McDonald's Burger Dialog: Ehrenamt braucht eine Lobby

| Gastronomie Gastronomie

Beim sogenannten "Burger Dialog" im McDonald's Restaurant im Berliner Europacenter diskutierten Johanna Börgermann (Jusos/SPD), Julian Joswig (MdB, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Clara von Nathusius (Junge Union/CDU) und Rapper Eko Fresh gemeinsam mit Ehrenamtlichen aus Berlin über den Wert freiwilligen Engagements. Insbesondere ging es dabei auch darum, was Politik tun muss, damit mehr Menschen die Chance wahrnehmen, sich einzubringen.

Wertschätzung allein reicht nicht

Das Fazit war eindeutig: Ehrenamt trägt die Gesellschaft, wird aber politisch oft zu wenig gestützt. Moderatorin Anastasia Barner brachte es am Ende auf den Punkt: "Ehrenamt hat keine starke Lobby. Das sollte Politik mitnehmen." Hannes Jähnert, Co-Projektleiter Ehrentag bei der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, unterstrich das: "Ehrenamt braucht mehr Unterstützung und mehr Mittel. Das ist gut investiertes Geld."

Einig waren sich alle: Wertschätzung allein reicht nicht. Es braucht konkrete Rahmenbedingungen. Clara von Nathusius sprach sich dafür aus, Ehrenamt auf Rentenpunkte anzurechnen. Julian Joswig betonte, dass sich nicht nur Jüngere engagieren - und dass alle, die es tun, bessere Unterstützung verdienen: "Demokratie lebt vom Ehrenamt." Johanna Börgermann mahnte, dass Ehrenamtliche nicht als Lückenbüßer für fehlende Fachkräfte herhalten dürfen: "Einrichtungen dürfen nicht auf sie angewiesen sein."

Rapper Eko Fresh zeigt sich berührt

Rapper Eko Fresh, der alle drei Burger Dialoge 2026 begleitet, brachte eine weitere Dimension ins Spiel: Zugänge. Wer sich engagieren will, muss auch wissen, wo er anfangen kann. Berührt zeigte er sich von der Geschichte von Nahid Hashemi, McDonald's Mitarbeiterin und alleinerziehende Mutter von vier Kindern, die kurz nach ihrer Ankunft aus Afghanistan begann, sich in einem Berliner Senioren-Café zu engagieren: "Kaum hier angekommen, gibt sie schon wieder etwas zurück." Für Johanna Börgermann war der Abend auch eine persönliche Erfahrung: "Ich habe erlebt, wie spannend es ist, wenn Politik an Orten stattfindet, wo man sie nicht erwartet. Das holt uns raus aus der Bubble."

"Der Burger Dialog zeigt, was möglich ist, wenn echte Menschen über echte Themen sprechen, ohne Distanz und ohne Manuskript", sagt Markus Weiß, Impact Lead und Unternehmenssprecher bei McDonald's Deutschland. "Knapp 27 Millionen Ehrenamtliche in Deutschland verdienen mehr als Applaus. Sie verdienen eine Stimme."

Der nächste Burger Dialog findet in Köln statt. Das Thema: sozialer Aufstieg.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die kroatische Restaurantkette Koykan treibt ihre Expansion in Europa voran. Nach Angaben des Unternehmens sollen bis Ende 2026 insgesamt 15 neue Restaurants in Deutschland, Österreich, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Slowenien und Kroatien eröffnet werden. Bereits im Juni die Eröffnung eines Standorts in München vorgesehen.

Eine Analyse belegt signifikante Umsatzsprünge in Bars und Clubs während des ersten WM-Spiels der deutschen Nationalmannschaft. Klassische Restaurants und Cafés verzeichneten hingegen im gleichen Zeitraum rückläufige bargeldlose Umsätze.

Unter der kreativen Leitung von Culinary Director Peter Hagen-Wiest präsentiert das Eatrenalin ein neues Menü, das Kulinarik und multisensorische Unterhaltung verbindet. Mit dabei: Dieter Koschina und Hans Neuner.

Der Michelin Guide Deutschland hat zehn neue Bib-Gourmand-Restaurants für das Jahr 2026 bekanntgegeben. Damit umfasst die Auswahl bundesweit 147 Betriebe mit besonderem Fokus auf ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Droht der Wiesn ein Zelt-Chaos? Ein Wirt klagt gegen die Vergabe zweier Bierburgen – und trifft damit auch ein Herzstück des Oktoberfests. Was das für Gäste und Tradition bedeutet.

Yum Brands trennt sich von Pizza Hut und verkauft die Kette für insgesamt 2,7 Milliarden Dollar. Während das China-Geschäft an Yum China geht, übernimmt der Finanzinvestor LongRange Capital die restlichen Marktanteile.

Das Hotel Schlossgut Gross Schwansee arbeitet künftig mit Hendrik Otto an der langfristigen gastronomischen Ausrichtung. Der ehemalige Küchenchef des Lorenz Adlon Esszimmer unterstützt beratend die kulinarische Strategie und die Konzepte des Fünf-Sterne-Hauses nahe Lübeck.

Der Leaders Club Deutschland hat bei den Gastro Sessions in München die aktuellen Herausforderungen der Gastronomiebranche debattiert. Rund 200 internationale Teilnehmer diskutierten über wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die Digitalisierung und die Ansprüche der neuen Generation.

Das Frauennetzwerk Foodservice hat seine Aktivitäten auf die Schweiz ausgeweitet. Erste Veranstaltungen in mehreren Städten verzeichneten nach Angaben der Organisation eine hohe Beteiligung.

Ciao Bella von der Gustoso Gruppe wird neuer Gastronomiebetreiber in den Drei Höfen in Amberg. Ab August 2026 soll zunächst ein Frühstücksangebot starten, bevor im September der vollständige Restaurantbetrieb folgt.