Mehr Bier für die Wiesn: Stadt prüft Öffnung für Brauereien

| Gastronomie Gastronomie

Mehr Bier fürs Oktoberfest: Auf der Wiesn könnte künftig auch Bier zusätzlicher Münchner Brauereien ausgeschenkt werden. Die Stadtverwaltung überprüft derzeit die Kriterien für die Zulassung, wie das zuständige Wirtschaftsreferat mitteilte. Im Stadtrat gibt es Bestrebungen, den Weg für neue Anbieter zu ebnen. Mehrere Medien hatten darüber berichtet.

Besonders die Giesinger Brauerei bemüht sich seit Jahren um einen Platz auf der Wiesn. Als mögliche Bewerberin gilt auch die Brauerei Münchner Kindl. Seit Jahrzehnten liegt die Belieferung der Wiesn-Zelte in der Hand von sechs angestammten Brauereien.

Offenheit für andere Brauereien im Koalitionsvertrag festgeschrieben

Neu ist die Offenheit für ein neues Bier nicht: Im Koalitionsvertrag hat die Rathauskoalition aus Grünen, SPD und FDP/Freien Wählern bereits vereinbart, weitere Münchner Brauereien grundsätzlich zuzulassen. «Die Wiesn muss ihren Charakter als münchnerisch-bayerisches Traditionsvolksfest behalten. Dort soll nur Münchner Bier ausgeschenkt werden, wobei wir offen sind für weitere Münchner Brauereien», heißt es darin.

Die Mango-Koalition arbeite nun daran, den Weg dafür ebnen, teilte die Fraktion Die Grünen - Rosa Liste mit. Die genauen Abstimmungen dazu liefen derzeit noch, es gebe noch keine fertige politische Initiative dazu. Zunächst solle sie innerhalb der Koalition abgestimmt werden.

«Wir Grüne haben uns schon seit Langem offen dafür gezeigt, den Kreis der Brauereien, die auf dem Oktoberfest ausschenken dürfen, zu erweitern», sagt die grüne Wiesn-Stadträtin Anja Berger. «Wichtig war uns dabei immer, dass es sich dabei um Münchner Brauereien handelt.»

Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) hatte bereits nach seiner Wahl Offenheit signalisiert, weitere Münchner Brauereien auf dem Oktoberfest zuzulassen.

Entwurf: Stadt soll transparente Kriterien erarbeiten

Dem Vernehmen nach gibt es nun einen Entwurf für einen Antrag an das Wirtschaftsreferat, transparente und rechtssichere Kriterien für die mögliche Zulassung zu erarbeiten. Die konkrete Ausarbeitung nach einem solchen Antrag wäre dann Sache der Verwaltung.

Debattiert worden war in der Vergangenheit unter anderem darüber, ob andere Brauereien genug Bier für die zwei Festwochen liefern könnten. Das könnte also womöglich ein Kriterium werden. Giesinger Bräu hatte stets betont, das sei darstellbar. Immerhin, die Wiesngäste kommen mit erheblichem Durst: Insgesamt wurden heuer auf dem Volksfest 6,7 Millionen Maß Bier getrunken.

Giesinger Bräu lobt erste Schritte 

«Wir begrüßen, dass nachvollziehbare, transparente und rechtssichere Kriterien entwickelt werden sollen, die die Zulassung von neuen Brauereien auf dem Oktoberfest regeln», teilte Giesinger Bräu mit Blick auf die Schritte in Stadtrat und Verwaltung mit. «Dies war eine unserer zentralen Forderungen in den vergangenen Jahren.»

Es sei sehr erfreulich, dass nun das Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag der Münchner Stadtregierung in Angriff genommen werde, hieß es weiter. «Wichtig ist, dass diese zu entwickelnden Kriterien für junge Brauereien auch erreichbar bleiben und nicht den Status Quo der etablierten Oktoberfest-Brauereien zementieren. Wir würden uns daher wünschen, in den Prozess der Entwicklung von fairen Rahmenbedingungen einbezogen zu werden.»

Vielleicht auch neue Brauereifestzelte? 

Die Mediengruppe «Münchner Merkur/tz» hatte berichtet, dass es auch darum gehen könnte, neue Brauereifestzelte zuzulassen. Anlass für die Pläne zur Neuordnung sei zu einem Teil die Klage des Ex-Wiesnwirts Alexander Egger gewesen. Er hatte das Zulassungsverfahren für die Bierzelte in Frage gestellt, vor Gericht aber verloren.

Verwaltung prüft Zulassungskriterien

Das Wirtschaftsreferat erläuterte, nach den vergangenen gerichtlichen Verfahren prüfe die Verwaltung die Zulassungskriterien für Brauereien auf dem Oktoberfest. Die Ergebnisse sollten den Mitgliedern des interfraktionellen Arbeitskreises Oktoberfest vorgestellt werden. Sobald die interne Abstimmung abgeschlossen sei, müsse der Stadtrat entscheiden. Der Prozess werde deshalb noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Bislang wird auf dem Oktoberfest Bier von sechs Münchner Traditionsbrauereien ausgeschenkt: Augustiner, Hacker-Pschorr, Löwenbräu, Paulaner, Spaten und Hofbräu München. Die geltenden Betriebsvorschriften sehen Münchner Bier von «leistungsfähigen und bewährten Münchner Traditionsbrauereien» vor.

Giesinger will seit Jahren auf die Wiesn

Die Giesinger Brauerei bemüht sich seit Jahren darum, ihr Bier auf dem Oktoberfest ausschenken zu dürfen. Brauereichef Steffen Marx will es auch über einen Bürgerentscheid versuchen, derzeit läuft noch die Unterschriftensammlung. Rund 22.000 von benötigten etwa 33.000 lägen bereits vor, sagte ein Sprecher. Giesinger braut seit einigen Jahr ein eigenes Festbier, hatte sich bisher aber wegen der Vorgaben in den Betriebsvorschriften nicht bei der Stadt für die Wiesn beworben.

Selbst wenn die Stadt nun schnell neue Kriterien beschließen würde: Für das nächste Oktoberfest würde es wohl bei den angestammten Brauereien bleiben. Mindestens 18 Monate brauche man für eine Vorbereitung auf die Wiesn, heißt es bei den Giesingern. Die Brauerei war 2006 gegründet worden und darf seit 2021 Münchner Bier herstellen. Das bedeutet unter anderem, dass dafür Wasser aus einem Münchner Tiefbrunnen verwendet und im Münchner Stadtgebiet gebraut wird. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Daniel Craig hat sich einem Bericht der „Times“ zufolge am Londoner Pub „Horseshoe“ beteiligt. Mit zwei Geschäftspartnern wolle der frühere James-Bond-Darsteller das Lokal in Clerkenwell zunächst renovieren lassen.

Klaus Rader, Co-Gründer von L'Osteria, kommt auf Mallorca bei einem Autorennen ums Leben. Die Unfallursache ist unklar. Die Veranstalter sagen nach dem Unfall das Ereignis ab.

Starbucks hat laut Financial Times mit Beratern an einer möglichen Übernahme von Chipotle gearbeitet. Ob bereits ein formelles Angebot vorliegt, ist nicht bekannt; Starbucks verweist auf seinen laufenden Konzernumbau.

Burger King heißt in Australien Hungry Jack’s. Der ungewöhnliche Name geht auf ein Markenproblem aus dem Jahr 1971 zurück. Später eskalierte der Streit zwischen Burger King und seinem australischen Franchisenehmer sogar vor Gericht.

Die Stadt Mainz bleibt bei ihrem Verbot für das Oktoberfest. Daran änderte auch die Vorlage neuer Unterlagen nichts, die der Veranstalter gemeinsam mit dem Gaststättenverband Dehoga am Mittwoch eingereicht hatte.

Tim Raue und der Berliner Unternehmer Nils Hölterhoff starten das Pizza-Konzept "Spizza Pizza" für Flughäfen und Bahnhöfe. Die erste Filiale soll im Dezember am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) eröffnen.

Subway führt ab 2027 ein neues Restaurant- und Markenkonzept in der EMEA-Region ein. „Blueprint“ umfasst neue Restaurantgestaltungen, Bestellwege sowie zusätzliche Angebote für Morgen, Tag und Abend.

Frédéric Prinz von Anhalt blieb mit einer Rechnung von 38.000 Euro allein am Tisch zurück. Was die Frage aufwirft: Muss man wirklich alles zahlen, wenn andere die Zeche prellen? Ein Anwalt klärt auf.

Die Nutzung des Festzeltes ist von der Stadt untersagt worden wegen fehlender Unterlagen. Nun präsentierten Veranstalter und Dehoga Papiere zu Standsicherheit und Brandschutz.

Das Landesumweltamt NRW hat Geruchsmessungen an Holzkohlegrillanlagen in der Gastronomie beauftragt. Ein Forschungsbericht im Auftrag des Umweltbundesamtes untersucht die Emissionen gewerblicher Grills und die Wirksamkeit von Abgasreinigungssystemen.