Kein rechter Platz im Restaurant frei: Nächstes Hausverbot für AfD-Mitglieder in Berlin Mitte

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Die Ausgeh-Alternativen für AfD-Politiker werden in Berlin Mitte weniger. Nach angeblich „sexistischen Bemerkungen“ in Gegenwart einer Mitarbeiterin, ließ der Wirt des bekannten Restaurants Cinque den Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen noch aufessen und erteilte dann Hausverbot. Das Cinque ist bereits das dritte Lokal nahe der Friedrichstraße, dass keine AfD-Mitglieder mehr bewirtet.

Meuthen war am vergangenen Donnerstag zusammen mit Michael Klonovsky, der für AfD-Fraktionschef Alexander Gauland arbeitet, in dem Lokal im Stadtteil Mitte. Laut dessen Schilderungen gehörten auch noch drei weitere Männer zu der Gruppe. „Beim Gehen trat der Geschäftsführer auf uns zu und erklärte, er habe diesmal noch aus Freundlichkeit eine Ausnahme gemacht, aber in Zukunft wünsche er keine Besuche mehr von Leuten wie uns“, schrieb Klonovsky auf seiner Internetseite. 

Was folgte war ein Shitstorm gegen das Restaurant, dem der Betreiber auf Facebook begefnete: „Liebe Gäste und Freunde, ich möchte mich im Namen des Cinque-Teams bei allen bedanken, die uns hier und auf anderen Online-Plattforen unterstützt haben gegen den Shitstorm, der gegen uns, gegen unser Lokal ausgelöst wurde seit einem Internetbeitrag eines AfD Redenschreibers.“
 

Vor einem Jahr hatte das Restaurant bereits Thüringens AfD-Landeschef Björn Höcke zur unerwünschten Person in dem Restaurant erklärt, der sich dort mit einem Journalisten getroffen hatte.

Mehrfach haben in Berlin Mitte schon Restaurants von ihrem Hausrecht gebraucht gemacht und lassen die AfD nicht rein. Das Restaurant Bocca di Bacco in Berlin Mitte hat sich im letzten Jahr geweigert, die Parteispitze der AfD zu bewirten. (Tageskarte berichtete) „Politiker [...], die Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion, politischer Einstellung oder Hautfarbe diskreditieren, möchten wir nicht bedienen“, schrieb das Restaurant an die Partei. Die Ansage an die AfD entfachte nicht nur ein großes mediales Echo, vor allen Dingen im Internet erfolgte schnell die digitale Mobilmachung der AfD-Anhänger, die das Restaurant mit schlechten Google-Bewertungen überzogen. Viele echte Gäste des Bocca di Bacco konterten mit ihren Kommentaren.

Damit erweist sich die Friedrichstraße in Berlin immer mehr als ein Pflaster auf dem die AfD-Politker nicht besonders willkommen sind. 2016 machte das Sternerestaurant „Nobelhart & Schmutzig“ mit Aufklebern an der Tür deutlich, dass in dem Betrieb nicht nur Handys, Kameras und Waffen verboten sind, sondern auch die AfD hat keinen Zutritt hat. Restaurantbetreiber Billy Wagner sagte damals, auf die Frage der Zeit, warum er die AfD nicht reinlasse: „Ich möchte ganz ehrlich sein: „Weil mir die AfD nicht geheuer ist. Deren Politiker poltern ständig drauflos, manchmal auf übelste Art und Weise, sie sprechen die niedersten Instinkte der Menschen an. Mir wird es da einfach angst und bange.“


 

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