Kochen ist Kunst: Guy Savoy jetzt Mitglied der Académie des Beaux-Arts

| Gastronomie Gastronomie

Der französische Sternekoch Guy Savoy ist als erstes Mitglied aus der Gastronomie in die Académie des Beaux-Arts aufgenommen worden. Mit der Aufnahme des 72-Jährigen gehört erstmals ein Koch der traditionsreichen französischen Kunstakademie an, die bislang vor allem Vertreter aus Disziplinen wie Malerei, Bildhauerei, Musik oder Architektur vereinte.

Die feierliche Zeremonie fand unter der Kuppel des Institut de France in Paris statt. Nach Angaben der Vorlage gilt die Mitgliedschaft in der Akademie zugleich als Aufnahme in den Kreis der sogenannten „Unsterblichen“. Die Académie des Beaux-Arts existiert seit fast 200 Jahren. Mit der Entscheidung erkennt die Institution die Gastronomie ausdrücklich als Kunstform an.

Französische Akademie erweitert erstmals ihren Kreis um einen Koch

Die französische Küche gehört bereits seit dem Jahr 2010 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Laut Vorlage hatte sich Guy Savoy selbst für diese Anerkennung eingesetzt. Dennoch dauerte es bis 2026, ehe ein Koch Mitglied der Akademie wurde.

Die ehemalige französische Kulturministerin Roselyne Bachelot kommentierte die lange Zurückhaltung laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung mit den Worten: „Vermutlich steckte ein gewisser Snobismus dahinter.“ Weitere Einordnungen oder Bewertungen wurden in der Vorlage nicht genannt.

Savoy betreibt das Restaurant Guy Savoy in der Monnaie de Paris. Der Koch zählt seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Vertretern der französischen Spitzengastronomie.

Pixar-Produzent erinnert an Zusammenarbeit für Film Ratatouille mit Savoy

Zu den Gästen der Zeremonie gehörte nach Angaben der Vorlage auch Brad Lewis, Produzent des Pixar-Films „Ratatouille“. Einem Bericht zufolge hatte Lewis vor der Produktion des Films Zeit in Savoys Küche verbracht, um Eindrücke für den Animationsfilm zu sammeln.

Der Sekretär der Akademie, der Komponist Laurent Petitgirard, berichtete in seiner Laudatio von Savoys anfänglicher Skepsis gegenüber der Filmidee. Hintergrund sei die Hauptfigur des Films gewesen, eine kochende Ratte namens Remy. Erst nachdem ihm versichert worden sei, dass die Figur „vor der Arbeit penibel die Pfoten wäscht“, habe Savoy zugestimmt, das Projekt zu unterstützen. Zudem lieh er einem Stammgast im Film seine Stimme.

Guy Savoy betont Bedeutung der Ausbildung junger Küchenchefs künftig

Guy Savoy erklärte während der Veranstaltung, seine wichtigste Aufgabe sei die Ausbildung der nächsten Generation von Köchen. Weitere Details zu künftigen Projekten oder Aufgaben innerhalb der Akademie wurden nicht genannt.

Zum Abschluss der Zeremonie zitierte Savoys Enkel Eliot den französischen Schriftsteller Guy de Maupassant mit den Worten: „Von allen Leidenschaften ist die Feinschmeckerei zweifellos die sinnlichste und diejenige, die den raffiniertesten Künstlern am würdigsten ist.“


Zurück

Vielleicht auch interessant

Ciao Bella von der Gustoso Gruppe wird neuer Gastronomiebetreiber in den Drei Höfen in Amberg. Ab August 2026 soll zunächst ein Frühstücksangebot starten, bevor im September der vollständige Restaurantbetrieb folgt.

Wer in die Tiefen der Kochkunst eindringen möchte, wird in Dresden unterirdisch fündig. Zwei Stockwerke geht es im Keller der Sächsischen Landesbibliothek - Universitäts- und Staatsbibliothek (SLUB) - abwärts, bevor sich eine kulinarische Welt der besonderen Art öffnet.

Eine Umfrage unter 142 Food-Truck-Betreibern zeigt: Die Mehrheit erzielt weniger als 40.000 Euro Jahresgewinn. Entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg scheint weniger die Arbeitszeit als vielmehr das gewählte Geschäftsmodell zu sein.

Das Berliner Kuchel Eck am Ludwigkirchplatz hat wieder geöffnet. Seit Anfang Mai wird die traditionsreiche Eckkneipe von Gastronom Josef Laggner betrieben. Der Gastro-Unternehmer setzt auf die Fortführung der klassischen Eckkneipentradition.

Die Frankfurter Hospitality-Gruppe Cuisyn setzt auf die Übernahme und Weiterentwicklung bestehender Gastronomiebetriebe. Als aktuelles Beispiel nennt das Unternehmen die Integration der Wille Gastronomie Gruppe, durch die die Mitarbeiterzahl auf mehr als 500 gestiegen sei.

Die Berliner Bar Mokka Milch öffnet am 12. Juni nach einer knapp zweiwöchigen Pause erneut ihre Türen. Zuvor hatten technische Probleme und Anpassungen interner Abläufe zu einer vorübergehenden Schließung geführt.

Lorenzo Parrotta aus Ludwigshafen darf sich nun Weltmeister nennen. In Neapel holte sich der Deutsch-Italiener den Titel in der Kategorie Pizza Contemporanea (zeitgenössische Pizza). Dabei backt Parrotta Pizza nur im Nebenberuf. Eigentlich ist er Chemiearbeiter.

Das Kopenhagener Spitzenrestaurant Noma öffnet im August wieder dauerhaft seine Türen, wobei der in der Kritik stehende René Redzepi die Rolle des Kreativ-Direktors übernimmt. Die operative Verantwortung wird an ein neues Führungsteam übertragen.

Burgermeister will noch 2026 in Österreich starten. Geplant sind zunächst drei Restaurants in Wien, langfristig soll ein Netz von mindestens 20 Standorten entstehen.

Big Squadra eröffnet am 12. Juni das Restaurant Pamela am Berliner Gendarmenmarkt. Der neue Standort ist das vierte Restaurant der Gruppe in Deutschland und erweitert das bestehende Portfolio in Berlin.