Lieferdienste: Just Eat Takeaway schluckt Grubhub

| Gastronomie Gastronomie

Im Geschäft mit Essenslieferungen entsteht ein transatlantisches Schwergewicht. Die britisch-niederländische Firma Just Eat Takeaway übernimmt den US-Rivalen Grubhub. Damit kommt der Fahrdienst-Vermittler Uber, der als wahrscheinlicher Käufer von Grubhub gehandelt wurde, nun doch nicht zum Zug.

Just Eat Takeaway will den Kaufpreis komplett in eigenen Aktien zahlen und akzeptiert dabei einen Aufschlag von 27 Prozent auf den jüngsten Schlusskurs von Grubhub. Die Unternehmen einigten sich auf 75,15 Dollar pro Aktie, wie sie nach US-Börsenschluss am Mittwoch mitteilten. Damit werde Grubhub bei der Übernahme insgesamt mit rund 7,3 Milliarden Dollar (6,4 Mrd Euro) bewertet.

Durch den Zusammenschluss entsteht den Unternehmen zufolge der größte Essenslieferkonzern außerhalb Chinas. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2021 abgeschlossen werden. Bei Anlegern kam die Nachricht gut an. Die Grubhub-Aktie reagierte im vorbörslichen Handel am Donnerstag mit einem Anstieg von zeitweise mehr als acht Prozent. Der Übernahmepoker hatte den Kurs zuletzt schon stark angetrieben. Laut US-Medienberichten soll auch der deutsche Konkurrent Delivery Hero Interesse gezeigt haben.

Medienberichten zufolge schob Uber bereits im Februar Übernahmegespräche mit Grubhub an. Der Fahrdienst-Vermittler will sein Lieferangebot Uber Eats ausbauen. Gerade in der Corona-Krise boomt das Geschäft der Essenszusteller. Ein Zusammenschluss von Grubhub und Uber Eats hätte aber an wettbewerbsrechtlichen Bedenken scheitern können, weil beide vor allem auf dem US-Markt aktiv sind. Dieses Problem dürfte es nun nicht geben, da Just Eat Takeaway dort bislang gar nicht vertreten ist.

Uber erklärte nach Bekanntgabe des Deals, die Branche brauche eine Konsolidierung. «Das bedeutet nicht, dass wir an jedem Deal, zu jedem Preis, mit jedem Player interessiert sind.» Laut früheren Medienberichten soll Uber 68 Dollar je Grubhub-Aktie geboten haben.

Nach Informationen der «Financial Times» hatte Uber im vergangenen Jahr bereits versucht, den Grubhub-Rivalen DoorDash zu übernehmen, blitzte aber ab. Auch nachdem Grubhub mehrere Konkurrenten wie Eat24 oder Foodler schluckte, ist die Firma im US-Markt immer noch kleiner als DoorDash.

Just Eat Takeaway entstand selbst erst im Frühjahr, ebenfalls durch einen Zusammenschluss. Die niederländische Firma Takeaway übernahm den britischen Wettbewerber Just Eat (Tageskarte berichtete). (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Zwei-Sterne-Restaurant Ammolite im Europa-Park hat unter dem neuen Namen „House of Light“ nach einer Modernisierung wiedereröffnet. Küchenchef Peter Hagen-Wiest setzt weiterhin auf eine klassisch europäische Küche mit regionalem Fokus in einem neu gestalteten Ambiente.

Der neue Michelin Guide Frankreich & Monaco 2026 ist vorgestellt worden. Wie der Veranstalter mitteilt, wurde die Auswahl im Grimaldi Forum in Monaco präsentiert. Insgesamt umfasst die aktuelle Ausgabe 668 Sterne-Restaurants, darunter 31 Häuser mit drei Sternen, 84 mit zwei Sternen und 553 mit einem Stern.

Das Restaurant Noma hat einen Bericht zu Arbeitsbedingungen veröffentlicht. Hintergrund sind Vorwürfe gegen Küchenchef René Redzepi sowie eine breitere Debatte über Strukturen in der Spitzengastronomie.

Lieferando hat in Hamburg ihre Awards für das Jahr 2025 verliehen und dabei Infinity Sushi zum bundesweiten Gesamtsieger gekürt. Erstmals erhielten auch Unternehmen aus dem Lebensmittel- und Einzelhandel eigene Auszeichnungen in dem nutzerbasierten Ranking.

Die Caterer im Dehoga fordern für das Jahr 2026 umfassende wirtschaftliche Reformen und warnen vor zusätzlichen Belastungen durch die geplante Tierhaltungskennzeichnung. Neben dem Abbau von Bürokratie setzt sich der Verband für eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten ein.

Die Jeunes Restaurateurs Deutschland feiern im Jahr 2026 ihr 35-jähriges Bestehen und setzen mit dem Jubiläumsmotto „Genuss, der weitergeht“ verstärkt auf Nachwuchsförderung und soziale Projekte.

Jamie Oliver hat ein neues „Jamie’s Italian“ in London eröffnet. Der Standort am Leicester Square markiert laut Medienberichten die Rückkehr der Marke nach der Insolvenz im Jahr 2019.

Katharina Aichhorn aus Baden-Baden gewinnt den Next Chef Award 2026 auf der Internorga in Hamburg. Im Finale setzte sie sich mit einem exakt nachgekochten Gericht gegen internationale Konkurrenz durch.

In der Motorworld Region Stuttgart in Böblingen ist ein neues Restaurant eröffnet worden. Gleichzeitig wurde ein  Hotel am Standort neu ausgerichtet. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, umfasst das Angebot nun das Motorworld Inn Restaurant sowie das Motorworld Inn Hotel, das aus dem bisherigen V8-Classic-Hotel hervorgegangen ist.

Der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) sucht wegweisende Konzepte für das Jahr 2026. Bis Anfang Mai können Unternehmen ihre Bewerbungen für den Branchenpreis einreichen, der im September verliehen wird.