Handys weg, Gespräche her: Sardinien testet neue Restaurantregeln

| Gastronomie Gastronomie

Alle beim Essen im Restaurant mit Handys am Tisch, die Kinder am Tablet mit irgendwelchen Videos oder Spielen beschäftigt? Auf Sardinien hat ein Pilotversuch begonnen, mit dem Familien am Essenstisch wieder zum Reden gebracht werden sollen. An der zunächst auf einen Monat befristeten Aktion «A tavola senza schermi» («Zu Tisch ohne Bildschirme») nehmen seit diesem Sonntag auf der italienischen Mittelmeerinsel insgesamt 15 Gaststätten teil.

Dabei verpflichten sich die Gäste mit Betreten des Restaurants alle Handys und Tablets entweder tief in den Taschen zu verstauen oder in einem Korb abzulegen. Als Ausgleich gibt es für Familien mit Kindern ein «Begegnungsset» mit Spielen und Buntstiften. Das Projekt wurde vom Gastgewerbeverband der Insel zusammen mit der dortigen Kinder- und Jugendbeauftragten Anna Cau entwickelt.

Teilnahme auf freiwilliger Basis

Ziel der Initiative ist es, Kinder und Jugendliche zumindest im Restaurant «vom Netz zu nehmen», damit sie spielen, malen und reden anstatt auf den Bildschirm zu starren. Die Teilnahme ist freiwillig. Ein striktes Handyverbot gibt es in den beteiligten Gaststätten nicht. Ausnahmen sind erlaubt, müssen aber abgesprochen werden. Falls es doch wichtige Telefonate gibt, sollen diese abseits vom Tisch und außer Hörweite geführt werden.

«Die digitale Welt muss gut geregelt werden», sagte die Kinderbeauftragte Cau. «Minderjährige müssen vor dem Missbrauch elektronischer Geräte und vor ungeeigneten Inhalten geschützt werden. Eltern müssen sich der Risiken und Chancen technologischer Geräte bewusst sein.» Der Vorsitzende des Gastgewerbeverbands, Emanuele Frongia, meint, dass ohne Handys auch Erwachsene wieder besser ins Gespräch kämen: «Ein Restaurant ist ein Ort, an dem man sich trifft, miteinander spricht und Zeit miteinander verbringt.»

An der Aktion nehmen Gaststätten aus größeren Städten wie der Inselhauptstadt Cagliari teil, aber auch aus kleineren Gemeinden. Sardinien wird auch viel von Touristen besucht. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Nach einigem Hin und Her kann das 20. Oktoberfest in Mainz am Freitag beginnen. Die Voraussetzungen für eine sichere und rechtskonforme Nutzung des neuen Zeltes seien erfüllt, teilte die Landeshauptstadt mit.

Eine Heineken-Studie zeigt veränderte Erwartungen junger Erwachsener an Gastronomiebetriebe. Die Daten widersprechen zugleich der verbreiteten Annahme, dass jüngere Menschen sich zunehmend aus dem Nachtleben zurückziehen.

Der Dehoga Bayern hat in München das Forum türkische Gastgeber gegründet. Das Netzwerk soll Unternehmer im Gastgewerbe unterstützen und den Austausch zwischen bayerischen und türkischen Akteuren fördern.

Mitten im Übernahmeprozess durch den Konkurrenten Uber muss der Essenslieferdienst Delivery Hero einen deutlichen Rückschlag einstecken: Die Berliner bekommen für den Verkauf des Taiwan-Geschäfts ihrer Tochter Foodpanda keine Freigabe.

Das Frauennetzwerk Foodservice e. V. hat seinen Vorstand und Beirat neu aufgestellt. Bei der Mitgliederversammlung Anfang Oktober wurden Stephanie Fischer und Katharina Strottner neu in den Vorstand gewählt.

Eine aktuelle Auswertung zeigt höhere Einnahmen über Kartenzahlungen rund um Halloween. Besonders der Lebensmittelhandel sowie Bars und Clubs verzeichneten Zuwächse. Zwischen den untersuchten Städten gab es deutliche Unterschiede.

Gault&Millau hat Philip Rachinger zum „Chef of the Year 2027“ in Österreich gekürt. Bei der Präsentation des neuen Guides wurden außerdem Karl und Rudi Obauer für ihr Lebenswerk geehrt und weitere Preise für Gastronomie, Wein und Hotellerie vergeben.

Nur noch 2,5 statt 4,2 Millionen Besucher auf dem Cannstatter Wasen - die neuen Gästezahlen überraschen die Verantwortlichen. Kann das wirklich sein?

Seit der Euro-Einführung kostet der Espresso im „Fante di Cuori“ im italienischen Cossato unverändert 70 Cent. Das Betreiberpaar will daran festhalten. Möglich machen das der Verzicht auf Angestellte und niedrige Mietkosten.

Dieter L. Kaufmann ist mit 89 Jahren gestorben. Der Koch führte das mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnete Restaurant Zur Traube in Grevenbroich. Kollegen erinnern unter einen Nachruf von Jürgen Dollase an ihn als Lehrmeister und an gemeinsame Erlebnisse.