Lehrlingsrestaurant „Huab’n“ eröffnet in der Steiermark

| Gastronomie Gastronomie

Im steirischen Almenland hat ein in Österreich einzigartiges Gastronomieprojekt den Betrieb aufgenommen: Die „Huab’n“, ein zum Naturhotel Bauernhofer gehörendes, über 300 Jahre altes Bauernhaus, wird ab sofort ausschließlich von Lehrlingen betrieben. 28 junge Talente übernehmen in dem Restaurant die Verantwortung für Küche und Service.

Selbständiges Arbeiten im Fokus

Das Konzept sieht vor, dass die Lehrlinge die „Huab’n“ völlig selbständig führen. Zunächst starten sie in den Bereichen Küche und Service. Sukzessive sollen die Auszubildenden weitere Aufgaben wie Warenwirtschaft, Einkauf, Dienstplan, Marketing und Controlling übernehmen.

Initiator und Hotelchef Simon Bauernhofer betont die Zielsetzung des Projekts: „Es geht darum, dass die Lehrlinge ihre eigenen Ideen einbringen, Dinge ausprobieren und dabei auch einmal scheitern dürfen – denn gerade Fehler bringen einen weiter.“

Das À-la-carte-Restaurant bietet Platz für 70 Gäste und ist zunächst immer samstags von 11 bis 22 Uhr geöffnet. Bei erfolgreichem Verlauf sind weitere Öffnungstage vorgesehen. Die Speisekarte des Lehrlingsrestaurants kombiniert regionale Klassiker mit neuen Interpretationen, darunter Gerichte wie Gemüsetatar, getrüffelte Maronischaumsuppe, Omas Blunzengröstl, Almochsensteak „Steirisch-Asiatisch“ oder offener Apfelstrudel.

Förderung von Fach- und Führungskompetenz

Die Idee für das Lehrlingsrestaurant stammt von der Hoteliersfamilie Bauernhofer. Derzeit sind 28 Lehrlinge im Naturhotel Bauernhofer beschäftigt, was mehr als einem Drittel der Gesamtmitarbeiter entspricht.

Simon Bauernhofer, der selbst das Hotel bereits mit 21 Jahren übernommen hat und als Prüfer bei Lehrabschlussprüfungen tätig ist, sieht die Notwendigkeit, Lehrlingen neben der fachlichen Ausbildung auch betriebswirtschaftliche Zusammenhänge zu vermitteln. „Die Jugendlichen sind unsere Zukunft. Sie können mehr, als man ihnen zutraut – man muss ihnen nur Chancen geben, das auch zu zeigen“, erklärt der Gastgeber.

Das Ziel der „Huab’n“ ist es, den jungen Menschen zu ermöglichen, das im Haupthaus erworbene Wissen eigenständig anzuwenden und Verantwortung zu übernehmen. Ein wichtiges Anliegen ist es, nicht nur Fachkräfte, sondern auch zukünftige Führungskräfte auszubilden. Bauernhofer will dabei als Mentor für die Lehrlinge in der schwer erlernbaren Führungskompetenz fungieren.

Kulinarisches Konzept und Mitarbeiterentwicklung

Das kulinarische Angebot des Lehrlingsrestaurants basiert auf regionalen Klassikern, die mit weltoffenen Ideen der jungen Köche kombiniert werden. Eigene Reiseerinnerungen und neue Rezeptideen sollen bewusst in die Küche einfließen. Katharina Landauer, Kochlehrling im Naturhotel Bauernhofer, äußert sich dazu: „Wir sind jung, wir wollen ausprobieren und sind sehr dankbar, dass wir die Chance und das Vertrauen dazu bekommen.“ Fünf bis sieben Lehrlinge sind pro Schicht im Restaurant im Einsatz.

Das Naturhotel Bauernhofer blickt auf eine lange Tradition in der Lehrlingsausbildung zurück. Seit der Einstellung des ersten Lehrlings im Jahr 1978 haben über 150 Jugendliche ihre Ausbildung im Betrieb abgeschlossen. Angeboten werden die Lehrberufe Koch, Restaurantfachmann sowie Restaurantfachmann mit Rezeption.

Die erfolgreiche Umsetzung des Projekts wurde durch die enge Zusammenarbeit mit den Fachkräften und Mitarbeitern des Hotels ermöglicht. In internen Workshops wurden die Ideen gemeinsam mit den Lehrlingen entwickelt und umgesetzt.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Zwei-Sterne-Restaurant Ammolite im Europa-Park hat unter dem neuen Namen „House of Light“ nach einer Modernisierung wiedereröffnet. Küchenchef Peter Hagen-Wiest setzt weiterhin auf eine klassisch europäische Küche mit regionalem Fokus in einem neu gestalteten Ambiente.

Der neue Michelin Guide Frankreich & Monaco 2026 ist vorgestellt worden. Wie der Veranstalter mitteilt, wurde die Auswahl im Grimaldi Forum in Monaco präsentiert. Insgesamt umfasst die aktuelle Ausgabe 668 Sterne-Restaurants, darunter 31 Häuser mit drei Sternen, 84 mit zwei Sternen und 553 mit einem Stern.

Das Restaurant Noma hat einen Bericht zu Arbeitsbedingungen veröffentlicht. Hintergrund sind Vorwürfe gegen Küchenchef René Redzepi sowie eine breitere Debatte über Strukturen in der Spitzengastronomie.

Lieferando hat in Hamburg ihre Awards für das Jahr 2025 verliehen und dabei Infinity Sushi zum bundesweiten Gesamtsieger gekürt. Erstmals erhielten auch Unternehmen aus dem Lebensmittel- und Einzelhandel eigene Auszeichnungen in dem nutzerbasierten Ranking.

Die Caterer im Dehoga fordern für das Jahr 2026 umfassende wirtschaftliche Reformen und warnen vor zusätzlichen Belastungen durch die geplante Tierhaltungskennzeichnung. Neben dem Abbau von Bürokratie setzt sich der Verband für eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten ein.

Die Jeunes Restaurateurs Deutschland feiern im Jahr 2026 ihr 35-jähriges Bestehen und setzen mit dem Jubiläumsmotto „Genuss, der weitergeht“ verstärkt auf Nachwuchsförderung und soziale Projekte.

Jamie Oliver hat ein neues „Jamie’s Italian“ in London eröffnet. Der Standort am Leicester Square markiert laut Medienberichten die Rückkehr der Marke nach der Insolvenz im Jahr 2019.

Katharina Aichhorn aus Baden-Baden gewinnt den Next Chef Award 2026 auf der Internorga in Hamburg. Im Finale setzte sie sich mit einem exakt nachgekochten Gericht gegen internationale Konkurrenz durch.

In der Motorworld Region Stuttgart in Böblingen ist ein neues Restaurant eröffnet worden. Gleichzeitig wurde ein  Hotel am Standort neu ausgerichtet. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, umfasst das Angebot nun das Motorworld Inn Restaurant sowie das Motorworld Inn Hotel, das aus dem bisherigen V8-Classic-Hotel hervorgegangen ist.

Der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) sucht wegweisende Konzepte für das Jahr 2026. Bis Anfang Mai können Unternehmen ihre Bewerbungen für den Branchenpreis einreichen, der im September verliehen wird.