Kassen-Nachschau - Finanzbeamte prüfen Kassensysteme in Thüringer Betrieben 

| Gastronomie Gastronomie

Die Betriebsprüfung in Thüringen hat im Jahr 2025 insgesamt 3.054 unangekündigte Kassen-Nachschauen durchgeführt. Das geht aus einer Mitteilung des Thüringer Finanzministeriums hervor. Einen wesentlichen Anteil daran hatte ein landesweiter Aktionstag im Dezember.

Aktionstag mit 286 Prüfern kontrolliert rund 2.500 Betriebe

Nach Angaben des Ministeriums fand am 15. Dezember 2025 ein groß angelegter Aktionstag statt. Dabei waren 286 Prüferinnen und Prüfer im Einsatz, die rund 2.500 Betriebe in 103 Ortschaften überprüften. Unterstützt wurden sie laut Mitteilung durch Mitarbeiter der Steuerfahndung sowie der Umsatzsteuersonderprüfung.

Die Thüringer Finanzministerin Katja Wolf erklärte dazu laut Mitteilung: „Damit haben unsere Prüfungsdienste einen wertvollen Beitrag im Sinne der Steuergerechtigkeit geleistet.“

 

Kassen-Nachschau dient Prüfung von Aufzeichnungen und Buchführung

Bei der Kassen-Nachschau handelt es sich nach Angaben des Ministeriums um ein Verfahren zur zeitnahen Überprüfung der Ordnungsmäßigkeit von Kassenaufzeichnungen sowie deren Übernahme in die Buchführung. Die Prüfungen erfolgen unangekündigt.

Das Instrument wurde laut Mitteilung im Jahr 2018 gesetzlich eingeführt, nachdem bekannt geworden war, dass technische Möglichkeiten genutzt wurden, um Kassenaufzeichnungen zu manipulieren. Katja Wolf erklärte hierzu: „Das ist kein Kavaliersdelikt, hierbei handelt es sich um Steuerhinterziehung.“

Reguläre Betriebsprüfungen erzielen Mehrergebnis von 96 Millionen Euro

Neben den Kassen-Nachschauen haben die Thüringer Prüfer im Jahr 2025 insgesamt 3.013 reguläre Betriebsprüfungen abgeschlossen. Dabei wurde laut Ministerium ein Mehrergebnis von knapp 96 Millionen Euro erzielt.

Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies nach Angaben des Ministeriums einer Steigerung um mehr als 28 Millionen Euro. Finanzministerin Katja Wolf erklärte dazu laut Mitteilung: „In den letzten sechs Jahren gab es fast eine halbe Milliarde Euro Nachzahlungen allein durch Betriebsprüfungen.“

Über 156.000 Betriebe in Thüringen steuerlich erfasst

Das Ministerium weist darauf hin, dass in Thüringen mehr als 156.000 Betriebe steuerlich erfasst sind. Eine Betriebsprüfung könne unabhängig vom Ergebnis eine Belastung darstellen, insbesondere wenn der Prüfungszeitraum lange zurückliege oder die Prüfung länger dauere.

Zugleich betonte Katja Wolf laut Mitteilung die begrenzten personellen Ressourcen: „Wir haben zwar gut ausgebildete und hochmotivierte Bedienstete in den Außenprüfungen, diese müssen jedoch möglichst effizient eingesetzt werden.“

Betriebsprüfung soll künftig stärker risikoorientiert arbeiten

Nach Angaben des Ministeriums verfolgt die Thüringer Betriebsprüfung das Ziel, Prüfungen künftig schneller und zeitnäher durchzuführen. Dies solle durch eine risikoorientiertere Fallauswahl, Schwerpunktprüfungen sowie abgekürzte Außenprüfungen erreicht werden.


 

 

 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Kneipe 80 expandiert mit neuen Standorten am Tegernsee und in Augsburg. Parallel führt das Unternehmen mit dem Format „Kiosk 80“ ein weiteres Konzept für kleinere Flächen ein.

Weissenhaus erweitert sein gastronomisches Angebot im Schloss um das Restaurant NAMI und die Bar 1896. Zuvor hatte das Zwei-Sterne-Restaurant Courtier nach dem Weggang seiner Leitung den Betrieb eingestellt.

Starbucks hat im zweiten Quartal 2026 Umsatz und Gewinn gesteigert. Das Unternehmen meldet höhere vergleichbare Umsätze und hebt seine Jahresprognose an.

Neue Daten des Bundes der Steuerzahler zeigen deutliche Unterschiede bei Terrassengebühren in deutschen Städten. Die Spannweite reicht von 0 bis 2.000 Euro für einen einheitlichen Musterbetrieb.

Kochroboter, kein Gastraum, alles für die Auslieferung: Wie eine Küche in Frankfurt den Gastronomie-Alltag verändern könnte – und warum menschliche Gastfreundschaft trotzdem unverzichtbar bleibt.

Im Streit um Markenrechte an einem Kebab-Gericht erwägt der amerikanische Fast-Food-Anbieter Kentucky Fried Chicken einen Rückzieher. KFC Deutschland teilte auf Anfrage mit, dass die Gespräche mit dem Bielefelder Dönerunternehmen Krispy Kebab zwar noch liefen, diese seien aber «herausfordernd».

Die Münchner Giesinger Brauerei drängt auf die Wiesn - und bekommt dafür nun Rückenwind von jemandem, der in der Sache künftig was zu sagen hat.

Die Sonne scheint, die Menschen genießen den Kaffee wieder im Freien. Die Gastronomen werden von den Städten im Land jedoch ganz unterschiedlich stark zur Kasse gebeten. Der Steuerzahlerbund meint: Weg damit!

Das Restaurant Greta Oto im Hamburger Conrad Hotel wurde mit dem Genuss-Michel 2026 in der Kategorie „Weltweit“ ausgezeichnet. Die MHP Hotel Group wertet den Preis als Bestätigung für ihre Strategie international ausgerichteter Gastronomiekonzepte.

Eine aktuelle Studie des Bayerischen Zentrums für Tourismus zeigt, dass fast die Hälfte der Deutschen aufgrund gestiegener Preise seltener essen geht, während das Preis-Leistungs-Verhältnis zum entscheidenden Faktor bei der Wahl des Restaurants geworden ist.