Nächtliches Verkaufsverbot für Bier in München: Kioske geben Widerstand auf

| Gastronomie Gastronomie

Zwei Kioskbetreiber aus dem Münchner Univiertel haben ihre Klagen gegen das nächtliche Bierverkaufsverbot zurückgezogen. Auch für sie gelten damit künftig die Bescheide, nach denen sie ab 22 Uhr kein Bier mehr abgeben dürfen, wie die Landeshauptstadt am Freitag mitteilte. Das Verbot tritt damit flächendeckend am Freitag der kommenden Woche in Kraft.

Die Regelung hatte es im Viertel bereits im Sommer vergangenen Jahres gegeben, kurz darauf wurde sie jedoch zurückgenommen. Nun führt die Stadt sie wieder ein, weil es weiter Probleme mit Feiernden auf den Straßen gibt: Lärm, Glasscherben, wildes Urinieren.

«Die Situation für die Anwohnenden hat sich zuletzt leider nicht verbessert», erklärte Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne). Weiter hieß es: «Ich bin nach wie vor überzeugt, dass es wichtig ist, in einer Großstadt Freiräume für junge Menschen zu ermöglichen. Gegenseitige Rücksichtnahme muss dabei immer das Grundgebot sein.»

Stadt reagiert auf Urteil

Zum Start der Freiluftsaison in diesem Jahr hatten sich alle betroffenen Betriebe nach Angaben der Stadt freiwillig dazu verpflichtet, nach Mitternacht kein Flaschenbier oder Alkohol-to-go zu verkaufen. Plakate appellierten zudem an die Feiernden, Toiletten und Mülleimer zu benutzen und nach 22 Uhr auf die eigene Lautstärke zu achten. Wirklich viel gebracht hatte das aber zunächst nichts.

Im Falle eines anderen Betriebs, der gegenüber Kiosken über eine erweiterte Konzession verfügt, hatte jüngst bereits das Verwaltungsgericht entschieden, dass dieser ab 22 Uhr keinerlei alkoholische Getränke zum Unterwegsverzehr verkaufen darf. Die anderen Kioske dürfen am Abend ohnehin nur Bier verkaufen, keinen anderen Alkohol.

Im Zuge des Verfahrens forderte das Gericht die Stadt auf, im Viertel einheitliche Regeln durchzusetzen. «Dem kommen wir nach», hieß es von Oberbürgermeister Krause. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Der neue britische Premierminister Andy Burnham setzt seine Agenda zur Senkung der Lebenshaltungskosten fort. Pubs, Clubs und Veranstaltungsorte für Live-Musik in England sollen von kommendem April an von einer 20-prozentigen Reduzierung der Gewerbesteuer profitieren.

Mit nur wenigen Jahren als Küchenchef wurde das Restaurant der Mühle Schluchsee unter der Leitung von Fabian Obergfell mit dem zweiten Michelin-Stern ausgezeichnet. Seine kulinarische Inspiration findet er nach eigenen Worten nicht in Trends, sondern in Erinnerungen.

Darf die Stadt im Münchner Univiertel den Verkauf von Bier zum Mitnehmen verbieten, um Anwohner zu schützen? Dazu hat das Verwaltungsgericht München ein Urteil verkündet. Geklagt hatte ein Gastronom.

Wer früher an der Cafétheke ein paar Cent Trinkgeld in einen Becher warf, steht heute oft vor einem kleinen Bildschirm mit voreingestellten Prozentsätzen. Die Null-Prozent-Option, also kein Trinkgeld, ist dabei schwerer oder auch gar nicht zu finden, wie Verbraucherschützer kritisieren. 

Nach der Insolvenz der Kalle Halle GmbH wird die Food Hall im Berliner Kalle Neukölln von den dort ansässigen Gastronomen weitergeführt. Während der Eigentümer MREI auf Eigenverantwortung und neue Strukturen setzt, verweist der bisherige Betreiber auf die Kündigung des Mietvertrags und die schwierige Lage im Gastgewerbe.

Spanien will das Rauchverbot deutlich ausweiten. Künftig könnten Restaurantterrassen, Strände und zahlreiche weitere öffentliche Außenbereiche rauchfrei werden – sofern das Parlament zustimmt.

Die Deutsche Bahn plant ein Alkoholkonsumverbot an allen rund 5.400 Bahnhöfen. Restaurants, Bars und Cafés in den Stationen sowie die Bordgastronomie in den Fernzügen sind von der Regelung jedoch ausdrücklich ausgenommen.

Teaser: Das weltweit einzige dauerhaft betriebene Nutella Café in Chicago hat nach einer umfassenden Modernisierung wieder eröffnet. Ferrero erweitert das Angebot und kündigt neue digitale Bestellfunktionen an.

Der New York Slice Club eröffnet am 31. Juli 2026 seinen ersten Flagship-Store in Hamburg. Das Konzept orientiert sich nach Unternehmensangaben an der New Yorker Slice-Shop-Kultur und zieht in die Alsterarkaden ein.

Die Villa Florhof in Zürich eröffnet am 1. August 2026 wie geplant. Kurz vor dem Start trennen sich das Luxushotel und der als kulinarischer Leiter vorgesehene Christian Jürgens im gegenseitigen Einvernehmen.