Masthuhn-Report 2026 zeigt große Unterschiede zwischen Gastronomieketten und Caterern

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Der Masthuhn-Report 2026 der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt zeigt deutliche Unterschiede bei der Umsetzung von Tierschutzstandards in der Lebensmittelwirtschaft. Während drei Unternehmen der Systemgastronomie sämtliche Kriterien der Masthuhn-Initiative erfüllen, erhalten McDonald’s und Burger King jeweils null Prozent der möglichen Punkte. Auch im Contract Catering fallen die Bewertungen überwiegend niedrig aus.

Für den Report untersuchte die Stiftung 64 Unternehmen aus fünf Branchen: Lebensmitteleinzelhandel, Contract Catering, Lebensmittelherstellung, Systemgastronomie und Fleischproduktion. Insgesamt haben sich 45 Unternehmen und damit rund 70 Prozent zur Umsetzung der Kriterien der Masthuhn-Initiative verpflichtet. Bei diesen Unternehmen liegt der gewichtete durchschnittliche Umsetzungsfortschritt nach Berechnungen der Stiftung bei rund 20 Prozent.

Hans im Glück und zwei weitere Gastronomieketten erfüllen sämtliche Kriterien

In der Systemgastronomie erreichen Hans im Glück, Yorma’s und 60 seconds to Napoli jeweils 100 Prozent. Hans im Glück hatte die Umstellung bereits im Oktober 2024 abgeschlossen. Auch die Bahnhofsgastronomiekette Yorma’s und die Pizzakette 60 seconds to Napoli erfüllen nach Angaben der Stiftung sämtliche Kriterien.


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L’Osteria erzielt im Gesamtergebnis 52 Prozent. Der gewichtete Umsetzungsfortschritt liegt bei rund 27 Prozent. Während das Unternehmen bei der Besatzdichte 55 Prozent erreicht, weist der Report bei den Zuchtlinien, der Betäubung und den Kontrollen durch Dritte noch keine Fortschritte aus. Bis 2027 soll die Umstellung vollständig abgeschlossen sein.

Peter Pane erreicht 46 Prozent, Dean & David 42 Prozent und KFC 38 Prozent. Bei KFC basiert die Bewertung auf einem nach Kriterien aufgeschlüsselten Fortschrittsbericht mit Zahlen aus dem Jahr 2024. Diese beziehen sich gemeinsam auf Deutschland, die Schweiz und Dänemark. Ein gesonderter Umsetzungsplan liegt nach Angaben der Stiftung nicht vor.

Für McDonald’s und Burger King weist der Report jeweils null Prozent aus. Beide Unternehmen haben nach Angaben der Stiftung bislang keine verbindliche Zusage zur Umsetzung der Kriterien der Masthuhn-Initiative abgegeben. Burger King benenne auf seiner Internetseite allerdings Probleme in der Hühnermast und habe angekündigt, mögliche Verbesserungsmaßnahmen zu prüfen. Die Null-Prozent-Bewertung bezieht sich auf das Bewertungssystem der Stiftung und bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Unternehmen keinerlei Tierschutzmaßnahmen umsetzen.

Dussmann und Primus erreichen im Contract Catering die höchsten Bewertungen

Im Contract Catering unterstützen zwölf der 15 untersuchten Unternehmen die Masthuhn-Initiative. Keines erreicht jedoch 40 Prozent der möglichen Gesamtpunktzahl.

Dussmann und Primus führen die Bewertung mit jeweils 36 Prozent an. Der gewichtete Umsetzungsfortschritt beträgt bei Dussmann 22 Prozent und bei Primus 14 Prozent. Die Selbstverpflichtung von Dussmann gilt laut Report ausdrücklich nur für Betriebsrestaurants.

Aramark, Compass, Sodexo und SV erreichen jeweils 32 Prozent. Menü 2000 kommt auf 30 Prozent, Apetito Catering, Klüh, L & D und Wisag auf jeweils 26 Prozent.

Genuss & Harmonie erhält null Prozent, nachdem das Unternehmen 2026 seine Zusage zur Masthuhn-Initiative zurückgezogen hat. Ebenfalls mit null Prozent bewertet die Stiftung Consortium Gastronomie und Vielfalt Menü, für die keine entsprechende Selbstverpflichtung vorliegt.

Dr. Oetker führt die Bewertung der untersuchten Lebensmittelhersteller erneut an

Unter den neun untersuchten Lebensmittelherstellern erzielt Dr. Oetker mit 88 Prozent zum zweiten Mal in Folge das höchste Gesamtergebnis. Frosta folgt mit 64 Prozent. Nestlé und Rügenwalder Mühle erhalten jeweils null Prozent, nachdem sie ihre bisherigen Zusagen zur Masthuhn-Initiative zurückgezogen haben.

Im Lebensmitteleinzelhandel bleibt die Gesamtbewertung sämtlicher 17 untersuchten Unternehmen unter 60 Prozent. Aldi Süd führt mit 54 Prozent vor Globus mit 48 Prozent und V-Markt mit 46 Prozent.

Stiftung gewichtet die dokumentierte Umsetzung deutlich stärker als im Vorjahr

Die Albert Schweitzer Stiftung hat ihre Bewertungsmethode gegenüber 2025 verändert. Die dokumentierte Umsetzung zählt nun mit 60 statt zuvor 33 Prozent zum Gesamtergebnis. Öffentliche Zusagen werden mit 20 Prozent, Fortschrittsberichte mit zwölf Prozent und Umsetzungspläne mit acht Prozent gewichtet.

Die Gesamtpunktzahl ist damit nicht mit dem tatsächlichen Anteil bereits umgestellter Lieferketten gleichzusetzen. Grundlage der Untersuchung sind öffentlich zugängliche Selbstauskünfte der Unternehmen zum deutschen Markt. Für den Lebensmitteleinzelhandel wurden ergänzend Daten des Greenpeace-Supermarkt-Checks 2025 berücksichtigt. Eine unabhängige Überprüfung sämtlicher Haltungsbedingungen in den Lieferketten ist damit nicht verbunden.

Die Masthuhn-Initiative fordert unter anderem geringere Besatzdichten, gesündere und langsamer wachsende Zuchtlinien, zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten sowie bestimmte Betäubungsverfahren vor der Schlachtung. Viele Unternehmen hätten ihre ursprünglich für 2026 vorgesehenen Umstellungsfristen inzwischen bis 2030 verlängert, erklärt die Stiftung.

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