Nach Betreiber-Insolvenz führen Gastronomen Berliner Food Hall weiter

| Gastronomie Gastronomie

Nach der Insolvenz der Kalle Halle GmbH wird die Food Hall im Kalle Neukölln in Berlin künftig von den dort ansässigen Gastronomen in Eigenregie weitergeführt. Das teilte der Gebäudeeigentümer Maruhn Real Estate Investment (MREI) mit. Demnach hat das Unternehmen die operative Verantwortung übernommen und unterstützt die derzeit zwölf Gastronomiebetriebe künftig bei Infrastruktur und Vermarktung.

Die Kalle Halle GmbH hatte zuvor einen Insolvenzantrag gestellt. Die Betreibergesellschaft hatte die Food Hall im September 2025 offiziell eröffnet.

Eigentümer beendet Zusammenarbeit mit bisherigem Betreiber

Nach Angaben von MREI wurde das Vertragsverhältnis mit der Kalle Halle GmbH beendet, nachdem der bisherige Betreiber seinen vertraglichen Verpflichtungen über einen längeren Zeitraum nicht nachgekommen sei. Das Center Management habe daraufhin eine Übergangslösung eingerichtet. Die Umsätze der Gastronomen würden in kurzen Abständen direkt an diese ausgezahlt. Bis zu einer geplanten Neueraufstellung der Food Hall sollen zudem organisatorische Abläufe und technische Systeme schrittweise in neue Strukturen überführt werden.

In der Mitteilung der Betreiber heißt es: „Wir haben nicht einfach nur Flächen vermietet. Wir haben ein Ökosystem geschaffen, in dem unabhängige Restaurant-Partner gemeinsam mit einer Community wachsen konnten, anstatt sich den Herausforderungen allein stellen zu müssen.“ Ein solches Geschäftsmodell benötige jedoch Zeit, um sich zu stabilisieren. „Leider stand uns diese Zeit nicht zur Verfügung“, erklärt die Betreibergesellschaft.

Nach eigenen Angaben besuchten innerhalb von acht Monaten Zehntausende Menschen die Kalle Halle. Das Unternehmen verweist auf Kultur-, Familien- und Netzwerkveranstaltungen sowie Kooperationen mit lokalen Partnern.

Die zwölf Gastronomiebetriebe bleiben nach Angaben des Eigentümers unverändert in der Halle. Künftig sollen sie ihre Konzepte eigenverantwortlich weiterentwickeln, während MREI Infrastruktur und Vermarktung übernimmt. Zudem kündigt der Eigentümer Investitionen in digitale Bestellsysteme, Self-Order-Terminals und QR-Codes sowie den Aufbau eines regelmäßigen Veranstaltungsprogramms an.

„Wir wissen, dass das ein radikaler Schritt ist. Statt einen neuen Großbetreiber reinzuholen, setzen wir auf Autonomie und Partnerschaft mit diesen wunderbaren Köchen, die bereits feste Größen im Haus, im Kiez und auch in Berlin sind. Deshalb investieren wir in die Infrastruktur. Nicht nur weil wir an die Gastronomen glauben, sondern weil wir denken, dass dies den Köchen und ihren Teams hilft, weiter zu wachsen.“
Hans Stier, Partner bei MREI

„Ich bin jeden Tag in diesem Haus und in engem Kontakt mit den Betreibern. Die Gastronomen haben viel Herzblut in ihre Konzepte gesteckt. Nun bekommen sie die operative Freiheit. Dieses Modell ist aus unserer Sicht in mindestens Berlin einzigartig.“
Tina Lubitz, Marketingleiterin Kalle Neukölln

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Wenn Kneipen schließen, fehlen nach Ansicht des Politikwissenschaftlers Oliviero Angeli wichtige Orte für Austausch und Verständnis. Das hat auch Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die Supreme Sports Hospitality GmbH übernimmt künftig die gastronomische Versorgung des Musikfestivals World Club Dome in Frankfurt am Main. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde mit der World Club Dome GmbH ein Vertrag über fünf Jahre geschlossen.

Thomas Bühner sucht Mitarbeiter für ein neues Gastronomieprojekt im Münsterland. Der ehemalige Drei-Sterne-Koch kündigt damit eine Rückkehr zu seinen westfälischen Wurzeln an und macht zugleich ein bislang unbekanntes Restaurantvorhaben öffentlich.

Wie erwartet: Das Bier auf dem Oktoberfest wird teurer. Dreieinhalb Monate vor dem Anstich hat die Stadt München die Preise bekanntgegeben. Ist der Anstieg moderat?

Die Deutsche Bahn aktualisiert ihr Angebot an Weinen in ICE- und Intercity-Zügen. Unterstützt durch das Deutsche Weininstitut wurden vier neue Produkte in die Bordgastronomie aufgenommen.

Die Berliner Gastronomin Marie-Anne Wild hat zum achten Mal den MAW Ladies Lunch im Restaurant Tim Raue ausgerichtet. Im Mittelpunkt des Austausches stand die Sichtbarkeit von Frauen in verschiedenen Berufsfeldern.

Zum zehnjährigen Jubiläum feiern die HeimWerk Restaurants ihr Bestehen mit einer Aktionswoche und plant für den Sommer 2026 die Eröffnung eines weiteren Standorts in Leipzig.

Eine neue Umfrage zeigt, wie viel Gäste für Kaffee in Restaurants und Cafés ausgeben würden. Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, dass steigende Preise das Kaufverhalten vieler Verbraucher zunehmend beeinflussen.

Nach vielen Jahren hat die bekannte «Mokka-Milch-Eisbar» wieder geöffnet und Hunderte Gäste angezogen. Warum das Kult-Lokal schon kurz darauf wieder schließt – und wann die Rückkehr geplant ist.

Mit dem Joseph’s eröffnet Anfang Juni ein neues Restaurant im Titlis Tower auf mehr als 3.000 Metern Höhe. Das gastronomische Angebot ist Teil eines Investitionsprojekts der Titlis Bergbahnen, das bis 2029 umgesetzt werden soll.