Nobelhart & Schmutzig: „Trennung nach Geschlechtern bei Toiletten nicht zeitgemäß“

| Gastronomie Gastronomie

Für manche sei es nur ein Kloschild. Doch verberge sich dahinter so viel mehr: Die Hartnäckigkeit einer bestehenden Gesellschaftsordnung, die vielen nicht gerecht werde. Und die es in Frage zu stellen gelte, so das Berliner Gourmetrestaurant Nobelhart & Schmutzig.

Bislang hing auch in dem Kreuzberger Sternerestaurant noch das traditionelle Toilettenschild. „Wir finden die Geschlechtertrennung bei Toiletten weder zeitgemäß noch notwendig. Schon gar nicht in Berlin, einem Zentrum der LGBTQI-Kultur. Trotzdem sieht auch hier Paragraph 4 der Gaststättenverordnung nach “Herren” und “Damen” getrennte Toiletten weiterhin vor“. 
 

Deshalb hätten sie nun ihr altes Schild abmontiert und beschildern ihr stilles Örtchen ab sofort nach der Funktion. Um dies zu symbolisieren, hätten sie sich an der Bildsprache alter Kassettendecks orientiert: „Rewind“ stehe dafür, den Abend noch mal Revue passieren zu lassen. Die „Pause“ solle einen Rückzugsraum darstellen, in dem man sich „Zeit für sich selbst nimmt und mal so richtig einen abseilt“, wie es das Restaurant formuliert. „Fast Forward“ stehe fürs Energietanken, um danach noch einmal richtig loszulegen. Und mit „Play“ sei gemeint, spielerische Momente auszuleben. Dafür stünden Kondome bereit. 

Um nach dem Betreten des Waschraums die richtige Toilette zu wählen, hätten sie sich ebenfalls an der jeweiligen Funktionalität orientiert.  Auf die Gäste wartet nun eine Toilette, an deren Tür “sitzen” steht, sowie eine Tür mit “sitzen +” – das Pluszeichen steht hierbei sowohl für die Größe des Raums, als auch für die Barrierefreiheit. Die ehemalige Herrentoilette ist nun beschildert mit “sitzen” und “stehen”.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Yotam Ottolenghi ist einer der bekanntesten Köche der Welt. In Deutschland wächst die Fangemeinde stetig. Jetzt erschien sein neues Kochbuch - mit einer Grundidee, die nicht nur in der Küche hilft.

In wenigen Tagen stürmen die Massen wieder die Bierzelte auf der Wiesn. Sollen die künftig europaweit vergeben werden? Darum kämpft ein Wirt mit einer ganzen Garde von Anwälten.

Kommendes Wochenende bricht der Ausnahmezustand über München herein. Das 191. Oktoberfest beginnt. Was Besucher wissen sollten über die Zelte, das Bier und die No-Gos.

Vor mehr als 200 Jahren rief König Wilhelm I. von Württemberg nach Missernten und Hunger das Cannstatter Volksfest ins Leben. Schon damals strömten die Menschen zum Wasen - und das wird sich auch in diesem Jahr nicht ändern.

Sechs Münchner Brauereien bieten auf dem Oktoberfest ihr eigenes Festbier an – jedes nach geheimem Spezialrezept gebraut und mit individuellem Geschmack. Und: Das Wiesnbier hat es in sich.

Wolt startet in Berlin ein eigenes Catering-Angebot für Firmenkunden und geplante Veranstaltungen. Im Laufe des Jahres 2027 soll Wolt Catering schrittweise auf weitere deutsche Städte ausgeweitet werden.

Die US-amerikanische Bäckereimarke Cinnabon baut ein Franchisesystem in Deutschland auf. Der erste Standort der CB Germany GmbH soll im Oktober 2026 im Limbecker Platz in Essen eröffnen. Weitere Standorte sind bereits vorgesehen.

Die Wiesn naht - und auch die Rettungskräfte sind vorbereitet. Die Sanitätsstation auf dem Festgelände wappnet sich für den Rund-um-die-Uhr-Betrieb. Dabei gibt es in diesem Jahr einige Neuerungen.

Tim Striegel ist der "Aufsteiger des Jahres 2026" von Der Feinschmecker. Der 25-jährige Koch aus dem Restaurant "Das Philippin" in Rutesheim bei Stuttgart setzte sich bei der Leserwahl gegen sechs weitere junge Talente durch.

Deutschland belegt bei den Rahmenbedingungen für Restaurantgründungen im Vergleich von 20 EU-Märkten Rang sieben. Der Restaurant Launch Report des Metro Marktplatzes weist für Deutschland 99,9 Punkte bei Wettbewerb und Immobilien und 36,9 Punkte bei Gründung und Personal aus.