Gastronomie-Trends zeigen Fokus auf Erlebnisse und soziale Verbundenheit

| Gastronomie Gastronomie

Neue Daten von OpenTable legen nahe, dass der Restaurantbesuch für deutsche Gäste im Jahr 2026 bewusster und emotional aufgeladen wird. Anstatt einer reinen Gewohnheit wird das Essen außer Haus zunehmend als besonderes Erlebnis und Gelegenheit zur gemeinsamen Verbundenheit betrachtet.

Besonderes Erlebnis statt Routine

Für 62 Prozent der Deutschen wird der Gang ins Restaurant 2026 eher ein besonderes Erlebnis sein, wohingegen nur 28 Prozent dies als regelmäßige Gewohnheit betrachten. Trotz dieser Verschiebung in der Wahrnehmung bleibt der Restaurantbesuch im Trend: Die Zahl der Besuche in Deutschland stieg laut OpenTable-Daten im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent.

Die gestiegene Nachfrage nach besonderen Erlebnissen zeigt sich auch in den Buchungszahlen für Erlebnisgastronomie: Diese nahmen 2025 gegenüber dem Vorjahr um 62 Prozent zu. Die Restaurants reagierten darauf mit einem um 25 Prozent erhöhten Angebot an entsprechenden "Experiences" im gleichen Zeitraum. Für 2026 wünschen sich 37 Prozent der Gäste mehr Erlebnisangebote, wie etwa kuratierte Menüs, Pop-ups oder Themenabende.
 

Gemeinsame Mahlzeiten werden wichtiger

Der Wunsch nach sozialer Interaktion ist ein zentrales Motiv: 76 Prozent der Deutschen sehen im Restaurantbesuch eine Möglichkeit, sich mit anderen verbunden zu fühlen. Die Präferenz für das Speisen in Gesellschaft ist hoch: 53 Prozent der Gäste essen lieber in Gesellschaft als allein. Dies manifestiert sich auch in der Bereitschaft, für ein Gruppenessen auf einen schwer zu ergatternden Tisch zu warten, was 45 Prozent der Befragten bevorzugen, anstatt allein essen zu gehen.

Die OpenTable-Daten bestätigen diesen Trend: Gruppenreservierungen (sechs oder mehr Personen) verzeichneten 2025 einen Zuwachs von 7 Prozent im Jahresvergleich. Auch das sogenannte Date-Night-Dining stieg bei den Besuchsanlässen 2025 um 112 Prozent an.

Lea Stadler, Senior Director of Restaurant Sales & Services bei OpenTable, kommentiert die Entwicklung: „Deutsche Restaurantgäste sehnen sich nach Verbundenheit, sei es beim gemeinsamen Essen mit Freunden, der Familie oder beim Date. Über ein Drittel (39 Prozent) der Restaurantgäste äußert den Wunsch nach mehr Möglichkeiten für Essen in Gruppen und Abendessen in privaten Settings im Jahr 2026. Dies ist eine großartige Chance für Restaurants, durch Menüs oder Sitzpläne gemeinsame Essenserlebnisse zu schaffen – insbesondere während der bevorstehenden Feiertage.“

Mehr Ausgaben für besondere Anlässe und gesteigerte Spontanität

Gäste zeigten 2025 eine höhere Ausgabebereitschaft für besondere Anlässe wie Geburtstage oder Jubiläen, mit 18 Prozent mehr Ausgaben im Vergleich zu regulären Restaurantbesuchen. Dies deutet darauf hin, dass die Feier besonderer Momente zunehmend über Restaurantbesuche erfolgt.

Zudem wünschen sich 36 Prozent der Deutschen 2026 mehr Spontanität beim Essen gehen. Die Nutzung der „Wartelisten“-Funktion stieg im Jahresvergleich um 118 Prozent, was die Bereitschaft der Gäste belegt, kurzfristig essen zu gehen. Im Durchschnitt sind Gäste bereit, rund 29 Minuten auf einen Tisch zu warten. Bei Millennials und der Generation Z liegt die Wartebereitschaft sogar bei über 35 Minuten.

Stadler fasst zusammen: „Bewusste Entscheidungen und emotionale Verbundenheit verändern, wie Menschen 2026 essen gehen. Die deutsche Gastronomie zeigt dabei eindrucksvoll, wie anpassungsfähig und kreativ sie ist – selbst angesichts steigender Kosten oder nicht wahrgenommener Reservierungen. Mit ihren innovativen Ansätzen sind wir zuversichtlich, dass die Branche auch 2026 unvergessliche kulinarische Erlebnisse schaffen und gestärkt in die Zukunft gehen wird.”


Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Kölner Zwei-Sterne-Restaurant Ox&Klee und die Hugo-Boss-Tochter Eightyards gehen eine langfristige Kooperation ein. Das Küchenteam wird künftig mit Arbeitskleidung ausgestattet, die aus ressourcenschonenden Stoffüberhängen gefertigt ist.

Am 23. Juni 2026 trifft sich die deutsche Küchenelite in Frankfurt am Main. Im Gesellschaftshaus Palmengarten werden die neuen Michelin-Sterne sowie Sonderpreise für herausragende Leistungen im Service und Nachwuchsbereich vergeben.

McDonald’s setzt weltweit erfolgreich auf Erschwinglichkeit: Im vierten Quartal 2025 stieg der Umsatz um zehn Prozent. Während in den USA günstige Menü-Bundles die Wende brachten, gehörte Deutschland zu den wichtigsten Wachstumstreibern im internationalen Geschäft.

Die chinesische Café-Kette Cotti Coffee expandiert nach Deutschland und eröffnet erste Filialen in deutschen Großstädten. Mit einer Strategie aus extremer Preispolitik und vollständig digitalisierten Bestellprozessen fordert das Unternehmen etablierte Marktteilnehmer heraus.

Die Jeunes Restaurateurs Deutschland laden am 1. März zur dritten Charity Küchenparty in die Bonner La Redoute ein. Spitzenköche und Partner sammeln durch das kulinarische Event Erlöse für Bildungsprojekte zur Förderung des Ernährungsbewusstseins bei Kindern.

Die Finalisten für den Deutschen Gastro-Gründerpreis 2026 wurden in Hamburg nominiert. Fünf innovative Konzepte aus Deutschland treten im März auf der Internorga gegeneinander an, um die Auszeichnung und Förderpakete zu gewinnen.

Der Guide Michelin hat die neuen Sterne-Auszeichnungen für Großbritannien und Irland bekanntgegeben. Während die Spitze der Drei-Sterne-Gastronomie stabil bleibt, verzeichnete die Auswahl signifikante Zuwächse bei den Zwei- und Ein-Sterne-Häusern.

Wer den Valentinstag im Restaurant oder Café verbringt, muss tiefer in die Tasche greifen: Die Preise in der Gastronomie stiegen 2025 um 3,6 Prozent und liegen damit weiterhin deutlich über der allgemeinen Inflationsrate. Erhebliche Preissteigerungen zeigen sich im Fünf-Jahres-Vergleich.

Bei den ahgz Sterne Awards 2026 teilen sich das Münchner Restaurant Jan und die Schwarzwaldstube aus Baiersbronn den ersten Platz. Das Ranking basiert auf einer kombinierten Auswertung führender Restaurantführer und einer Branchenbefragung unter 200 Spitzenköchen.

Eine aktuelle Civey-Umfrage offenbart eine geteilte Meinung zur Finanzierung des Oktoberfests: Während bundesweit 46 Prozent der Bürger einen Eintrittspreis befürworten, regt sich in Bayern und bei der Münchner Stadtspitze deutlicher Widerstand gegen den Vorstoß der Brauer.