Nobelhart & Schmutzig verbietet auch Smart Glasses im Restaurant

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Das Berliner Restaurant Nobelhart & Schmutzig weitet sein Verbot von Foto- und Videoaufnahmen auf intelligente Brillen aus. Gäste sollen Smart Glasses künftig vollständig zu Hause lassen. Das Restaurant begründet den Schritt mit dem Schutz der Privatsphäre von Gästen und Mitarbeitern.

Restaurant begründet Verbot mit Privatsphäre

Das Foto- und Videoverbot gilt im Nobelhart & Schmutzig bereits seit der Eröffnung im Jahr 2015. Mit der neuen Regelung reagiert das Restaurant auf die zunehmende Verbreitung von Smart Glasses. Die Brillen verschiedener Hersteller können je nach Modell Ton, Bilder und Videos aufnehmen. Teilweise sei dabei kaum zu erkennen, ob gerade eine Aufnahme stattfinde.

Anders als bei einem Smartphone, das zum Fotografieren oder Filmen sichtbar hervorgeholt werden müsse, seien Aufnahmen mit intelligenten Brillen deutlich unauffälliger. Gäste könnten deshalb nicht ohne Weiteres erkennen, ob sie gerade aufgenommen würden. Das schaffe eine Unsicherheit, die dem angestrebten Konzept des Restaurants widerspreche.

Auf der Website erklärt das Restaurant, weder Gäste noch Mitarbeiter sollten sich fragen müssen, ob Gesprächsausschnitte oder visuelle Eindrücke aufgezeichnet und anschließend veröffentlicht würden. Die Betreiber wollen damit einen Raum schaffen, in dem sich Besucher ohne Sorge vor digitaler Dokumentation auf ihren Aufenthalt konzentrieren können.

Restaurant verweist auf Tradition aus dem Nachtleben

Das Restaurant sieht seine Foto- und Videoregeln nicht als neue Einschränkung. Vielmehr verweist es auf eine Praxis, die bereits seit den 1990er-Jahren in Berliner Technoclubs verbreitet gewesen sei. Dort sollte ein Verbot von Aufnahmen ebenfalls einen geschützten Raum schaffen.

Die Betreiber verstehen die Entscheidung nach eigenen Angaben weniger als Verzicht denn als Möglichkeit, für eine gewisse Zeit der permanenten Dokumentation des Alltags zu entkommen. Das Smartphone-Verbot und die nun ergänzte Regelung für Smart Glasses sollen dazu beitragen, dass sich Gäste ungestört auf Gespräche, Essen und ihre Begleitung konzentrieren können.

Gäste sollen ihre Smart Glasses vollständig zu Hause lassen. Wer eine Sehhilfe benötigt, muss dennoch nicht auf eine Brille verzichten: Das Restaurant stellt nach eigenen Angaben Lesebrillen der Marke Lunettes in verschiedenen gängigen Sehstärken zur Verfügung.


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