50 Wochenstunden.

Bei den tatsächlichen Verkaufstagen zeigt sich eine vergleichsweise geringe Auslastung. Rund 63 Prozent der Betriebe sind durchschnittlich lediglich zwischen fünf und 15 Tagen pro Monat im Einsatz. Mehr als 20 Einsatztage erreichen nur fünf Prozent der Befragten.

Umsatzschwerpunkte verteilen sich auf mehrere Modelle

Beim Geschäftsmodell ergibt sich ein vergleichsweise ausgeglichenes Bild. 31 Prozent der Betreiber erzielen den größten Teil ihres Umsatzes mit Festivals und Selbstzahler-Events. Jeweils 26 Prozent nennen Firmen-Caterings beziehungsweise den Mittagstisch als wichtigste Einnahmequelle. Private Caterings kommen auf 17 Prozent. Insgesamt entfallen damit 43 Prozent der Umsatzschwerpunkte auf Catering-Geschäfte.

Beim Jahresumsatz konzentriert sich die Branche im mittleren Bereich. 34 Prozent der Betriebe erzielen nach eigenen Angaben zwischen 50.000 und 100.000 Euro Umsatz pro Jahr, weitere 25 Prozent liegen zwischen 100.000 und 150.000 Euro. Umsätze von mehr als 500.000 Euro erreichen lediglich fünf Prozent der Befragten.

Mehrheit erzielt weniger als 40.000 Euro Gewinn

Noch deutlicher fällt die Verteilung bei den Gewinnen aus. Nach Angaben der Betreiber erwirtschaften 58 Prozent einen Jahresgewinn von weniger als 40.000 Euro. Die größte Gruppe mit 31 Prozent liegt zwischen 20.000 und 40.000 Euro, weitere 27 Prozent unterhalb von 20.000 Euro. Gewinne von mehr als 100.000 Euro erreichen lediglich fünf Prozent der Befragten.

Als größte wirtschaftliche Herausforderungen nennen die Teilnehmer vor allem steigende Wareneinsatz- und Einkaufskosten. Dieser Faktor wird von 37 Prozent der Befragten genannt. Dahinter folgen Personalkosten und Standgebühren mit jeweils 16 Prozent. Wettbewerb spielt mit fünf Prozent der Nennungen dagegen eine vergleichsweise geringe Rolle.

Analyse zeigt Zusammenhang zwischen Modell und Gewinn

Besonders auffällig sind die Ergebnisse zu Arbeitszeit und Wirtschaftlichkeit. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass ein direkter Zusammenhang zwischen höherem Arbeitseinsatz und höheren Gewinnen nicht erkennbar sei. Betreiber mit mehr als 60 Wochenstunden seien ausschließlich in den unteren Gewinnklassen vertreten. Gleichzeitig erreiche ein Teil der wirtschaftlich erfolgreichsten Betriebe hohe Gewinne bei vergleichsweise geringer Arbeitszeit.

Deutlich stärker als die Arbeitszeit wirke sich nach Darstellung der Analyse das Geschäftsmodell aus. Catering sei das einzige Modell, in dem regelmäßig höhere Gewinnklassen erreicht würden. Dagegen konzentrierten sich Festivals und Selbstzahler-Events überwiegend auf die unteren Gewinnsegmente. Der Mittagstisch bewege sich vor allem im mittleren Bereich.

Auch die Betriebsgröße scheint eine Rolle zu spielen. Während in der vorliegenden Stichprobe kein Ein-Fahrzeug-Betrieb einen Jahresgewinn von mehr als 100.000 Euro erreicht habe, seien höhere Gewinnklassen bei Unternehmen mit mehreren Trucks deutlich häufiger vertreten. Die Autoren der Studie weisen allerdings darauf hin, dass zusätzliche Fahrzeuge allein keinen wirtschaftlichen Erfolg garantierten.

Mehrheit würde erneut gründen, Expansion bleibt selten

Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen blickt ein Großteil der Branche nicht grundsätzlich negativ auf das Geschäftsmodell. 56 Prozent der Befragten geben an, heute erneut einen Food Truck gründen zu wollen. 33 Prozent zeigen sich unentschlossen, während 11 Prozent eine Neugründung ausschließen würden.

Gleichzeitig plant die Mehrheit keine Expansion. 62 Prozent der Betreiber verfolgen nach eigenen Angaben derzeit keinerlei Erweiterungspläne. Zusätzliche Fahrzeuge, neue Mitarbeiter oder stationäre Standorte werden nur von kleineren Gruppen in Betracht gezogen.

Die Studie wurde von Fabian Hengmith, Betreiber der Plattform www.foodtruck-beratung.de, durchgeführt. Die Ergebnisse basieren auf freiwilligen Selbstauskünften der Teilnehmer und verstehen sich nach Angaben des Autors als Momentaufnahme der Branche im Frühjahr 2026.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


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